Die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union bitten dringend um Nahrungsmittelspenden und humanitäre Hilfe. Dies gilt insbesondere für Somalia, welches von extremer Dürre heimgesucht wurde. In Somalia, Äthiopien und Teilen von Kenia spricht man von der größten Dürre seit 60 Jahren. Die Folgen sind Tausende von Flüchtlingen, Ernteverlust, Tiersterben und horrende Lebensmittelpreise. Es wird geschätzt, dass allein in Kenia 3,2 Millionen Menschen von der Dürre betroffen sind; 2,6 Millionen in Somalia; 3,2 Millionen in Äthiopien und 117.000 Menschen in Djibouti.
Im weltweiten Vergleich sind in Somalia prozentual die meisten Menschen unterernährt, was ein Drittel der Bevölkerung betrifft. Zusätzlich hat nun die Dürre im Zentrum und Süden des Landes die ohnehin kritische Situation entscheidend verschlechtert. Mehr als 135.000 Menschen sind bisher nach Kenia und Äthiopien geflohen, um dem Hunger zu entkommen.
Ban Ki-Moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen, berief am 12. Juli eine Krisensitzung ein und bat öffentlich um Spenden. Er äußerte sich als „extrem besorgt“ und betonte dass die Vereinten Nationen bisher nur 1,6 Mrd. US$ erhalten haben, was gerade mal die Hälfte der benötigten Gelder ausmacht, um effektive Hilfe in der Region zu leisten.
Am 20. Juli erklärten die Vereinten Nationen die Regionen Süd-Bakool und Lower Shabelle im Süden Somalias als am stärksten von der Dürre betroffen. In diesen zwei Regionen sind allein 350.000 Menschen von der Hungerkatastrophe bedroht.
Ebenso ist die Belastung in Kenia zu spüren. Das Land hat sehr damit zu kämpfen, die eigene Bevölkerung zu versorgen und die zahlreichen Flüchtlinge aus Somalia aufzunehmen.
Die islamische Rebellengruppe Al Shabaab, welche enge Beziehungen zu Al Quaida pflegt, gab in der letzten Woche bekannt, dass sie ausländischen humanitären Hilfsorganisationen den Zugang zu den Gebieten in Somalia gewährt, welche unter ihrer Kontrolle sind. Auf diese Weise gelang es der Organisation der islamischen Konferenz (Organization of Islamic Conference - OIC) Lebensmittel, wie getrockneten Mais an tausende Menschen zu verteilen, welche in den letzten Tagen aus der Hauptstadt geflohen sind. Antonio Guterres, Vorsitzender der UNHCR, forderte die verschiedenen Hilfsorganisationen auf nach Somalia zurückzukehren, um den Opfern der Dürre zu helfen, sobald genügend Sicherheit gewährleistet ist.
Die FAO bittet um 120 Millionen US$ um die Hungersnot zu bekämpfen
Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bittet um 120 Millionen US$, um die Länder am Horn bei der Dürrebekämpfung zu unterstützen. Am Montag, den 25. Juli soll eine Krisensitzung der beteiligten Ministerien einberufen werden, um die Situation in Somalia zu verbessern.