Veranstaltungsberichte

KAS African Climate Perspectives on Migration

Internationale Fachkonferenz vom 1. bis 2. Juli 2019 in Rabat, Marokko

Experten, Wissenschaftler und Vertreter der Zivilgesellschaft aus diversen afrikanischen Staaten kamen in Rabat, Marokko zusammen, um über die Auswirkungen des Klimawandels auf Migrationsbewegungen in Afrika zu sprechen.

Kann umweltinduzierte Migration zu einem Sicherheitsrisiko für Afrika werden? Welche Auswirkungen hat das Bevölkerungswachstum in Afrika auf die Verfügbarkeit von Ressourcen?

Diese Fragen, so wie viele mehr, stellten Experten, Politiker und Mitglieder der Zivilgesellschaft aus Afrika und Europa während ihres Austauschs über die verschiedenen Aspekte umweltinduzierter Migration in Afrika vom 1. bis 2. Juli 2019 in Rabat, Marokko.

Die zweitägige Expertenkonferenz wurde gemeinsam vom Regionalprogramm Energiesicherheit und Klimawandel Naher Osten und Nordafrika (KAS - REMENA) der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Regionalprogramm Energiesicherheit und Klimawandel Subsahara-Afrika (KAS Kamerun) der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) organisiert.

Am ersten Konferenztag folgte auf die Begrüßung durch die Leiterinnen von KAS - REMENA und KAS Kamerun zunächst eine Grundsatzrede zu Migration, Umwelt und Klimawandel von einer Vertreterin der IOM.

Die anschließende Podiumsdiskussion befasste sich mit dem aktuellen Stand und den Herausforderungen des Klimawandels in Bezug auf Migration in und aus Afrika. Hier wurden u.a. Anreize und Triebkräfte für Migration in Afrika und das allgemeine Bewusstsein über den Klimawandel und dessen Folgen auf dem Kontinent thematisiert. Laut Statistiken des Afrobarometers bilden vor allem die Hoffnung, Arbeit zu finden sowie das Entkommen aus Armut und wirtschaftlicher Not weiterhin die Hauptanreize für eine Migration aus den afrikanischen Ländern. In Subsahara-Afrika und Nordafrika hängen die Volkswirtschaften stark von der Landwirtschaft oder der Viehzucht ab. Diese Branchen reagieren empfindlich auf veränderte Klimabedingungen wie z.B. extreme Hitze, ausbleibende Niederschläge oder Trockenheit. Der Klimawandel erhöht somit die Wahrscheinlichkeit und Häufigkeit von Umweltkatastrophen. Er hat Auswirkungen auf die Verfügbarkeit vorhandener Ressourcen und in der Konsequenz auf die Wasserversorgung, Güterproduktivität und Ernährungssicherheit der dortigen Bevölkerung. Eine Verschlechterung der Lebensgrundlagen in der Heimatregion kann zu einer verstärkten Land-Stadt-Migration, aber auch zu grenzüberschreitenden Wanderungsbewegungen führen. Somit hat der Klimawandel das Potenzial typische Migrationsmuster von Gemeinschaften grundlegend zu verändern.

In der folgenden, ersten Gruppenarbeitsphase thematisierten die Teilnehmer neben den Auswirkungen des Bevölkerungswachstums auf die Ressourcenverfügbarkeit, ebenfalls Möglichkeiten zum politischen Umgang mit den demografischen Entwicklungstrends sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten im Hinblick auf die zukünftig erwartete Ressourcenknappheit. Große Beachtung in der Diskussion fanden dabei der Zusammenhang zwischen Bevölkerungswachstum, Treibhausgasemissionen, Klimawandel und Migration.

In der zweiten Gruppenarbeitsphase tauschten sich die Teilnehmer darüber aus, ob umweltinduzierte Migration zu einem Sicherheitsrisiko für Afrika werden kann und wie Veränderungen in Zusammenhang mit dem Klimawandel die Stabilität der Region beeinträchtigen können. Präventivmaßnahmen zur Vermeidung einer regionalen Instabilität in Folge des Klimawandels wurden ebenso diskutiert wie damit verbundene politische Initiativen.

In der abschließenden, dritten Gruppenarbeitsphase erörterten die Teilnehmer mögliche politische Initiativen und Mechanismen, die zur Vermeidung umweltinduzierter Migration erforderlich sind. Darüber hinaus berieten sie, wie Afrika und Europa zusammenarbeiten könnten, um diese potenziellen Lösungen umzusetzen.

Am letzten Konferenztag wurden die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppensitzungen vorgestellt und im Plenum ausführlich diskutiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die im Rahmen dieser Konferenz gewonnenen Erkenntnisse zur konkreten Umsetzung in den politischen Prozess integriert werden können.

Die Empfehlungen und Ideen der Konferenzteilnehmer werden noch in diesem Jahr von den KAS-Regionalprogrammen für Energiesicherheit und Klimawandel in Afrika und dem Nahen Osten veröffentlicht.
Ansprechpartner

Daniela Diegelmann

Daniela Diegelmann bild

Leiterin des Regionalprogramms Energiesicherheit und Klimawandel Naher Osten und Nordafrika (REMENA)

Daniela.Diegelmann@kas.de +212 5 37 67 04 13/14 +212 5 37 67 04 15
Ansprechpartner

Anja Berretta

Anja Berretta (geb

Leiterin des Regionalprogramms Energiesicherheit und Klimawandel Subsahara-Afrika

anja.berretta@kas.de
Ansprechpartner

Dr. Franziska Fabritius

Franziska Fabritius bild

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

franziska.fabritius@kas.de +212 5 37 67 04 13/14 +212 5 37 67 04 15