Union in Deutschland

2007

Aufgeklärter Patriotismus

Die nationale Selbstwahrnehmung der Deutschen wird nicht mehr ausschließlich von dem Gewicht einer dunklen Vergangenheit bestimmt. Eine neue Gelassenheit im Umgang mit der eigenen Nation und patriotischen Symbolen ist im Fußball-Sommermärchen des vergangenen Jahres manifest geworden. Der neuen "patriotischen Leichtigkeit des Seins" (Eckhard Fuhr) nähert sich die Februarausgabe der "Politischen Meinung" in Beiträgen, die aus einer Kooperation mit DeutschlandRadio hervorgegangen sind - mit Reflexionen über den 3. Oktober (Richard Schröder), das Verhältnis von deutscher zu europäischer Identität (Heinrich August Winkler, Klaus von Dohnanyi, Tilman Mayer), die politische Gestaltungskraft von Fußball (Hans Ottomeyer), die Überwindung von übersteigerter Selbstkritik (Juli Zeh) und das Liebesbekenntnis eines Gastarbeitersohnes zu seiner deutschen Heimat (Feridun Zaimoglu). Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble äußert sich in einem Interview zu den Sicherheitsherausforderungen der WM und einer Art "spielerischem Patriotismus" (Jean-Paul Picaper).In der Rubrik "Globale Krisenherde" werden die Lagen in Irak und Iran (Patrick Keller) sowie in Afghanistan (Rainer Winkler) beschrieben. "Politik aktuell" analysiert die Wurzeln des Rechtsextremismus in Ostdeutschland (Harald Bergsdorf) sowie die Unverzichtbarkeit von politischer Bildung für Demokratie (Lothar Frick). Die Sparte "Biowissenschaften und Globalisierung" behandelt das Verhältnis von Biomedizin und Völkerrecht (Rudolf Dolzer) sowie von Bioethik und islamischem Recht (Danja Bergmann).Persönliche Würdigungen gelten dem am 2. Januar 2007 verstorbenen Teddy Kollek (Ernst Cramer), dem Widerstandskämpfer Helmuth James von Moltke zum 100. Geburtstag am 11.März 2007 (Rüdiger von Voss) und Konrad Adenauer und seinem Bild in der Nachkriegspublizistik (Hans Maier, Teil II).

2007

Chinas Aufstieg

Den Aufstieg Chinas zur Weltmacht beleuchtet die Politische Meinung in ihrer Januarausgabe. Die beeindruckende Wirtschaftsdynamik von China und Indien wird im Verhältnis zu Europa und den USA in den Blick genommen (Oskar Weggel). In der geplanten Errichtung von weltweit mehr als 100 Konfuzius-Instituten zur Verbreitung der chinesischen Sprache spiegelt sich der kulturpolitische Expansionsdrang der chinesischen Regierung (Manfred Osten). Demgegenüber schützen Schreibverbote in Sachen Kulturrevolution das Ansehen Mao Zedongs und grenzen das historische Selbstverständnis in propagandistischer Weise ein (Wolfgang Kubin). Ein weiterer Beitrag befasst sich mit der Ausbreitung von HIV/Aids als Chinas tickender Zeitbombe.Die Rubrik "Deutschland und Europa" wirft einen Ausblick auf die Chancen der deutschen Ratspräsidentschaft aus Sicht der Landesregierung Nordrhein-Westfalens (Michael Breuer) und zeichnet ein Portrait des designierten Präsidenten des Europaparlaments, Hans-Gert Pöttering (Gisbert Kuhn). Ergebnisse einer Umfrage zur Thematik Generationengerechtigkeit bestimmen das Verhältnis der Deutschen zur Altersvorsorge (Manfred Behrens).Würdigungen gelten dem ersten deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer, der am 5. Januar 1976 geboren wurde (Hans Maier), dem Philosophen Hermann Lübbe zum 80. Geburtstag (Odo Marquard) sowie dem 800. Geburtstag der heiligen Elisabeth, deren Gedenken im Jahr 2007 vor allem in Thüringen festlich begangen wird (Joachim Wanke). Eine eingehende historische Betrachtung erfährt das Ahlener Programm, das Anfang Februar 1947 in der britischen Besatzungszone als erstes Grundsatzprogramm der CDU ausgehandelt wurde (Rudolf Uertz).

Auslandsinformationen 12/2006

Denkpause in der Verlängerung: Politische und juristische Optionen nach dem doppelten „Nein“. Die Europäische Union im Konstitutionalisierungsprozess/ Quid est Europa?/ Die Zukunft der europäisch-russischen Beziehungen nach 2007/ Renaissance der russisch-chinesischen Beziehungen/ Nach der Wahl 2006: Im Westen angekommen? Zur parteipolitischen Entwicklung in Tschechien und der Slowakei/ „Also sein bey unns vor zeiten auch herrn in diesem lanndt gewesen.“ Die Kirche, die Serben und das Kosovo

2006

UiD 2006 Nr. 32

Auslandsinformationen 11/2006

Die Institutionalisierung politischer Parteien in außereuropäischen Regionen. Eine Einführung in die Thematik und das Heft / Die Institutionalisierung politischer Parteien im anglophonen Afrika. Messergebnisse, Ursachen und Zusammenhänge / Die Institutionalisierung politischer Parteien in Südostasien / Die Institutionalisierung indischer Parteien / Zur Institutionalisierung politischer Parteien in Lateinamerika: Kontinuität und Wandel / Probleme der internationalen Parteienförderung

2006

UiD 2006 Nr. 31

2006

Die Europäische Union und Russland

Das Ende 2007 auslaufende Partnerschafts- und Kooperationsabkommen zwischen der Europäischen Union und Russland soll durch eine neue Vereinbarung ersetzt werden. Das Verhältnis der Europäischen Union zu Russland wird also ein wichtiges Thema der deutschen EU-Ratspräsidentschaft sein. Die Dezemberausgabe der Politischen Meinung greift verschiedene Aspekte dieser Beziehung auf: Inwieweit Russland als potenzieller Wertepartner der EU gelten kann und welche Einflussmöglichkeiten des Westens auf innerrussische Entwicklungsprozesse bestehen, behandelt Andreas Schockenhoff in seinem Beitrag. Die auf Kooperation zielende Russland-Strategie des Auswärtigen Amtes – im Unterschied zur eher kritischen Distanz im Kanzleramt – sowie den Sonderweg Deutschlands in Sachen Kernenergie, der eine gemeinschaftliche EU-Russlandpolitik konterkariert, thematisieren Thomas Gutschker und Christian Hacke. Lilia Shevtsova analysiert das politische Erbe Putins, indem sie die Koexistenz von Traditionalismus und Pragmatismus, die den alten Machtapparat im Kreml unterfüttern, beschreibt. Canan Atilgan schließlich erläutert die Notwendigkeit eines neuen nahostpolitischen Gesamtkonzeptes der EU nach dem Libanon Krieg. Mit der Anpassung christlich-demokratischer Politik an den Wandel gesellschaftlicher Wirklichkeit, der Notwendigkeit unbequemer Fragen und mit dem Vorwurf der zunehmenden Sozialdemokratisierung innerhalb der CDU setzt sich Norbert Lammert in der Rubrik „Politik und Gesellschaft“ auseinander. In weiteren Beiträgen geht es um rassistisch motivierte Gewalt in Russland, um die mangelnde öffentliche Wertschätzung des Lehrerberufes sowie in einer soziologischen Analyse mit dem Titel „Kinder als Glücksgarantie?“ um die Ambivalenzen des Familienbildes im Verlauf Geschichte.Würdigungen gelten dem Musikgenie Wolfgang Amadeus Mozart anlässlich seines 250. Geburtsjahres, dem Schriftsteller Manès Sperber in Gestalt von persönlichen Erinnerungen und der Begründerin des Allensbacher Institutes für Demoskopie, Elisabeth Noelle-Neumann zum 90. Geburtstag, die sich und ihren Lesern ihre Autobiografie zum Geschenk gemacht hat.

2006

UiD 2006 Nr. 30

Auslandsinformationen 10/2006

Zur Notwendigkeit der Formulierung von Interessen in der deutschen Politik gegenüber Asien – Optionen für Deutschland / Die Neuordnung der Machtverhältnisse in Asien und ihre Folgen / Japans Rolle in der neuen Machtkonstellation in Asien / Re-adjustierung der Machtzentren in Asien – Folgen für die ASEAN-Staaten und Reaktionen / Indien – ein Gewinner der Globalisierung / Chinas Engagement in Afrika: Trends und Perspektiven / Die Politik gegenüber Entwicklungsländern – ein Feld für eine strategische Partnerschaft zwischen Europa und China? / Amerikas ungeschriebene Islampolitik: Das Weiße Haus und die Beziehungzwischen Terror und Islam – Teil 2: Präsidiale Einsichten in Terror und Islam / Öffentliche oder private Finanzierung der wirtschaftlichen Infrastruktur in Entwicklungsländern – Kapitalmangel als entwicklungspolitisches Problem?

2006

UiD 2006 Nr. 29