Die Reaktionen auf die Urteile waren gemischt. Verschiedene Menschenrechtsorganisationen reagierten positiv, während die Verteidigung das Urteil als Scheitern der Rechtsstaatlichkeit bezeichnet, es solle lediglich die Öffentlichkeit besänftigen.
Die Anwälte auf Seiten der Angeklagten und der Zivilgesellschaft fordern, dass der Fall vor dem obersten Militärgericht erneut verhandelt wird. Auf der Anklagebank soll jedoch ausschließlich der Polizeichef, General Numbi sitzen, welchen Chebeya in der Tatnacht treffen sollte, der aber nicht strafrechtlich verfolgt wurde.
Laut Francis Cantier, dem Vorsitzenden von „Anwälte ohne Grenzen“ (Frankreich) und Anwalt im Mordfall Chebeya, gibt es zahlreiche Schwachstellen im gerichtlichen Verfahren, einschließlich unzureichender Ermittlungen.
Er erklärt Folgendes:
„Erstens wurden die Ermittlungen von der Militärjustiz durchgeführt, welche nicht unparteiisch ist und somit diesen Fall nicht verhandeln sollte. Ein typisches Beispiel: Wir fanden an der Tür der Polizeistation von denen Floribert Chebeya vorgeladen wurde (und wo er vermutlich ermordet wurde), eine Überwachungskamera. Es gibt dort auch einen Raum, wo die Aufzeichnungen ausgewertet und gespeichert werden. Da die Polizei behauptet, dass Floribert Chebeya das Gelände der Polizeistation nicht betreten hat, gäbe es eine einfache Methode, dies zu überprüfen, indem man die Bänder der Überwachungskamera auswertet. Jedoch sind die Videobänder nicht auffindbar. Dies ist nur eins von vielen ähnlichen Beispielen, die zeigen, dass die Ermittlungen nur unzureichend durchgeführt wurden.
Zweitens, fanden die Verhandlungen vor einem Militärgericht statt, was keine juristische Unabhängigkeit garantieren kann. Ich bin mir sicher, dass auf die Richter ein gewisser Druck ausgeübt wurde.
Drittens, der Hauptverdächtige, Polizeichef General John Numbi, wurde nicht angeklagt, obwohl klare und handfeste Beweise nahelegen (natürlich unter der Vermutung der Unschuld), dass er direkt beteiligt ist, u.a. da er die Vorladung für Floribert Chebeya unterschrieben hatte, welcher Floribert Folge leistete und am gleichen Tag starb.“
Die hinterbliebene Witwe Annie Chebeya hat geschworen weiterzukämpfen bis Gerechtigkeit im Fall von Polizeichef General John Numbi herrsche.
Ebenso wird berichtet, die Lage habe sich noch nicht beruhigt, denn die Anwälte der Angeklagten, sowie Menschenrechtsaktivisten und Familienmitglieder des Ermordeten erhalten immer wieder Drohungen.
Der Nachfolger von Floribert Chebeya und nun Vorsitzende der NGO „ Voice of the Voiceless“ (Stimme der Sprachlosen) Ibefo Mbunga verkündet: „ Wir schenken diesem Gerichtverfahren keinen Glauben mehr. (…) Wir behalten uns das Recht der Berufung vor…“.