Veranstaltungsberichte

Ohne Netz bist du nichts

Vortrag und Diskussion mit Dr. Frank Überall

Was in der realen Welt schon lange gilt, überträgt sich zunehmend auf das digitale Leben: Soziale Netzwerke können ohne aufwändige Ressourcen Kooperation fördern und Transparenz herstellen. Gleichzeitig darf man aber die Gefahr der Korruption und des Missbrauchs von Daten nicht unterschätzen. Das virtuelle "Netzwerken 2.0" bedarf deshalb einer reflektierten Herangehensweise.

Dr. Frank Überall hat über das Thema „Der Klüngel in der politischen Kultur Kölns“ promoviert und beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Kooperation, Netzwerken und Korruption sowie mit der politischen Kulturforschung. In seinem Vortrag ist er auf drei Fragen eingegangen – Wie kann man den Begriff „Klüngel“ definieren? Wie funktionieren die Netzwerke? Und wie kann die Korruption in Netzwerken entstehen?

Nach Meinung des Autors ist die Grenze zwischen Netzwerken und Korruption oft fließend oder gar nicht sichtbar, was die Korruption sehr erleichtert.

Der Referent ging außerdem auf die Frage ein, wie soziale Netzwerke funktionieren. Das Internet sei unsere Realität, so Überall. Der Autor berichtete, dass 72% der deutschen Bevölkerung aktive Internetnutzer und davon 43% aktive Nutzer des größten sozialen Netzwerkes Facebook sind. Facebook sei ein modernes Werkzeug für Kommunikation, so Überall. Soziale Netzwerke erleichtern die Ausbreitung der Information und reduzieren die Kosten. Aber Überall sieht auch Gefahren in diesem neuen Medium. Seiner Meinung nach kann die massive Entwicklung von sozialen Netzwerken eine Nachrichtenüberflutung auslösen. Dabei findet der Informationsaustausch in sozialen Netzwerken auf rein emotionaler Ebene statt, was die Manipulationen der Öffentlichkeit und Korruption im Allgemeinen sehr erleichtert. Die Privatsphäre wird ebenfalls durch den starken Wachstum von sozialen Netzwerken beeinflusst, was Auswirkungen auf Korruption haben kann.

Frank Überall www.wdr.de