Veranstaltungsberichte

Kompromissfähigkeit ist gefragt

von Elisabeth Muhle

Planspiel „Demokratie erleben – Entscheidungen treffen“

Eine energische Stimme dringt durch die geschlossene Tür des Sitzungssaals. Ein Schüler wirbt überzeugend für die CDU und deren Standpunkte. Wir befinden uns inmitten des politischen Planspiels „Demokratie erleben – Entscheidungen treffen“, an dem 23 Oberstufenschüler/innen des Gymnasiums Steglitz teilnehmen.

Zu Beginn der Veranstaltung testet der Referent und Trainer Robert Hein die politischen Grundkenntnisse der Teilnehmer/innen und führt sie anschließend in den Ablauf des Planspiels ein. Ort und Hintergrund des Spiels ist der fiktive Ort Wattenburg, an dem politische Entscheidungen zu fällen sind. Im ersten Schritt werden den Schülern Berufe und eine Parteizugehörigkeit zugewiesen. Vertreten sind CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke. Eine Gruppe aus drei Schülern bildet den Pressestab und berichtet aus den jeweiligen Fraktionen, stellt Kandidaten vor und hinterfragt kritisch Programme und Ziele der Parteien. Das Planspiel ist in zwei Abschnitte unterteilt: Zum einen, die Wahlen zum Bezirksverordnetenvorsteher und zum anderen eine Bezirksverordnetenversammlung, die im Bezirk Wattenburg ein Jahr nach der Wahl stattfindet.

Durch die Wahlen werden die Jugendlichen dazu angeregt, sich mit den Wahlprogrammen ihrer Partei auseinanderzusetzten. Mit größtenteils realistischen und sehr kreativen Ideen versuchen sie ihre Mitschüler/innen davon zu überzeugen, ihre Partei zu wählen. Die Schüler/innen erkennen dabei, dass es wichtig ist Koalitionen zu bilden und Kompromisse einzugehen, um ihre Ziele zu erreichen und durchzusetzen. In der Realität wäre eine Dreierkoalition aus Die Linke, FDP und Bündnis 90/ Die Grünen wohl gar nicht möglich, in Wattenburg wird es umgesetzt.

Sie lernen mit ihren Mitschüler/innen zu diskutieren und sie von den Ideen ihrer Partei zu überzeugen. Dabei stellen sie fest, dass dies nicht immer so einfach ist und teilweise einen langen Atem und viel Überzeugungskraft benötigt. Die Diskussion artet auch mal aus, sodass der Bezirksverordnetenvorsteher seine Kollegen freundlich an die Geschäftsordnung der Versammlung erinnern muss.

Im Rahmen der Abschlussbesprechung benennen die Jugendlichen einige wichtige Punkte, die sie während des Tages gelernt haben. Unter anderem ist ein Plan B und C immer sehr wichtig und, dass man nicht nur immer an seine Partei denken sollte, sondern auch den anderen entgegen kommen muss. So findet man schneller eine Lösung, mit der alle leben können. Herrn Hein ist es am Ende des Tages gelungen, das Interesse an Politik bei den Schülern/innen zu wecken und ihnen den Prozess der politischen Willensbildung und der demokratischen Entscheidungsfindung spielerisch zu vermitteln. Überdies erwerben sie auch Kompetenzen in der Diskussions- und Argumentationstechnik, mit deren Hilfe sie ihre Standpunkte besser formulieren und überzeugender vertreten können.

Ansprechpartner

Christian Schleicher

Christian Schleicher bild

Stellvertretender Leiter Politische Bildungsforen und Leiter Politische Bildungsforen Nord

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