Die Vorstellung des Buches erfolgte am 4. September 2017 und begann mit der Durchführung der Kokazeremonie, einem Brauch der indigenen Bevölkerungsgruppen im Norden Chiles, durch Herrn Severo Cayo, einer traditionellen Autorität des Dorfes Chiapa.
Die einführenden Worte der Forschungsdirektorin der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universidad de Chile, Frau Maricruz Gómez de la Torre, gaben zunächst einen groben Überblick über das Thema des Buches. Dabei nannte sie die Desertifikation der Region und die fehlende Partizipation der indigenen Bevölkerung im Prozess um die Konzeption der Wasserverwaltung als zentrale Probleme. Serafin Larama, der Vorsitzende der indigenen Gemeinde Chiapa in Norden Chiles, lobte die Veröffentlichung des Buches. Es sei ein großer Schritt auf dem Weg zur Anerkennung und Akzeptanz der Rechte und Bräuche der ansässigen Bevölkerung, wobei diese Anerkennung auch von Seiten staatlicher Autoritäten erfolgen müsse. Gleichzeitig trage die facettenreiche indigene Kultur zum kulturellen Erbe Chiles bei.
Auch Herr Prof. Franciso Zuñiga von der Rechtsfakultät der Universidad de Chile betonte, dass Chile traditionell davon geprägt sei, die Rechte indigener Bevölkerungsgruppen zu ignorieren. Deshalb sei die Veröffentlichung im Hinblick auf die fortwährende Multikulturalität besonders wichtig.
Im Anschluss daran stellte Marie-Christine Fuchs, die Leiterin des Rechtsstaatsprogramms Lateinamerika der KAS, den langjährigen Forschungsprozess vor, der der Veröffentlichung des Buches vorangegangen ist. Das Buch „Las Aguas de Tata Jachura“ ist das Ergebnis von Workshops und Vorträgen, die bereits im Vorfeld in der Region stattgefunden haben. Besonders wichtig sei auch, den Fokus auf die Einbeziehung der sozialen Strukturen zu legen und nicht auf die kommerzielle Vermarktung der Wasserressourcen, wie es in Chile ansonsten der Fall ist. So hat beispielsweise die Vernachlässigung der Strukturen der Ureinwohner zu Vertrauensbrüchen zwischen den zuständigen Autoritäten und der Bevölkerung geführt.
Zum Abschluss der Veranstaltung sprachen noch Doña Raquel Hidalgo und Don Severo Cayo einige persönliche Worte. Im Mittelpunkt stand dabei, dass das Recht auf Wasser in der Region von dem Verlangen geprägt sei, der Natur Respekt zu zollen. Wasser wird als Geschenk gesehen und auch so von den Einwohnern behandelt. Auch Milka Castro, eine der Autoren, sprach über die Kunst der indigenen Bevölkerung, das Wasser behutsam zu behandeln. Umso wichtiger sei es nun, die Desertifikation und damit das endgültige Verschwinden des zum Leben benötigten Wassers zu verhindern.