Top of the Blogs 2019

Soziale Medien boomen in Afrika. Millionen Menschen schreiben Blogs, teilen Fotos, Videos oder Insiderinformationen über aktuelle Ereignisse in ihrem Land. Als kleinen Überblick über aktuelle Themen der Blogger-Szene stellen wir jeden Freitag unsere "Top of the Blogs" für Sie zusammen - interessante neue Blog-Artikel über Medien, Kultur, Politik, Gesellschaft und Aktuelles aus ganz Afrika.

Top of the Blogs 2019 #10

Überblick: 1. bis 7. Juni 2019

In dieser Woche werfen wir in unserer Rubrik Top of the Blogs gleich zweimal einen Blick auf die Demokratische Republik Kongo: erneut ist ein überbeladenes Boot auf dem Lake Mai Ndombe untergegangen. Außerdem wird der Präsident des Landes mit der Ernennung des neuen Premierministers arbeitsfähig – und muss sich um die Probleme des Landes kümmern. Im Sudan erhöht die Afrikanische Union mit der Suspendierung des Landes den Druck zur Bildung einer Übergangsregierung. Zum Schluss geht es in dieser Woche um die Luftverschmutzung in afrikanischen Städten – und der Herausforderung, diese überhaupt zu messen.

Demokratische Republik Kongo: neuer Präsident - alteingesessener Premierminister

Theconversation.com

Über vier Monate lang hatte die Demokratische Republik Kongo keinen Premierminister – nun übernimmt Sylvestre Ilunga Ilukamba den Posten. Ilunga findet sich in seiner neuen Rolle in einer angespannten Situation zwischen der Partei des Präsidenten Felix Tshisekedi, der „Union for Democracy and Social Progess“, und der „Party for Reconciliation and Democracy“, der Partei des früheren Präsidenten Joseph Kabila, wieder. Mit der Ernennung seines Premierministers wird Präsident Tshisekedi nun arbeitsfähig und muss eine politische Agenda zur Lösung der vielen Probleme, wie etwa der Armut und dem Ebola-Ausbruch im Norden des Landes, setzen.

Boot kentert im Kongo

Africablogging.org

In der vergangenen Woche ist in der Demokratischen Republik Kongo ein Boot mit knapp 300 Insassen auf dem See Mai Ndombe gekentert, vermutlich 30 von ihnen kamen dabei ums Leben. Die Unfälle auf Kongos Gewässern häufen sich in der vergangenen Zeit. Die Gründe: Die Boote sind überladen und in schlechtem Zustand, Sicherheitsvorkehrungen werden nicht eingehalten. #AfricaBlogging-Mitarbeiter Nsenga Kola kritisiert, dass es der Bevölkerung an Alternativen mangelt, sich im Land fortzubewegen – und sieht die zuständigen Behörden in der Pflicht.

Krise im Sudan: Eine Chance für die Afrikanische Union

Theconversation.com

Der Friedens- und Sicherheitsrat der Afrikanischen Union (AU) hat den Sudan vorläufig aus der Organisation ausgeschlossen, bis eine zivil geführte Übergangsregierung gebildet wird. Im April 2019 hatte das Militär nach monatelangen Protesten der Bevölkerung den sudanesischen Präsidenten Omar al-Bashir gestürzt. Bislang ist es Opposition und Militärführung nicht gelungen, eine Übergangsregierung zu bilden. Nachdem das Militär nun gegen zivile Proteste mit Gewalt vorgegangen ist, hat die Afrikanische Union mit der Suspendierung des Sudans den Druck erhöht - und geht so den einzig richtigen Weg, schreibt Adem Abebe auf The Conversation: Die schwierige Situation im Sudan könne die Afrikanische Union nutzen, um sich bei der Unterstützung von afrikanischen Ländern in Krisensituationen zu beweisen.

Wie schlimm die Luftverschmutzung in Afrika ist

Qz.com

Die Luftverschmutzung in afrikanischen Städten ist enorm. Wie schlecht die Qualität der Luft allerdings wirklich ist, darüber lässt sich kaum etwas sagen. Das belegt ein neuer UNICEF Report, der zum Weltumwelttag am vergangenen Mittwoch herausgegeben wurde. Nur 6 % der Kinder in ganz Afrika leben im Umkreis von 50 km einer Messstation, mit der die Luftverschmutzung überhaupt gemessen werden kann. Yomi Kazeem spricht in ihrem Artikel über die Gefahren der Luftverschmutzung.

Top of the Blogs 2019 #9

Überblick: 20. bis 24. Mai 2019

Während in Malawi die Stimmen der Wahlen noch gezählt werden, warten die Südafrikaner bereits darauf, dass ihr alter und neuer Präsident Ramaphosa sein Kabinett verkündet. Drei Professoren aus Johannesburg erklären, wer und was nötig ist, um Südafrika voranzubringen. Wir werfen in dieser Ausgabe von Top of the Blogs außerdem einen Blick darauf, wie in Uganda mit dem Recht auf Versammlungsfreiheit umgeht und enden mit der traurigen Nachricht über den Tod des bedeutenden Kenianischen Intellektuellen Binyavanga Wainaina.

Wahlen in Malawi: Zu knapp, um es vorauszusagen

Africablogging.org

Malawi hat gewählt. Die finalen Ergebnisse sind derzeit noch nicht veröffentlicht, aber nachdem 75 % der Stimmen ausgezählt wurden zeigt sich eins: Es ist ein knappes Ergebnis. Malawis derzeitiger Praesident, Peter Mutharika, liegt mit etwa 40 % der Stimmen vorne. #AfricanBlogging-Journalist Jimmy Kainja hat ein solches Kopf-an-Kopf-Rennen der drei Kandidaten erwartet.

Ramaphosas Kabinett: Wer und was benötigt wird, um das kränkelnde Südafrika zu heilen

Theconversation.com

Seit dieser Woche hat Südafrika auch offiziell einen neuen Präsidenten: Cyril Ramaphosa. Das Land erwartet die Vorstellung seines Kabinetts mit Spannung. Mzukisi Qobo, Cheryl Hendricks and Seán Muller, alle drei Professoren an der Universität Johannesburg, sehen Ramaphosa in der Pflicht, in seiner nächsten Amtszeit deutliche Verbesserungen zu erreichen – im Idealfall mit der Hilfe eines Kabinetts, in dem sowohl alte als auch neue Gesichter ihren Platz finden.

Versammlungsfreiheit: Eine Versammlung ist nicht legitimer als die andere

Africablogging.org

“Therefore, if you want to assemble publically or to procession, it must be for a legitimate reason.” Diese Worte schreibt der ugandische Präsident Yoweri Kaguta Museveni Gen kürzlich auf seiner Webseite. Masake Anthony von #AfricaBlogging kritisiert Museveni für diese Aussage – und dessen Einstellung gegenüber der Versammlungsfreiheit, die allerdings von einem umstrittenen Gesetz gestützt wird. Anthony zufolge könnten Bürgerinnen und Bürgers ihre demokratischen Rechte nicht gleichermaßen Genießen, wenn manche Versammlungen „legitimer“ seien als andere.

Binyavanga Wainainas größtes Vermächtnis ist es, die Afrikaner herauszufordern, ihre Vorstellungskraft zu befreien

Qz.com

Afrika trauert um Binyavanga Wainaina. Der preisgekrönte Autor und Journalist ist diese Woche im Alter von 48 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben. Weltweit schätzten ihn Menschen für seinen Einsatz, wenn es um die Rechte von Homo- und Bisexuellen ging. Der Kenianer, der durch seinen „eigenwilligen“ Kleidungsstil auffiel, rief immer wieder durch seine Werke zum politischen Handeln auf. In seinem Nachruf beschreibt Abdi Latif Dahir Wainaina als „einen originellen Konträr, einen scharfer Intellektueller und einem wunderschönen Schriftsteller mit übernatürlicher Schönheit.“

Top of the Blogs 2019 #8

Überblick: 4. bis 10. Mai 2019

Die Südafrikaner stellten sich diese Woche an, um an der sechsten Wahl des Landes seit dem Ende der Apartheid vor 25 Jahren teilzunehmen. Wir werfen einen Blick auf junge Wähler, die Rolle des lokalen Radios und die Herausforderung, zu entscheiden, wen man wählen soll. Südafrika ist jedoch nicht das einzige Land, das sich mit demokratischen Themen auseinandersetzt. In Benin haben Sicherheitskräfte auf Demonstranten geschossen, die gegen die fehlerhaften Parlamentswahlen des Landes protestiert haben. Wir beenden diese Ausgabe von "Top of the Blogs" mit einer Geschichte über die kreativen Initiativen von Flüchtlingen im Kakuma-Camp in Kenia.

Südafrikaner stellen sich für die Wahl an, aber die jungen Wähler bleiben zu Hause

Qz.com

Ausschlafen könnte ein Zeichen für Protest bei den Wahlen in Südafrika am 8. Mai sein. 25 Jahre nach der ersten euphorischen Wahl ist eine Ernüchterung eingetreten, insbesondere bei denjenigen, die so alt sind wie das demokratische Regime in Südafrika - den 20-Jaehrigen. Neun Millionen wahlberechtigte Südafrikaner haben sich nicht zur Wahl angemeldet, die meisten davon sind Jugendliche.

Lokale Radiosender schließen die Lücken in der Medienberichterstattung in Südafrika

Theconversation.com

Abgesehen von den choreografierten Fotomöglichkeiten und großen Kundgebungen hat der Wahlkampf in Südafrika eine lokale Dimension, die von den nationalen Medien weitgehend unbemerkt bleibt. Infolgedessen werden wichtige Einblicke in die politische Dynamik verpasst. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Mainstream-Medien in Bezug auf Community-Perspektiven einen toten Winkel haben. Eine neue Initiative der Wits Radio Academy zielt darauf ab, auf die Community-Radio-Berichterstattung zurückzugreifen, um die Lücke zu schließen.

Gedanken zur Wahl

Africablogging.org

"Ich habe eine schwierige Entscheidung getroffen, für welche Partei ich bei den nationalen Wahlen in Südafrika stimmen soll - schwieriger als bei allen anderen", sagt der afrikanische Blogger Jacques Rousseau. Er sagt, dass die Schwierigkeit der Wahl auch auf negativere Überlegungen zurückzuführen ist. Jede Auswahlmöglichkeit sei schrecklich und das Gefühl, die am wenigsten schlechte Option wählen zu müssen, sei stärker als jemals zuvor.

Die Unruhen in Benin spiegeln einen allgemein besorgniserregenden Trend in Westafrika wider

Africanarguments.org

Während die Südafrikaner seit der Bildung ihrer demokratischen Regierung vor 25 Jahren zum sechsten Mal gewählt haben, ist der demokratische Ruf mehrerer Länder in Westafrika bedroht. Letzte Woche wurde das internationale Rampenlicht auf Benin gerückt, als Sicherheitskräfte auf Demonstranten schossen, die gegen die zutiefst fehlerhaften Parlamentswahlen des Landes protestierten. Benin ist jedoch nicht das einzige Land in der Region, in dem es politische Probleme gibt.

Von der Mode zur Landwirtschaft: Im Flüchtlingslager Kakuma überleben und gedeihen

Africanarguments.org

Das Flüchtlingslager Kakuma-Camp im trockenen Nordosten Kenias beherbergt fast 150.000 Flüchtlinge, hauptsächlich aus dem Südsudan und Somalia. Die Bewohner des viertgrößten Flüchtlingslagers der Welt sind stark eingeschränkt, in dem was sie tun und wohin sie gehen können. Die Menschen in Kakuma haben jedoch innovative Initiativen gestartet, um neue Fähigkeiten zu erlernen, alternative Einkommensquellen zu finden und ein erfülltes Leben zu führen.

Top of the Blogs 2019 #7

Überblick: 27. April bis 3. Mai 2019

Internationaler Tag der Pressefreiheit

Heute ist der Internationale Tag der Pressefreiheit. Daher haben wir eine Auswahl der hervorstechendsten Kommentare über Pressefreiheit, die Sicherheit von Journalisten und die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit der Medien zusammengestellt – einschließlich eines Artikels unserer Direktors des KAS Medienprogrammes Sub-Sahara Afrika über die Risiken einer Abhängigkeit von Medienphilanthropie.

Ich habe nichts gegen Philanthropie

Mediaimpactfunders.org

Egal wie gut die Intentionen sind, Medienphilanthropie unterminiert langfristig die journalistische Ethik, sagt der Direktor des KAS Medienprogrammes Sub-Sahara Afrika Christoph Plate. In seinem Artikel warnt er davor, dass kostenlose Gaben eine typische Spender-Empfänger-Abhängigkeit hervorrufen, wobei die afrikanischen Medienunternehmen von ausländischen Sponsoren abhängig werden, die zwar Gutes im Sinn haben aber nur wenig wissen. Dies widerspricht der Rolle eines autarken Medienunternehmens, das als vierte Gewalt dient, unabhängig davon, wie umstritten dieser Begriff ist.

Die Bedrohung der Pressefreiheit nimmt in Afrika unterschiedliche Formen an

Theconversation.org

Journalisten auf dem ganzen Kontinent sind täglich Bedrohungen ausgesetzt. Viele sind inhaftiert oder eingeschüchtert sensible Geschichten zu erzählen. Dies gilt trotz der Tatsache, dass in einer Reihe von Ländern fortschrittliche Gesetze verabschiedet wurden. Diese sollen die Grundrechte auf freie Meinungsäußerung und den Zugang zu Informationen schützen. Und doch haben einige Regierungen in Afrika immer noch wenig Respekt vor den Gesetzen zur Meinungsfreiheit.

Warum Genauigkeit dem Journalismus helfen wird, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen

Theconversation.org

Journalismus wird durch guten Journalismus gerettet, und guter Journalismus geschieht, wenn Medienorganisationen in Faktenprüfungen investieren, schreibt die Medienwissenschaftlerin Glenda Daniels. Die Faktenprüfung ist mühsam, zeitaufwendig und komplex. Wenn moderne Nachrichtenredaktionen es ernst meinen, guten Journalismus zu produzieren, und gegen die Verbreitung von Scheinwahrheiten, die heutzutage einen großen Teil des Nachrichtenzyklus ausmachen, zu kämpfen, sind professionelle Faktenprüfer von entscheidender Bedeutung.

Internationale Pressefreiheit: Südafrika fällt im internationalen Ranking ab

Dailymaverick.co.za

Reporter ohne Grenzen hat Südafrika um drei Plätze herabgestuft, da „die Pressefreiheit in Südafrika noch nicht gefestigt wurde“. Mittlerweile rangiert das Land auf Platz 31 von 180 Ländern. Laut Reporter ohne Grenzen besteht der Grund für den Statusverlust Südafrikas darin, dass „die Staatssicherheitsbehörde einige Journalisten ausspioniert und ihre Telefone abtastet“. Andere werden belästigt und eingeschüchtert, wenn sie versuchen, "bestimmte Themen wie die Staatsfinanzen, die ANC-Partei, die Umverteilung von Land an die schwarze Bevölkerung oder Korruption" zu behandeln.

Es ist an der Zeit umzudenken: Philanthropie-Journalismus in Ostafrika

Mediaimpactfunders.org

Beim Journalismus geht es um den freien Austausch von Informationen aufgrund von Nachrichten, Ansichten oder Ideen. Dies ist der Grund, warum der Kontext, in dem der Journalismus praktiziert wird, von Bedeutung ist. In Ostafrika ist dieser Kontext herausfordernd, da Einschüchterung und Belästigung von Journalisten weit verbreitet sind. Kritische Medien werden aus fadenscheinigen Gründen geschlossen und andere von Werbung der Regierung ausgebeutet. Daher ist die Unterstützung von Journalismus und Medien im Allgemeinen nur dann sinnvoll, wenn Philanthropen zusammenarbeiten, um ein nachhaltiges Medienökosystem zu unterstützen.

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Top of the Blogs 2019 #6

Überblick: 13. bis 19. April 2019

Der eingeschränkte Zugang zum Internet erhöht die Anfälligkeit der Menschen für Fehlinformationen und falsche Bilder in vielen afrikanischen Ländern wie Malawi. In den vergangenen Tagen ist in Südafrika womöglich der Verdacht entstanden, dass es vermehrte Proteste der Armen gibt, aber tatsächlich ist das nichts Neues. Einen Monat nach dem Zyklon Idai sind Zahlen veröffentlicht worden, die die Verwüstung beschreiben – sie sind erschreckend. In dieser Woche werfen wir bei „Top of the Blogs“ außerdem einen Blick auf die neuesten Einwanderungspläne von Trump, die im besonderen afrikanische Länder treffen und berichten über ein Interview mit dem “gewählten Präsidenten“ des Kongos, Martin Fayulu.

Hohe Internetkosten vs. Fake Fotos

Africablogging.org

Fotos lügen nicht – leider ist die Zeit, in der diese Aussage den Tatsachen entsprach, längst vorüber. Wir leben aktuell in einer Zeit der Massenmanipulation von Informationen und deren schnelle Verbreitungsmöglichkeiten. Die neuen Telekommunikationstechnologien sind der Grund, warum all dies überhaupt möglich ist. Fehlinformationen sind zu einem der größten Probleme unseres Informationszeitalters geworden.

Wie die Berichterstattung über Demonstrationen die arme Bevölkerung in Südafrika verunglimpft

Theconversation.com

Die arme Bevölkerung in Südafrika ist oft der Überzeugung, dass ihre einzige Möglichkeit gehört zu werden in Demonstrationen liegt. Die vergangenen Tage haben gezeigt, dass dies nicht die einzige Möglichkeit ist, ihnen Gehör zu verschaffen. Die Wirkung besteht nicht zum ersten Mal darin, arme Menschen durch ein verzerrtes Bild ihres Lebens zu verunglimpfen und falsche Aussagen über Proteste, die aus der Zeit stammen, als das Apartheidsystem das Land beherrschte, lebendig zu erhalten.

Einen Monat danach: Zyklon Idai Zerstörung in Zahlen

Qz.com

Vor einem Monat traf der Zyklon Idai die Küste Mozambique. Der Sturm war so verheerend, dass er ebenfalls die angrenzenden Länder Simbabwe und Malawi traf. Die Wassermassen und Fluten gehen langsam zurück und bringen das Ausmaß der Zerstörung zum Vorschein. Einen Monat ist die Zahl der Toten auf über 1.000 Menschen gestiegen und der Schaden wird auf 2 Milliarden US-Dollar geschätzt.

„Eines Tages wird der Kongo platzen“: Wie steht es um den “gewählten Präsidenten“ des Kongos?

Africanarguments.org

Der 62-jährige Geschäftsmann und Politiker Martin Fayulu hat laut Wahlbeobachtern die Präsidentschaftswahl in der Demokratischen Republik Kongo vor weniger als vier Monaten gewonnen. Und trotzdem ist er kein Präsident. Dennoch sehen ihn viele als wahren Gewinner der Wahlen. African Arguments hat mit ihm über seine nächsten Schritte und Pläne gesprochen.

Trumps neuste Pläne zur Einwanderung richten sich gegen afrikanische Länder, die ihre Visa überziehen

Qz.com

Trumps Regierung denkt über neue Einwanderungsmaßnahmen nach. Die neue Maßnahme würde sich gegen Bürger richten, die die Gültigkeitsdauer ihrer Kurzzeit-Visa überschreiten und deren Visa zukünftig beschränken. Mehrere afrikanische Länder, deren Staatsangehörige ihre Visa häufig überziehen wären betroffen, darunter Nigeria, der Tschad, Eritrea, Liberia und Sierra Leone.

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Top of the Blogs 2019 #5

Überblick: 6. bis 12. April 2019

Die ANC Youth League plante die Bücher des Journalisten Pieter-Louis Myburgh zu verbrennen. Dieser Plan sollte als ein Angriff auf die südafrikanische Demokratie verurteilt werden. Das Land steht einen Monat vor den bevorstehenden Wahlen. In diesem Zuge sorgt ebenfalls eine neu veröffentlichte Studie für Aufsehen: Die Studie verspricht der ANC große Erfolgsaussichten. In dieser Woche bei „Top of the Blogs“ sprechen wir außerdem über die Auswirkungen von Simbabwes Staatsoberhaupt Robert Mugabe auf die Gesellschaft und wir diskutieren die Visionen einer allgemeinen Krankenversicherung in Afrika durch digitale Technologien.

Mr. President, ziehen Sie bei der Verbrennung von Büchern eine klare Linie

Dailymaverick.co.za

Die ANC Youth League plante im Freistaat massenweise das neue Buch “Gangster State” des Journalisten und Schriftstellers Pieter-Louis Myburgh zu verbrennen. In dem Buch werden Vorwürfe darüber laut, wie ANC-Generalsekretär Ace Magashule die Provinz mit einer eisernen Faust geführt hat. Die Drohung, Bücher zu verbrennen, sei ein Moment, der eine klare Führung erfordere; Missbilligung allein reiche nicht aus. In solch einem Moment müsse Südafrikas Präsident Cyril Ramaphose die Aktionen der ANC Youth League für das verurteilen, was sie seien – ein Angriff auf die Demokratie.

Ramaphosas Präsidentschaft bringt die Wähler zurück zur ANC: eine neue Studie

Theconversation.com

Das Vertrauen in den Präsidenten Südafrikas sei der wichtigste Faktor bei der Entscheidung, welche Partei man wähle. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie zur Wahlforschung des Zentrums für soziale Entwicklung in Afrika der Universität Johannesburg. Wenn das Wahlverhalten den Forschungsergebnissen folgt, könnte dies der Schlüssel zum Verständnis des Erfolgs des African National Congress (ANC) am Wahltag - dem 8. Mai - sein.

Robert Mugabes wahres Erbe: Ein böser, materialistischer und populistischer Individualismus

Africablogging.org

In seinen vielen Führungsrollen wurden über Robert Mugabe eine Reihe von Büchern geschrieben. Es gibt Geschichten über ihn als Führer einer Guerilla-Bewegung, als Premierminister, als Präsidenten und sogar aus westlicher Sicht als Diktator. Und es wird noch viel mehr über ihn geschrieben werden. Aber was diesen Blogger am meisten Sorge bereitet, ist die gelebten Realität von Mugabes Erbe: eine böse, materialistische und individualistische Gesellschaft.

Reform der allgemeinen Krankenversicherung in Afrika: Überbrückung der digitalen Kluft

Africablogging.org

In dieser digitalen Ära ist der Einsatz digitaler Technologien zur Sicherstellung des Zugangs zu qualitativ hochwertiger Gesundheitsfürsorge keine Option mehr; es ist ein Muss. Wenn es darum geht, eine universelle Gesundheitsversorgung in Afrika zu erreichen, gibt es einige Steine aus dem Weg zu räumen - Armut, unzureichende Infrastrukturen und ein mangelnder politischer Wille. Die Technologie hat jedoch bereits zuvor bewiesen, dass Afrika in die Zukunft springen kann.

Top of the Blogs 2019 #4

Überblick: 30. März bis 5. April 2019

An diesem Sonntag ist es 25 Jahre her, seitdem der Völkermord in Rwanda stattgefunden hat und auch ein Vierteljahrhundert später ist die Debatte über die Rolle der Medien während der Massenschlachtung noch nicht abgeschlossen. In dieser Woche diskutieren wir bei „Top of the Blogs“ auch über den Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und dem Cyclone Idai. Außerdem sprechen wir über die erste Pressekonferenz nach dem Absturz des Fluges der Ethiopian Airlines, die mehr Klarheit darüber liefert, was Minuten nach dem Start geschah. Schlussendlich werfen wir einen kritischen Blick auf die Nachricht einer angeblichen Heilung von HIV.

Die Debatte über die Rolle der Medien beim Völkermord in Ruanda wird fortgesetzt

theconversation.org

Vor 25 Jahren hat die ruandische Regierung einen sorgfältig geplanten Völkermord gegen die Tutsi-Minderheit eingeleitet. In 100 Tagen wurden etwa 800 000 Menschen getötet. Aber wir können nicht über die Geschichte des Völkermords von 1994 reden, ohne die Rolle der Medien kritisch zu berücksichtigen. Haben Radio-Sendungen die Gewalt ausgelöst?

Zyklon Idai und Klimagerechtigkeit

africasacounrty.com

Fast zwei Wochen nachdem der Zyklon Idai die Küste von Mosambik in der Nähe von Beira getroffen hat, schwinden die Flutwasser und enthüllen eine zerstörte Landschaft. Mehrere hundert Menschen sind gestorben. Wir müssen uns mit den umfassenderen globalen Klimaauswirkungen beschäftigen. Der Zusammenhang zwischen Klimawandel und extremen Wetterereignissen. wie Zyklon Idai, ist eindeutig.

Ethopia Airlines sagt, dass die Piloten vor dem Absturz wiederholt den Anweisungen von Boeing gefolgt sind

qz.com

Der vorläufige Untersuchungsbericht über das vor einem Monat abgestürzte Flugzeug der Ethiopian Airlines zeigt, dass die Piloten "alle von Boeing bereitgestellten Verfahren wiederholt durchführten", um das neue Flugsystem zu umgehen. Dieses neue Flugsystem kann das Flugzeug destabilisieren, es jedoch nicht kontrollieren. In dieser Woche gaben Offizielle eine erste Erklärung ab, was sich wenige Minuten nach dem Start tatsächlich ereignete.

Gambia: Wie Yahya Jammeh ein Land gestohlen hat

theelephant.info

Für mehr als zwei Jahrzehnte regierte Yahya Jammeh über Gambia. Seine Regierung war mit weit verbreiteten Menschenrechtsverletzungen und mehreren brutalen Vorgehensweisen gegen Dissidenten verbunden. Er hat fast eine Milliarde US-Dollar an öffentlichen Mitteln unterschlagen, wie eine intensive Untersuchung zeigt.

Zwei Menschen wurden von HIV geheilt. Aber wir haben kein Heilmittel gegen HIV

africasacountry.com

Die Nachricht einer möglichen Heilung von HIV sollten wir nicht hinnehmen. Es gibt weltweit 37 Millionen Menschen mit HIV. Fast die Hälfte der Betroffenen hat keinen Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten. Im letzten Monat veröffentlichten die New York Times und andere Medien weltbewegende Schlagzeilen über eine angebliche "Heilung" für HIV.

Top of the Blogs 2019 #3

Überblick: 23. bis 29. März 2019

Kein Licht, kein Internet, kein Strom – Stromausfall gehört für die Menschen in Südafrika mittlerweile zum Alltag wie das Zähneputzen nach dem Frühstück. Die Welt sagt der Umweltverschmutzung durch Plastik den Kampf an: Während die europäische Union ab 2021 Einweg-Plastik verbietet, hat Sambia gerade ein Verbot für Plastiktüten eingeführt. Diese Woche schauen wir bei „Top of the Blogs“ außerdem auf das Massaker in Mali und die Schließung der Grenze zwischen Ruanda und Uganda.

Südafrikas Stromausfälle sind besorgniserregend normal geworden

qz.com

In diesen Tagen braucht es nicht viel, um den Menschen in Südafrika Freude zu bereiten. Ein Flackern einer Glühbirne oder das wiederkehrende Brummen des Kühlschranks wird leicht zum Grund zum Feiern, wenn der Strom wieder eingeschaltet wird. Der nationale Stromversorger Eskom plant die Stromausfälle gezielt, die immer wieder verschiedene Stadtteile zu unterschiedlichen Zeiten betreffen.

Ein blutiger Skandal in Mali

africasacountry.com

Mehr als 150 Menschen aus zwei kleinen Dörfern, Ogossagou und Welingara, im Zentrum von Mali, wurden zu Hause angegriffen, ermordet und ihre Dörfer verbrannt. Mali befinde sich derzeit in einem schlechteren Zustand als vor sieben Jahren, als die Dschihadisten zwei Drittel des Landes übernahmen, sagt der Autor.

Wie The Gambia nach seiner Suche nach Wahrheit und Versöhnung sucht

theconversation.com

"Bevor man handeln kann, muss man die Wahrheit herausfinden, um die Fakten zusammenzubringen", sagte Adama Barrow als er 2016 zum Präsident Gambias gewählt wurde. Eines seiner ersten Versprechen bestand darin, eine Wahrheitskommission einzurichten, um vergangene Gräueltaten aufzuzeigen. Er betrachtete dies als einen notwendigen ersten Schritt in Richtung nationale Versöhnung und Friedenskonsolidierung. Die Kommission begann am 7. Januar 2019.

Die Grenze zwischen Ruanda und Uganda ist geschlossen – Die Männer müssen ihre Suche nach Bräuten verschieben

africablogging.org

Ein Dorf in Ruanda und ein Dorf in Uganda, die nur wenige Meter voneinander entfernt sind, haben sich im Laufe der Jahre zu einer Gemeinde entwickelt. Der Mittwochs- und Samstagsmarkt wurde zu einer wichtigen Aktivität im Leben der Menschen auf beiden Seiten der Grenze und war als Jagdrevier für Jungs bekannt, die einen potenziellen Ehepartner finden wollten. Jetzt, da ihre Präsidenten wie ein altes Ehepaar streiten, sind die beiden Gemeinschaften getrennt worden.

Sambia führt ein Verbot für Plastiktüten ein

africablogging.org

Mehrere multinationale Handelsketten haben begonnen, das Verbot der Regierung beim Verkauf und Vertrieb von Kunststofftragetaschen an Kunden in Sambia umzusetzen. Mehrere Geschäfte im ganzen Land bieten jetzt alternative Kunststoffe für ihre Kunden an.

Top of the Blogs 2019 #2

Überblick: 16. bis 22. März 2019

In dieser Woche dreht sich alles um das Internet: Einige afrikanischen Regierungen haben bereits im dritten Monat diesen Jahres den Internetzugang abgeschnitten, andere Länder werden durch die Verbreitung von Fake News herausgefordert. Und dann passieren angeblich auch noch Wunder, wie ein im Internet kursierendes Video zeigt, in dem ein Pastor vorgibt, jemanden von den Toten zu erwecken. Zunächst einmal beschäftigen wir uns allerding mit der Flut, die durch den Zyklon Idai ausgelöst wurde, und seine Auswirkungen auf Malawi.

Warum Malawi daran scheitert, seine Bewohner vor der Flut zu schützen und was getan werden muss

theconversation.org

Malawi ist das drittärmste Land der Welt. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft und bewirtschaftet kleine Flächen am Stadtrand. Der Mangel an wirtschaftlicher Vielfalt, anderen Berufsmöglichkeiten und Zugang zu Sozialleitungen führen dazu, dass Fluten ein leichtes haben zur Katastrophe zu werden – wie die, die seit neustem im Land wütet.

Warum die Wissenschaft unabdinglich ist, in der Zeit der Fake News und Trugschlüsse

theconversation.org

Wenn es falsch ist, dann ist es keine Nachricht. Fake News sind die direkte Antithese zur Wissenschaft. Während die Wissenschaft versucht, sich der Wahrheit zu nähern, sind Fake News eine Perversion der Realität. Die sozialen Medien werden zum Zentrum dieses Paradoxons: Sie ermöglichen es uns mehr Informationen als jemals zuvor zu verbreiten, aber sie erleichtern es auch Fake News zu verbreiten.

Afrikanische Machthaber sind die größten Stolpersteine beim Internetzugang auf dem Kontinent

qz.com

Je weniger demokratisch ein Land, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es durch die Regierung von Internet abgeschnitten wird. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie. Fünf afrikanische Länder – Gabun, Sudan, Simbabwe, Tschad und der Kongo – haben bereits jetzt ihrer Bevölkerung den Internetzugang gekappt, nachdem nur drei Monate diesen Jahres vergangen sind. Alle Länder haben eine weitere Eigenschaft gemeinsam: Sie sind autoritäre Systeme.

Von den Toten erwacht: Zu viele Fragen, aber mehr als genug Antworten

africablogging.org

In den sozialen Medien kursiert ein Video, in dem ein südafrikanischer Pastor zu sehen ist, der angeblich durch Handauflegen einen Menschen von den Toten auferstehen lässt. Der Vorfall führte zu hochgezogenen Augenbrauen bei vielen und stieß eine Diskussion über den wahren Sinn von Religion bei vielen Südafrikanern an.

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Top of the Blogs 2019 #1

Überblick: 9. bis 15. März 2019

Im Kongo verschlimmern Falschinformationen den Kampf gegen das ausgebrochene Ebola Virus. Während der Nachbarstaat Sambia mit einem erneuten Angriff der Regierung auf die Pressefreiheit zu kämpfen hat. Diese Woche bei „Top of the Blogs“ schauen wir außerdem auf die Schließung des UN-Menschenrechtsbüros in Burundi und das Potenzial, das sich hinter der afrikanischen urbanen Landwirtschaft verbirgt.

Kongo: Nein, Ebola ist kein Mythos

africablogging.org

Vor genau sieben Monaten ist im Kongo die zehnte Ebola Epidemie ausgebrochen. Die Zahlen der Opfer steigen weiterhin. Bisher sind über 500 Menschen gestorben und viele Hunderte wurden als infiziert registriert. Doch das ist nicht die einzige Herausforderung: Falsche Informationen erschweren den Kampf gegen Ebola und führen zu fatalen Folgen.

Sambias Regierung schließt regierungskritische Medienanstalt

africablogging.org

Der neuste Anschlag der sambischen Regierung gegen die Pressefreiheit zielt gegen die Medienanstalt Prime Television. Dem Rundfunkanbieter wurde für einen Monat die Lizenz entzogen, nachdem er über die Niederlage der zurzeit noch regierenden Partei bei den Vorwahlen berichtete. Demnach mutmaßen Kritiker nun, dass sich das scharfe Vorgehen gegen die unabhängige Presse immer zu den Wahlperioden widerhole.

Wie gute urbane Landwirtschaft eine schlechte Ernährung wett macht

africanarguments.org

Eine ungesunde Ernährung sorgt für schwerwiegendere gesundheitliche Probleme auf der Welt als ungeschützter Geschlechtsverkehr, Alkohol-, Drogen- und Zigarettenkonsum zusammen. Das geht aus einer Studie hervor, nach der 820 Millionen Menschen unterernährt sind und eine noch größere Zahl sich nicht ausgewogen ernährt. In Afrika könnten die traditionellen Lebensmittel und eine urbane Landwirtschaft die Lösung zu einer gesunden Ernährung sein.

Warum die Schließung des UN-Menschenrechtsbüros in Burundi ein großer Schritt zurück ist

theconversation.com

Die Regierung Burundis hat die Vereinten Nationen gezwungen, das örtliche Menschenrechtsbüro nach 23 Jahren zu schließen. Die Regierung verkündete, dass sie genügend Fortschritt gemacht hätten. Das UN-Buero wäre demnach nicht länger gerechtfertigt. In Burundi gäbe es allerdings weiterhin eine Vielzahl an Berichten über die Verletzung der Menschenrechte, sagt UN-Hochkomissarin Michelle Bachelet.

Warum die Welt eine afrikanische öko-feministische Zukunft braucht

africanarguments.org

Frauen in Afrika entwickeln neue Alternativen zu den orthodox-wirtschaftlichen Modellen. Ihr Kampf für eine ökologische Nachhaltigkeit auf dem Kontinent sollte als Vorbild für den Rest der Welt fungieren, sagt der Autor.