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India and the Art of Strategic Balance

Dr. Pradnya Bivalkar

Alexander Stubb, the Finnish president, in his book The Triangle of Power argues that the interplay between the Global West, the Global East and the Global South will shape the world to come. What he had not foreseen at the time when he wrote the book was the rapid unravelling of the Global West into two different entities: the United States and the rest of the historical West driven by their own security challenges and political goals. Exactly this – the unravelling of the collective West, the ensuing rupture, a falling out – was in full display at the recently concluded edition of the Raisina Dialogue. The framing of this year’s convening, Saṁskāra, Sanskrit for a civilisational tool, a statement of continuity that allows societies to assert their truth, accommodate their contradictions, and advance through refinement, proved to be a perfect framing as global leaders attempted to do a balancing act between Assertion, Accommodation and Advancement.

Rohstoffe der Zeitenwende: Deutschland & Indien als strategische Partner für resiliente Lieferketten

Ein Impuls von Yilmaz Akkoyun im Nachgang zum Raisina Dialog 2026

Der Raisina Dialog in Neu-Delhi hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten geopolitischen Konferenzformate weltweit entwickelt. Organisiert vom indischen Außenministerium und der Observer Research Foundation, bringt die Konferenz jährlich Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft, Militär und Thinktanks aus allen Teilen der Welt zusammen. Beim Raisina Dialog 2026, der im Schatten der eskalierenden geopolitischen Spannungen rund um Iran und den Nahen Osten stattfand, wurde zugleich deutlich, dass Rohstoffe und Lieferketten zu den zentralen strategischen Themen der kommenden Jahre gehören. In zahlreichen wirtschaftspolitischen Panels und Hintergrundgesprächen standen Fragen zur Versorgung mit kritischen Mineralien im Mittelpunkt. Lithium, Nickel, Kupfer oder Seltene Erden bilden die Grundlage zentraler Zukunftstechnologien – von Elektromobilität über erneuerbare Energien bis hin zu Halbleitern und militärischen Anwendungen.

EU–India Cooperation: From Trade to Strategic Co-Creation

Mr. Kevin Bayer

Der Raisina Dialogue 2026 fand in einer Phase außergewöhnlicher geopolitischer Dynamik statt. Nur wenige Tage nach der politischen Einigung über das EU–Indien-Freihandelsabkommen und während anhaltender militärischer Eskalationen rund um den Irankonflikt diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung beim Side-Event „The Asia Bridge: Trade & Beyond – EU-India Defence Tech and Industry“ über die strategischen Implikationen der Partnerschaft. Die Diskussion machte deutlich, dass die Beziehungen zwischen Europa und Indien weit über Handelsfragen hinausgehen. In einer Welt wachsender geopolitischer Spannungen und zunehmender wirtschaftlicher Fragmentierung wird die Kooperation zwischen beiden Akteuren zunehmend als strategischer Baustein einer regelbasierten internationalen Ordnung gesehen.

Die Raisina-Methode

Dr. Tobias Scholz

Einmal im Jahr lädt der indische Think Tank Observer Research Foundation (ORF) internationale Gäste zum Raisina Dialog in Neu-Delhi ein. Seit seiner ersten Ausgabe 2016 hat sich die Konferenz zu einer der größten Dialog-Plattformen weltweit entwickelt. Der Raisina Dialog ist jedoch mehr als nur eine weitere Sicherheitskonferenz. Vielmehr bietet der Raisina Dialog Einblicke in Neu-Delhis außenpolitische Machtinszenierung, Indiens Stil der Netzwerkpflege auf politischer Ebene und die Praxis des indischen Multialignment.

IMAGO / SNA

Putin zu Besuch in Neu Delhi

Zwischen Fotoshooting und unangenehmen Themen

Am 4. Dezember wird der russische Machthaber Putin das erste Mal seit dem Beginn der Invasion auf die Ukraine in Neu Delhi erwartet. Indien und Russland verbindet eine lange zurückreichende Freundschaft, doch für die Modi-Administration ist dieser Staatsbesuch keine Selbstverständlichkeit. Indien muss als größte Demokratie der Welt und aufstrebende Weltmacht um seine internationale Reputation bedacht sein und gleichzeitig seine eigenen Interessen in Bezug auf Russland im Blick behalten. Zuletzt hatten die von US-Präsident Trump hart kritisierten Öl-Importe für Turbulenzen gesorgt. Regelmäßig demonstrieren Personen vor der russischen Botschaft, weil Angehörige von ihnen von dubiosen Agenturen in den Dienst der russischen Truppe verbracht wurden. Andererseits hat Moskau zuletzt einen vollständigen Tech-Transfer zum Bau der Su-57 angeboten und eine eigene indische Produktion in Aussicht gestellt. Für Putin besteht in Indien die Chance, sich auf internationaler Bühne zu präsentieren und Handlungsfähigkeit zu demonstrieren – doch das ist kein Selbstläufer.

IMAGO / Depositphotos

Indiens junge Demografie und alte Demokratie

Warum die politische Repräsentation in Indien vor Herausforderungen steht

Rund um Indien sind politische Systeme im Umbruch, wobei in Nepal kürzlich beobachtet werden konnte, wie die junge Generation gegen die gesamte Parteienlandschaft bzw. gegen die aus ihrer Sicht überalterte politische Klasse rebellierte. Auch Indienreisenden fällt sofort auf, dass das Land eine junge Bevölkerung hat. Kinder, Teenager und Menschen in ihren Dreißigern prägen das Straßenbild. Die indische Politik hingegen wird in erster Linie von älteren Herren verkörpert. Doch lässt sich dieses Phänomen statistisch erfassen? Klaffen die junge Demografie des Landes und die vermeintlich deutlich ältere politische Klasse weiter auseinander, als es in anderen Ländern der Fall wäre?

Vecteezy / rgaywala

Gibt es Südasien?

Bestandsaufnahme einer notorisch schlecht vernetzten Region

Die Menschen in Indien sind sich bewusst, dass sie als Teil des Kontinents Asien wahrgenommen werden. Doch obwohl ihr Heimatland in Asien liegt, hat sich kein Selbstverständnis als Asiaten herausgebildet. Wenn Inder „asiatisch“ Essen gehen, dann meint dies die chinesische oder japanische Küche. Auch Südasien ist eine Fremdbezeichnung, die nach der Unabhängigkeit von Britisch-Indien aufkam. Es ist der sprachliche Versuch die Region, die man zuvor Indien nannte, nicht auf die Republik Indien zu reduzieren. Südasien wird als geografischer Raum in Deutschland vielfach unterschätzt. Während der Fokus darauf gerichtet ist, wann Afrika die 2 Mrd.-Marke erreicht, leben in Südasien bereits 2,02 Mrd. Menschen, wenn man Indien, Pakistan, Bangladesch, Myanmar, Afghanistan, Sri Lanka, Nepal, Bhutan und die Malediven zusammenrechnet . Doch kann man diese Staaten überhaupt als Südasien titulieren? Der nachfolgende Länderbericht ist ein Realitätscheck eines Begriffs.

CANVA Ai Image Generator / Elias Marini-Schäfer

Ende des Hindu-Nationalismus oder Rückkehr der Kastenpolitik?

Lehren aus den indischen Parlamentswahlen

In zahlreichen Artikeln deutscher Medien nach den indischen Parlamentswahlen wurden die verlorenen Sitze und somit der Verlust der alleinigen Mehrheit der Bharatiya Janata Partei (BJP) im Unterhaus des indischen Parlaments als Sieg der Demokratie und als deutliches Zeichen des Widerstands der indischen Bevölkerung gegen den Hindu-Nationalismus der BJP analysiert. So titelte beispielsweise Focus Online: „Indien entscheidet sich gegen Hindu-Nationalismus und autoritäre Tendenzen“[i]. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung titelte: „Gewonnen hat statt Modi die Demokratie“[ii]. Doch haben die Wähler sich tatsächlich explizit gegen die Hindutva-Ideologie der BJP entschieden? Hat die BJP den hindunationalistischen Bogen überspannt? Der folgende Artikel versucht, Antworten auf diese Fragen zu finden und zu erklären, warum das Ergebnis der Parlamentswahlen weit mehr war als ein Votum gegen Hindutva[1] und vermeintliche autoritäre Tendenzen.

Konrad Adenauer School for Young Politicians KASYP Batch 16 (2025-2026)

Programme Information

The Konrad Adenauer School for Young Politicians (KASYP) is a capacity-development programme implemented by the Regional Programme Dialogue Asia of the Konrad Adenauer Stiftung (KASPDA) since March 2010. Applications for the Konrad Adenauer School for Young Politicians (KASYP) - Batch 16 are open until 31st of August 2024. The application form should be emailed to Mr. Rey Uzhmar C. Padit (rey.padit@kas.de; kasyp.singapore@gmail.com).

IMAGO / ZUMA Press Wire

Götterdämmerung in Indien?

Eine Analyse der indischen Parlamentswahlen

Indien hat gewählt und der Premierminister heißt erneut Narendra Damodardas Modi. Entgegen den letzten Wahlprognosen musste die Bharatiya Janata Party (BJP) von Premierminister Modi jedoch deutliche Sitzverluste hinnehmen. Hatte die BJP im Jahr 2019 noch einen erdrutschartigen Sieg mit 303 Sitzen errungen, so kam sie diesmal auf 240 Sitze. Im 543 Sitze zählenden Unterhaus, der Lok Sabha, kann die BJP damit nicht mehr allein regieren, die absolute Mehrheit wäre mit 272 Sitzen erreicht. Modi wird sich nun zum ersten Mal auf seine Koalitionspartner aus der Nationalen Demokratischen Allianz (NDA) stützen müssen, um eine Regierung zu bilden. Das Parteienbündnis erhielt insgesamt 292 Stimmen. Indien kehrt nun nach einer jahrzehntelangen Unterbrechung zu einer Koalitionsregierung zurück - ein Modell, das Modi weder während seiner drei Amtszeiten als Ministerpräsident des Bundesstaates Gujarat noch während seiner zwei Amtszeiten als Premierminister kennengelernt hat.