Perspektiven der Parteien
Im Juni wirft die Politische Meinung die Frage nach der Zukunftsfähigkeit der deutsche Parteien auf. Führende Unionspolitiker stellen die Notwenigkeit von Innovation gegen die postmoderne Beliebigkeit der SPD sowie der Vermittlung von Tradition und Fortschritt heraus. Politikwissenschaftliche Analysen beleuchten ein erfolgversprechendes Verhältnis von image- und kompetenzgeleiteter Politik, die ernüchternde Altersstruktur der Parteien und die Rolle der Semantik für die Mobilisierung der Wählerschaft. Den Strategien der PDS zur Verharmlosung ihres extremistischen Grundsatzes ist ebenso wie den Ursachen der Politik- und Parteienverdrossenheit ein jeweils eigener Beitrag gewidmet. Sie werden ergänzt durch einen Kommentar zu den Jugendorganisationen der Parteien. Im engen Zusammenhang mit dem Themenschwerpunkt steht ein Essay zu der Frage, ob ein "mehr" an Demokratie durch die Reduzierung repräsentativer Funktionen und die Stärkung plebiszitärer Elemente zu erzielen ist. Weitere Themen sind der anstehende Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik - ergänzt durch einen Tagungsbericht zu Zukunft der Geisteswissenschaften - die Gründung von Donum Vitae sowie eine Annäherung an György Konrád, dem diesjährigen Karlspreisträger, dem ein Interview mit dem Geehrten folgt. Zudem finden sich Kommentare zur Begriffsgeschichte des "Stolzes" sowie zum Umgang mit Anglismen in der Deutschen Sprache.