Veranstaltungsberichte

„Qualität vor Quantität“

Wie kommuniziert man richtig im Zeitalter von Twitter, Instagram und Snapchat? Der dritte Workshop zum Thema politisches Schreiben vermittelte die Dos und Don`ts der digitalen Kommunikation.

Der Bruno-Heck-Saal des Büros der KAS in Montevideo füllte sich einmal mehr mit einer Vielzahl interessierter Teilnehmer. Erneut nahmen junge Politiker aus ganz Uruguay an dem Workshop Politisches Schreiben teil.

„Man muss Dinge ausprobieren, es gibt keine exakte Formel für digitale Kommunikation“, sagte Agustina Carriquiry von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Montevideo. Nichtsdestotrotz gäbe es natürlich Regeln, deren Einhaltung eine erfolgreiche Vermittlung der Inhalte sicherstelle. In Zeiten der Überinformation seien Struktur und Organisation der Mitteilungen wichtiger denn je. In Lateinamerika weise die digitale Durchdringung mit beinahe 60 Prozent auf eine enorme Aktivität in den sozialen Netzwerken hin. Uruguay sei hierbei keine Ausnahme. Diese Entwicklung biete Chancen, habe aber auch ihre Tücken.

„Die Lesegeschwindigkeit ist bei digitalen Inhalten sehr viel geringer, daher muss man die Struktur der Mitteilungen anpassen“, so Carriquiry. Das Wichtigste sei, die Message so klar wie möglich zu vermitteln. Selbstverständlich würden die Regeln der Schriftsprache weiterhin gelten, jedoch käme der Überschrift und der Wortwahl aufgrund des eingeschränkten Platzes eine größere Bedeutung zu, so die Projektkoordinatorin der KAS.

Auch die Inhalte sollte man reiflich überdenken, um diese trotz der geringeren Anzahl an Wörtern klar machen zu können. Dasselbe gelte für die Verwendung von Fotos, die unverzichtbarer Bestandteil der digitalen Kommunikation seien. „Ein Bild kann unglaublich viel ausdrücken, aber der Zusammenhang zwischen Bild und Text muss klar sein, ansonsten verwirrt man die User oder betreibt Effekthascherei.“ Ein gutes Bild mit einem aussagekräftigen Satz sollte angestrebt werden.

Diese Überlegung gab Anlass zu einer Diskussion zwischen den Teilnehmern, die sich darüber austauschten inwieweit ein Bild den Inhalt des dazugehörigen Textes zu erläutern vermag. Am Ende einigte man sich darauf, dass die inhaltliche Übereinstimmung die Vermittlung der Message gewährleisten wird.

Der kulturelle Aspekt kam ebenfalls zur Sprache, da sich die Nutzung der verschiedenen Medien länderspezifisch unterscheidet. Bei den Protesten in Venezuela übernahm Twitter eine überaus wichtige Rolle, während in Uruguay Tweets einen anderen Stellenwert haben. Dergleichen Unterschieden muss man Rechnung tragen.

Letztendlich gelte im digitalen Zeitalter in jedem Fall: „Qualität vor Quantität“, da aufgrund der immensen Informationsfülle nur so erfolgreich kommuniziert werden kann.

Nach dem Vortrag überreichte Manfred Steffen den Teilnehmern ihre Zertifikate und der Abend endete mit interessanten Gesprächen in entspannter Atmosphäre. Eine Veranstaltung, die sicherlich „geliked“ wurde.