Blauer Schriftzug: 60 Jahre Konrad-Adenauer-Stiftung in Ghana mit dem Zusatztitel Sechs Jahrzehnte Partnerschaft und demokratischer Dialog – Gemeinsam die politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklung gestalten KAS Ghana

Sechs Jahrzehnte Partnerschaft und demokratischer Dialog

Seit sechzig Jahren begleitet die Konrad-Adenauer-Stiftung die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung Ghanas. Das 1966 eröffnete Auslandsbüro in Ghana gehörte zu den ersten Vertretungen der Stiftung in Subsahara-Afrika. Seine Geschichte spiegelt viele der Veränderungen wider, die das Land seither durchlaufen hat.


In diesen sechs Jahrzehnten hat unsere Arbeit vielfältige Formen angenommen. In den Anfangsjahren lag der Schwerpunkt insbesondere auf der Stärkung gesellschaftlicher Strukturen, der beruflichen Bildung und der wirtschaftlichen Selbstorganisation, vor allem im ländlichen Raum und in Nordghana. In Zeiten, in denen eine klassische politische Zusammenarbeit kaum möglich war, arbeiteten die KAS und ihre Partner eng mit lokalen Gemeinschaften, Kirchen, Frauengruppen und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, um Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe und Selbstbestimmung zu stärken.


Mit Ghanas Rückkehr zur Mehrparteiendemokratie Anfang der 1990er-Jahre eröffneten sich neue Handlungsspielräume. Dezentralisierung, politische Partizipation und die Zusammenarbeit mit politischen Parteien gewannen zunehmend an Bedeutung, ebenso wie die Stärkung demokratischer Institutionen, der Rechtsstaatlichkeit und der friedlichen Konfliktlösung. Im Laufe der Zeit erweiterte sich unser Engagement um weitere Themenfelder, darunter wirtschaftliche Teilhabe, evidenzbasierte Politikgestaltung, gesellschaftlicher Zusammenhalt, die Förderung junger Führungspersönlichkeiten, Digitalisierung sowie die Chancen und Herausforderungen des technologischen Wandels.


Die konkreten Aktivitäten haben sich im Laufe der Jahrzehnte erheblich verändert. Viele der grundlegenden Fragen sind jedoch bemerkenswert konstant geblieben:

 
  • Wie können Menschen die Entwicklung ihre Gesellschaft und ihres Landes aktiv und wirksam mitgestalten?

  • Wie lassen sich demokratische Institutionen und ein friedliches, von Zusammenhalt geprägtes gesellschaftliches Miteinander stärken?

  • Und wie können Individuen, politische Institutionen und Volkswirtschaften auf Veränderungen reagieren und neue, inklusive Chancen und Strukturen schaffen?

Ein Rückblick auf sechzig Jahre bedeutet daher, sowohl Veränderungen als auch Kontinuitäten sichtbar zu machen. Zugleich richtet er den Blick auf die Menschen und Institutionen, mit denen diese Arbeit gemeinsam gestaltet wurde. Die KAS hat in Ghana nie allein gewirkt. Viele unserer Partner begleiten uns seit Jahrzehnten, andere kamen hinzu, als sich Ghana weiterentwickelte und neue Herausforderungen entstanden.


Die Fotografien dieser digitalen Ausstellung geben Einblicke in diese gemeinsame Geschichte. Sie zeigen nur einen kleinen Ausschnitt der unzähligen Aktivitäten, Begegnungen und Partnerschaften, die sechs Jahrzehnte KAS-Arbeit in Ghana geprägt haben – von lokalen Entwicklungsprogrammen, politischem Dialog und institutioneller Förderung bis hin zum internationalen Austausch.


Gemeinsam erzählen sie nicht einfach die Geschichte der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ghana, sondern die Geschichte von Partnerschaften, die sich über sechzig Jahre hinweg entwickelt haben – und sich bis heute weiterentwickeln.


Demokratische Teilhabe setzt voraus, dass alle Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme einbringen und Einfluss auf Entscheidungen nehmen können, die ihr Leben prägen. Die KAS Ghana setzt sich dafür ein, politische Beteiligungsmöglichkeiten zu erweitern, insbesondere für junge Menschen und gesellschaftliche Gruppen, deren Interessen bislang unzureichend repräsentiert sind. Damit leistet sie einen Beitrag zu einer repräsentativeren Demokratie, die stärker auf die Anliegen der Bevölkerung eingeht.

Fünf junge Erwachsene sitzen und stehen um einen Tisch bei einem Workshop. Ein Mann demonstriert den Teilnehmenden ein kleines technisches Modell, während die anderen aufmerksam zuschauen. KAS Ghana

Im Rahmen der von der Europäischen Union finanzierten Initiative Women and Youth Democratic Engagement (WYDE), die in Zusammenarbeit mit dem European Network of Political Foundations (ENoP) umgesetzt wird, brachte die KAS Ghana junge Vertreterinnen und Vertreter der beiden großen politischen Parteien Ghanas, der New Patriotic Party (NPP) und des National Democratic Congress (NDC), in einem sechsmonatigen Mentoring- und Qualifizierungsprogramm zusammen.


Durch politische Bildung, Führungskräftetrainings, Persönlichkeitsentwicklung und die Begleitung durch erfahrene Persönlichkeiten aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zielte das Programm darauf ab, die nächste Generation politischer Führungspersönlichkeiten zu stärken. Über die individuelle Kompetenzentwicklung hinaus schuf es eine parteiübergreifende Plattform für Dialog, Vernetzung und den Aufbau persönlicher Beziehungen. Junge politische Akteure wurden dazu ermutigt, sich trotz politischer Unterschiede konstruktiv mit gemeinsamen demokratischen Herausforderungen auseinanderzusetzen.

Fünf junge Erwachsene arbeiten bei einem Orientierungsworkshop für Stipendiatinnen und Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ghana gemeinsam an Laptops und einem Tablet. KAS Ghana

Seit Jahrzehnten unterstützt die Konrad-Adenauer-Stiftung talentierte und gesellschaftlich engagierte junge Menschen in Ghana durch ihre Stipendien- und Förderprogramme. Über die finanzielle Unterstützung eines Studiums hinaus legt die Förderung besonderen Wert auf Persönlichkeitsentwicklung, Führungskompetenzen, gesellschaftliche Verantwortung sowie die Vermittlung beruflicher und gesellschaftlicher Erfahrungen.

 

Durch Seminare, Mentoring, Vernetzungsmöglichkeiten und ein umfassendes Begleitprogramm ermutigt die KAS ihre Stipendiatinnen und Stipendiaten, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Im Laufe der Jahre ist daraus ein weitreichendes Alumni-Netzwerk entstanden, dessen Mitglieder wichtige Funktionen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens übernommen haben.

Zwei junge Männer stehen im Freien in Ghana und halten Plakate zur Förderung der Wahlbeteiligung hoch. Die Plakate tragen die Botschaften „Talk is cheap, vote is free“ und „This is your time, make your mark, vote!“. KAS Ghana

Demokratische Teilhabe geht weit über die Stimmabgabe bei Wahlen hinaus. Sie setzt Bürgerinnen und Bürger voraus, die ihre Rechte kennen, sich mit politischen Fragen auseinandersetzen und sich ihrer Möglichkeiten bewusst sind, Entscheidungen zu beeinflussen, die ihre Gemeinschaften und die Zukunft ihres Landes betreffen. Die KAS Ghana legt deshalb besonderen Wert darauf, junge Menschen zu ermutigen, demokratische Prozesse aktiv mitzugestalten, anstatt politische Entscheidungen lediglich hinzunehmen.

 

Durch politische Bildung, Wähleraufklärung, Initiativen zur Jugendbeteiligung und partizipative Dialogformate eröffnet die Stiftung jungen Menschen Möglichkeiten, ihr politisches Bewusstsein zu stärken, ihre Interessen zu artikulieren und mit demokratischen Institutionen in Austausch zu treten. Diese Aktivitäten sollen eine Kultur aktiver Bürgerschaft und dauerhaften politischen Engagements fördern.

Teilnehmende einer Veranstaltung zur Vorstellung des „Journal of Disability Conversations“ in Ghana sitzen in einem Konferenzsaal und lesen die Publikation. Unter ihnen befindet sich ein Mann im Rollstuhl. KAS Ghana

Trotz bestehender gesetzlicher Regelungen und politischer Rahmenbedingungen stehen Menschen mit Behinderungen in Ghana weiterhin vor erheblichen Hürden bei der gleichberechtigten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Teilhabe. Eingeschränkte Barrierefreiheit, eine unzureichende Umsetzung gesetzlicher Schutzbestimmungen und fortbestehende gesellschaftliche Vorurteile hindern sie häufig daran, ihre Rechte umfassend wahrzunehmen und ihren Anliegen Gehör zu verschaffen.


Die KAS Ghana arbeitet mit lokalen Partnern zusammen, um die Inklusion und die gesellschaftliche und politische Repräsentation von Menschen mit Behinderungen zu fördern. Durch öffentliche Informationsveranstaltungen, Plattformen zur Interessenvertretung, Vernetzungsmöglichkeiten und evidenzbasierte Untersuchungen zur Umsetzung politischer Maßnahmen sollen ihre Sichtbarkeit erhöht, bestehende Defizite identifiziert und inklusivere politische und gesellschaftliche Strukturen gefördert werden.

Fundierte politische Entscheidungen und wirksame Reformen erfordern eine verlässliche Wissensgrundlage und einen konstruktiven öffentlichen Diskurs. Die KAS Ghana fördert die Verbindung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und politischem Handeln, damit politische Entscheidungen an den tatsächlichen Bedürfnissen der Gesellschaft ausgerichtet sind und zu einer demokratischen und nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Ein Mann in einem roten Poloshirt sitzt mit zwei Frauen auf einer Holzbank vor einer gelben Hauswand. Er hält einen Notizblock und einen Stift in der Hand und wendet sich einer der Frauen zu. Die beiden Frauen tragen gemusterte Kleidung. KAS Ghana

Wirksame Politikgestaltung beginnt mit einem fundierten Verständnis der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realitäten. Forschung liefert die notwendigen Erkenntnisse, um neue Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, bestehende politische Maßnahmen zu bewerten und öffentliche Debatten über bloße Annahmen, subjektive Wahrnehmungen oder kurzfristige politische Interessen hinauszuführen.


Die KAS Ghana initiiert und unterstützt ein breites Spektrum an Forschungsaktivitäten, darunter Meinungsumfragen, politische und sozioökonomische Studien, Politikfeldanalysen und thematische Forschungspapiere. Durch die Verbindung wissenschaftlicher Expertise, empirischer Daten und praxisorientierter Erkenntnisse tragen diese Veröffentlichungen zu einem informierten öffentlichen Diskurs bei, bieten politischen Entscheidungsträgern Orientierung und schaffen eine fundiertere Grundlage für demokratische Debatten und politische Reformen.

Ein Mann in grüner Militäruniform gestikuliert während eines Gesprächs mit einem Mann im blauen Anzug bei einem Workshop. Beide sitzen an einem Konferenztisch, während sich weitere Teilnehmende im Hintergrund unterhalten. KAS Ghana

Gut ausgestaltete politische Strategien und Regelwerke sind entscheidend, um politische Zielsetzungen in wirksames und nachhaltiges Handeln zu übersetzen. Sie setzen Prioritäten, klären Verantwortlichkeiten, geben Orientierung für die Umsetzung und schaffen die institutionellen und regulatorischen Voraussetzungen für eine langfristige Entwicklung. Ebenso wichtig ist es, dass politische Maßnahmen auf gesellschaftliche Bedürfnisse reagieren, auf fundierten Erkenntnissen beruhen und unter Einbeziehung relevanter gesellschaftlicher Akteure entwickelt werden.


Die KAS Ghana unterstützt die Politikentwicklung, indem sie politische Entscheidungsträger, Fachleute, zivilgesellschaftliche Organisationen und weitere relevante Akteure zusammenbringt, um Herausforderungen zu diskutieren und praxisorientierte Reformansätze zu erarbeiten. Durch fachlichen Dialog, internationale Vergleichsperspektiven, Kompetenzaufbau und politikbezogene Forschung trägt die Stiftung zur Entwicklung und Verbesserung politischer und institutioneller Rahmenbedingungen bei, die demokratische Regierungsführung, wirtschaftliche Chancen, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit stärken.

Traditionelle Autoritäten sind neben den Institutionen der modernen Demokratie weiterhin ein wichtiger Bestandteil des politischen und gesellschaftlichen Systems Ghanas. Mit ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit traditionellen Autoritäten verfolgt die KAS Ghana das Ziel, deren Beitrag zu einer inklusiven Entwicklung zu stärken und auszuloten, wie sich traditionelle Führungsstrukturen und demokratische Prinzipien gegenseitig ergänzen und fördern können.

Gruppenfoto der Teilnehmer eines Workshops zur regionalen Neuordnung in Tamale. Die überwiegend traditionell gekleideten Männer posieren gemeinsam vor einem Veranstaltungsbanner. KAS Ghana

Chiefs nehmen innerhalb des traditionellen Regierungssystems Ghanas eine verfassungsrechtlich anerkannte Stellung ein. Durch ihre Aufgaben in traditionellen Angelegenheiten, der Führung lokaler Gemeinschaften, der Landverwaltung und der Konfliktlösung sind sie wichtige Ansprechpartner für lokale Entwicklungsprozesse und das öffentliche Leben. Das National House of Chiefs und die Regional Houses of Chiefs bilden institutionelle Strukturen für Konsultation, Koordinierung und die Vertretung der Interessen traditioneller Autoritäten.


Seit mehr als drei Jahrzehnten arbeitet die KAS Ghana mit Chiefs und ihren Vertretungsorganen zu Fragen von Führung, Regierungsführung, Dezentralisierung und friedlicher Konfliktlösung zusammen. Diese Kooperation eröffnet Möglichkeiten, Spannungen zwischen traditionellen Praktiken und verfassungsrechtlichen Prinzipien zu thematisieren und die konstruktive Zusammenarbeit zwischen traditionellen Autoritäten, gewählten Institutionen und den Gemeinschaften, denen sie dienen, zu stärken.

Teilnehmerinnen eines Workshops der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ghana sitzen in farbenfroher traditioneller Kleidung an runden Tischen in einem festlich dekorierten Veranstaltungssaal. KAS Ghana

Queen Mothers sind ein integraler Bestandteil des traditionellen Regierungssystems Ghanas und übernehmen wichtige Aufgaben in der Führung lokaler Gemeinschaften, der sozialen Fürsorge, der Bewahrung kultureller Traditionen und der Konfliktvermittlung. Im Vergleich zu ihren männlichen Amtskollegen waren sie historisch jedoch stärkeren Einschränkungen hinsichtlich ihrer institutionellen Repräsentation, ihres Zugangs zu Ressourcen und ihrer Möglichkeiten zur Einflussnahme auf Entscheidungsprozesse ausgesetzt.


Die KAS Ghana setzt sich dafür ein, die Kompetenzen, Netzwerke und öffentliche Sichtbarkeit von Queen Mothers zu stärken und damit ihren wichtigen Beitrag zur Förderung von Frauen und zu einer inklusiven Regierungsführung anzuerkennen. Durch Plattformen für Austausch, Führungskräfteentwicklung und den Dialog mit politischen und traditionellen Institutionen unterstützt die Stiftung Queen Mothers dabei, die Interessen ihrer Gemeinschaften zu vertreten, die Beteiligung von Frauen zu fördern und zur lokalen Entwicklung sowie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beizutragen.

Dialog eröffnet Möglichkeiten, politische und gesellschaftliche Unterschiede zu überbrücken, Ideen auszutauschen und gegenseitiges Verständnis zu fördern. Als zentralen Bestandteil ihrer Arbeit schafft die KAS Ghana Räume für konstruktive Diskussionen und langfristige Verbindungen innerhalb Ghanas und über nationale Grenzen hinweg.

Ein Mann im blauen Anzug spricht an einem Rednerpult beim Dialogforum „Let's Talk“ der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ghana über illegalen Bergbau, Menschenrechte und den Schutz lokaler Gemeinschaften. KAS Ghana

Ein offener und inklusiver öffentlicher Dialog ist eine wesentliche Voraussetzung für eine lebendige demokratische Gesellschaft. Er ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, sich mit politischen Entwicklungen auseinanderzusetzen, ihre Anliegen zum Ausdruck zu bringen, bestehende Sichtweisen kritisch zu hinterfragen und sich an Diskussionen zu beteiligen, die politische Entscheidungen beeinflussen. Solche Plattformen sind besonders wichtig für Menschen und Gemeinschaften, deren Stimmen in formellen politischen Prozessen häufig unterrepräsentiert sind.


Durch öffentliche Foren, Konferenzen, lokale Dialogveranstaltungen und thematische Diskussionen bringt die KAS Ghana Bürgerinnen und Bürger, Fachleute, politische Vertreter und zivilgesellschaftliche Akteure zusammen, um unterschiedliche Perspektiven auf aktuelle Fragestellungen auszutauschen. Diese Aktivitäten verbinden politische Bildung und öffentliche Sensibilisierung mit Möglichkeiten zur aktiven Beteiligung. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, gesellschaftliche Anliegen zu identifizieren, fundierte Debatten anzuregen und wichtige politische Fragen in die öffentliche Diskussion einzubringen.

Gruppenfoto einer internationalen Delegation mit Frauen und Männern in formeller Kleidung im Foyer des Bundesministeriums. KAS Ghana

Internationaler Dialog und persönlicher Austausch sind von zentraler Bedeutung für den Aufbau langfristiger Partnerschaften und gegenseitigen Verständnisses über Ländergrenzen hinweg. Die KAS Ghana organisiert Dialogprogramme, die politische Führungspersönlichkeiten, institutionelle Vertreter, zivilgesellschaftliche Akteure und Fachleute mit ihren jeweiligen Partnern in Deutschland, Europa, anderen afrikanischen Ländern und darüber hinaus zusammenbringen.


Durch Delegationsreisen, Fachbesuche und gemeinsame Diskussionen erhalten die Teilnehmenden unmittelbare Einblicke in unterschiedliche politische Systeme, institutionelle Praktiken und gesellschaftliche Realitäten. Diese Begegnungen erweitern Perspektiven, fördern gegenseitiges Lernen und stärken persönliche wie institutionelle Beziehungen. Indem die KAS Brücken zwischen Ländern und Regionen baut, trägt sie zu einer internationalen Zusammenarbeit bei, die auf Vertrauen, gemeinsamen Erfahrungen und konstruktivem Dialog beruht.

Rechtsstaatlichkeit schützt grundlegende Rechte, begrenzt willkürliche Machtausübung und gewährleistet die Rechtssicherheit, auf die eine Demokratie angewiesen ist. Die KAS Ghana betrachtet starke verfassungsrechtliche Prinzipien sowie eine zugängliche und unabhängige Justiz als wesentliche Grundlagen für verantwortungsvolle Regierungsführung und das Vertrauen der Bevölkerung in staatliche Institutionen.

Gruppenfoto der Teilnehmenden eines Seminars zur Untersuchung und Strafverfolgung internationaler Verbrechen, organisiert von der Konrad-Adenauer-Stiftung und den Vereinten Nationen in Ghana. KAS Ghana

Funktionsfähige rechtsstaatliche Institutionen sind in der Praxis auf fachliche Expertise, funktionierende Justiz- und Strafverfolgungssysteme, eine solide Gesetzgebung und wirksame verfassungsrechtliche Schutzmechanismen angewiesen. Die Stärkung dieser Voraussetzungen erfordert kontinuierliche Weiterbildung, institutionelle Zusammenarbeit und eine sorgfältige Auseinandersetzung mit sich wandelnden rechtlichen und politischen Herausforderungen.


Die KAS Ghana unterstützt die Stärkung rechtlicher und verfassungsrechtlicher Institutionen durch Kompetenzaufbau, fachliche Fortbildungen, politischen Dialog sowie nationalen und internationalen Austausch. Ihre Aktivitäten bringen Juristinnen und Juristen, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, Vertreterinnen und Vertreter der Justiz, politische Entscheidungsträger und Fachleute zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, berufliche Kompetenzen zu stärken und rechtliche sowie institutionelle Reformen zu diskutieren. Durch die Begleitung von Verfassungsreformprozessen, die Förderung des Dialogs über gesetzgeberische und justizielle Entwicklungen sowie die Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen Institutionen und über Ländergrenzen hinweg trägt die Stiftung zu einem wirksameren, rechenschaftspflichtigen und widerstandsfähigen Rechtsstaat bei.

Wirtschaftliche Chancen und demokratische Teilhabe sind eng miteinander verbunden. Geleitet von den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft fördert die KAS Ghana Unternehmertum, wirtschaftliche Inklusion und Rahmenbedingungen, unter denen sich wirtschaftliche Freiheit und soziale Verantwortung gegenseitig ergänzen. Damit leistet sie einen Beitrag zu nachhaltigem Wohlstand, an dem breite Teile der Bevölkerung teilhaben können.

Ein Referent hält einen Vortrag über landwirtschaftliche Projekte und Programme bei einem Forum zu Unternehmertum und Innovation in Ghana. Zahlreiche Teilnehmende verfolgen die Präsentation in einem Konferenzsaal. KAS Ghana

Unternehmertum und Innovation sind wichtige Triebkräfte wirtschaftlicher Entwicklung, der Schaffung von Arbeitsplätzen und des sozialen Aufstiegs, insbesondere für Ghanas wachsende junge Bevölkerung. Junge Unternehmen stehen jedoch häufig vor erheblichen Herausforderungen, darunter ein eingeschränkter Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten, komplexe Verwaltungsverfahren, unzureichende Unterstützungsstrukturen und Schwierigkeiten beim Eintritt in wettbewerbsintensive Märkte.


Die KAS Ghana unterstützt Start-up-Ökosysteme und unternehmerische Initiativen, um jungen Unternehmerinnen und Unternehmern dabei zu helfen, tragfähige Geschäftsideen zu entwickeln, ihre beruflichen Kompetenzen zu stärken und Zugang zu Netzwerken und wirtschaftlichen Chancen zu erhalten. Durch die Förderung unternehmerischer Initiative und günstigerer Rahmenbedingungen für die Unternehmensentwicklung sollen wirtschaftliche Potenziale erschlossen und mehr Menschen die Teilhabe am ghanaischen Privatsektor ermöglicht werden.

Ein Mann im grauen Anzug spricht bei einer Pressekonferenz in Takoradi, Ghana, in ein Mikrofon. Im Vordergrund ist er unscharf zu sehen, während das Kameradisplay seine Rede deutlich zeigt.

Ein starker und dynamischer Privatsektor ist eine wesentliche Voraussetzung für nachhaltiges Wirtschaftswachstum, die Schaffung von Arbeitsplätzen und wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten. Private Unternehmen treiben Innovationen voran, schaffen Beschäftigung und tragen zur wirtschaftlichen Diversifizierung und zum Wohlstand bei. Im Einklang mit den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft betrachtet die KAS unternehmerische Freiheit, fairen Wettbewerb und soziale Verantwortung als grundlegende Voraussetzungen für eine inklusive und nachhaltige Entwicklung.


Die KAS Ghana unterstützt die Entwicklung des Privatsektors, indem sie den konstruktiven Dialog zwischen Unternehmen, politischen Entscheidungsträgern und weiteren relevanten Akteuren fördert, sich für günstige regulatorische und institutionelle Rahmenbedingungen einsetzt und Unternehmertum sowie wirtschaftliche Teilhabe stärkt. Durch den Abbau struktureller Hindernisse, die Stärkung unternehmerischer Interessenvertretung und Beiträge zu marktwirtschaftlich orientierten Reformen möchte die Stiftung Bedingungen schaffen, unter denen Unternehmen erfolgreich wirtschaften können und wirtschaftliche Chancen breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich werden.

Teilnehmende der West African Clean Energy and Environment Trade Fair (WACEE) betrachten verschiedene Materialproben an einem Messestand. Zwei Frauen in blauer Arbeitskleidung und Schutzhelmen erläutern die ausgestellten Produkte. KAS Ghana

Nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung erfordert neue Ansätze im Umgang mit Ressourcen sowie bei Produktion und Konsum. Ökologische Herausforderungen wie die Verschmutzung durch Plastikabfälle eröffnen zugleich Möglichkeiten für Innovation, Unternehmertum und die Entwicklung kreislaufwirtschaftlicher Modelle, die Abfälle reduzieren und vorhandene Ressourcen effizienter nutzen.


Die KAS Ghana ermutigt junge Menschen, die Zusammenhänge zwischen ökologischer Verantwortung, Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Innovation zu erkunden. Durch Bildungsinitiativen und kreative Wettbewerbe fördert die Stiftung das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln und regt junge Menschen dazu an, praktische Ideen für Recycling, Ressourceneffizienz und innovative Lösungen für ökologische Herausforderungen zu entwickeln.

Kirchen und kirchliche Organisationen gehören seit den Anfangsjahren zu den wichtigen Partnern der KAS Ghana. Ihre tiefe Verwurzelung in lokalen Gemeinschaften und ihr Engagement für gesellschaftliche Verantwortung machen sie zu wertvollen Partnern bei der Förderung demokratischer Werte, bürgerschaftlichen Engagements und inklusiver Entwicklung.

Vier Frauen sitzen an einem Holztisch in einem hellen Raum. Zwei Frauen in weißer Kleidung und Kopftüchern sprechen mit zwei weiteren Frauen, während eine von ihnen Notizen auf einem Blatt Papier macht.

Die Christian Mothers Association (CMA) gehört zu den ältesten institutionellen Partnern der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ghana. Die Zusammenarbeit reicht bis zu den ersten Aktivitäten der Stiftung im Land in den 1960er-Jahren zurück.


Die Organisation ist fest in lokalen Gemeinschaften verwurzelt, insbesondere im ländlichen Raum, und hat eine wichtige Rolle bei der Stärkung der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Teilhabe von Frauen gespielt. Über die Jahrzehnte haben die KAS und die CMA gemeinsam daran gearbeitet, Frauen zu stärken, bürgerschaftliches Engagement zu fördern und ihnen mehr Möglichkeiten zu eröffnen, ihre Familien, Gemeinschaften und die Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

Zwei Männer reichen sich bei einem Workshop zum Kirchenmanagement in Accra, Ghana, die Hand und halten gemeinsam eine Urkunde vor dem Veranstaltungsbanner der Ghanaischen Bischofskonferenz. KAS Ghana

Die katholische Kirche ist seit Langem eine einflussreiche Institution in der ghanaischen Gesellschaft, deren Wirken weit über das religiöse Leben hinausreicht. Durch ihr umfassendes Netzwerk aus Diözesen, Gemeinden, Schulen, Gesundheitseinrichtungen und sozialen Organisationen erreicht sie Gemeinschaften im ganzen Land und leistet bedeutende Beiträge zu Bildung, gesellschaftlicher Entwicklung und öffentlichem Diskurs.


Die Ghana Catholic Bishops' Conference vereint die katholischen Bischöfe des Landes und bietet einen institutionellen Rahmen, um sich mit Fragen von nationaler und gesellschaftlicher Bedeutung auseinanderzusetzen. Ihr Engagement für Gerechtigkeit, Frieden, Regierungsführung und gesellschaftliche Verantwortung macht sie zu einem wichtigen Partner der demokratischen Entwicklung. Die langjährige Zusammenarbeit der KAS Ghana mit katholischen Institutionen baut auf deren gesellschaftlicher Verankerung auf und verbindet politische Bildung, bürgerschaftliches Engagement, Dialog und die Förderung demokratischer Werte.

Frieden und Sicherheit sind unverzichtbare Voraussetzungen für demokratische Stabilität und nachhaltige Entwicklung. Angesichts zunehmend miteinander verflochtener Sicherheitsrisiken versteht die KAS Ghana Friedensförderung als gemeinsame Verantwortung, die die Widerstandsfähigkeit staatlicher Institutionen mit dem Wohlergehen und Zusammenhalt lokaler Gemeinschaften verbindet.

Gruppenfoto von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Kirche und Gesellschaft bei einer Konferenz zur Sahel-Friedensinitiative in Ghana. Die Teilnehmenden stehen gemeinsam auf einer Bühne vor einem Veranstaltungsbanner. KAS Ghana

Ghana steht vor vielfältigen Sicherheitsherausforderungen, die über konventionelle Bedrohungen hinausgehen und eine Zusammenarbeit über institutionelle und nationale Grenzen hinweg erfordern. Dazu gehören gewaltbereiter Extremismus und Terrorismus, organisierte Kriminalität, Waffen- und Menschenhandel, illegale Rohstoffgewinnung sowie neue Bedrohungen im Zusammenhang mit digitalen Technologien und Cybersicherheit. Regionale Instabilität, grenzüberschreitende Bewegungen und Entwicklungen in den Nachbarländern unterstreichen zusätzlich die Bedeutung einer wirksamen Sicherheitszusammenarbeit und widerstandsfähiger Institutionen.


Auf lokaler und regionaler Ebene befasst sich die KAS Ghana zudem mit Herausforderungen im Zusammenhang mit sozialer Kohäsion, Migration sowie Auseinandersetzungen um Land und natürliche Ressourcen. In Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und Sicherheitsinstitutionen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und lokalen Akteuren fördert die Stiftung Dialog, Kompetenzaufbau, Konfliktprävention und regionale Kooperation. Ihre Aktivitäten zielen darauf ab, das friedliche Zusammenleben zu stärken, den Umgang mit sich wandelnden Sicherheitsbedrohungen zu verbessern und zu langfristiger Stabilität und demokratischer Widerstandsfähigkeit beizutragen.

Demokratie ist nicht nur auf Wahlen angewiesen, sondern auch auf Institutionen, die in der Lage sind, die Interessen der Bevölkerung zu vertreten, politische Verantwortung wahrzunehmen und die Ausübung staatlicher Macht wirksam zu kontrollieren. Die Arbeit der KAS Ghana zielt darauf ab, die langfristige Widerstandsfähigkeit und Legitimität des demokratischen Systems Ghanas zu stärken.

Gruppenfoto von fünf Männern in Anzügen bei einem Treffen deutscher und ghanaischer Vertreter in einem Innenraum.

In Ghanas Mehrparteiendemokratie erfüllen politische Parteien, das Parlament und die Exekutive unterschiedliche, aber eng miteinander verbundene Funktionen. Ihre organisatorischen Fähigkeiten, internen Verfahren, Führungsstrukturen und Beziehungen zur Bevölkerung prägen die Qualität politischer Repräsentation, parlamentarischer Kontrolle und politischer Entscheidungsfindung.


Die KAS Ghana unterstützt diesen Prozess durch die Zusammenarbeit mit politischen Parteien, parlamentarischen und exekutiven Institutionen sowie weiteren Akteuren innerhalb des demokratischen Systems Ghanas. Ihre Aktivitäten konzentrieren sich auf institutionelle und organisatorische Entwicklung, politische Führung, Kompetenzaufbau sowie den Austausch von Erfahrungen und bewährten Verfahren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung politischer Parteien als unverzichtbare Vermittler zwischen Bevölkerung und Staat, der Verbesserung institutioneller Leistungsfähigkeit und der Förderung demokratischer Rechenschaftspflicht. Durch Dialog und langfristige Partnerschaften trägt die KAS dazu bei, Institutionen zu stärken, die konstruktiv auf sich wandelnde politische und gesellschaftliche Herausforderungen reagieren können.


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Kontaktpersonen

Lawrencia A. Pomaa

Lawrencia A. Pomaa
Programmkoordinatorin
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