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Veranstaltungsberichte

Politik im digitalen Wandel – Was die politischen Kampagnen dieses Jahres über die Zukunft verraten

von Thomas Ehlen

Eine Bilanz des Wiesbadener Tischgesprächs und des Darmstädter Gesprächs vom 25. Oktober 2021

Dr. Isabelle Borucki erläuterte die Anforderungen an zeitgemäße politische Kampagnen: Sie seien darauf angewiesen, auf vielen Kanälen sämtliche „ausdifferenzierte Zielgruppen“ anzusprechen und vielfältige Interaktionen – einschließlich Debatten und Disputen – anzuregen. Insbesondere da der Gesetzgeber aus vielen guten Gründen die finanziellen Möglichkeiten der Parteien beschränke, stehen – so Borucki – nur „geringe Ressourcen“ bereit, um in einer „multioptionalen Medienwelt“ Bürgerinnen und Bürger zu erreichen.

„Die meisten Menschen – so sie nicht AfD-Wähler sind – vertrauen in hohem Maße traditionellen Medien“, erläuterte die derzeit in Siegen lehrende Politikwissenschaftlerin. Zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger äußerten Sorge über Falschinformationen und Hassbotschaften. Dennoch lese nur jeder dritte Erwachsene eine Tageszeitung. Eine steigende Zahl von Personen abonniere die Zeitung als „E-Paper“ oder sehe sich die Tagesschau zeitversetzt in der Mediathek an. Diese Entwicklung kennzeichnete Borucki als „Medienkonvergenz“.

Eine steigende Zahl nicht nur junger Manschen vertraue Informationen aus der Welt der Social Media, „für viele keine Spielwiese, sondern häufig die einzige Quelle“. Nicht nur aus diesem Grund forderte Borucki: „Wir brauchen mehr Regularien. Denn nicht die Staaten oder die Europäische Union, sondern die Plattformen haben die Macht. Facebook macht sich einen schlanken Fuß, wenn dieses Unternehmen seine journalistische Rolle und somit seine politische Verantwortung leugnet.“

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