Sudan: Einer der Rebellenanführer aus Darfur im Tschad getötet
Der Anführer einer Splittergruppe der Hauptrebellengruppe in Darfur, sein Vertreter und weitere fünf Mitglieder der Gruppe wurden nach einem Anschlag im Tschad, nahe der sudanesischen Grenze, von einem tschadischen Sicherheitsoffizier getötet. Mohamed Bashar und sein Vertreter Suleiman Arko wurden im Kampf mit JEM (Justice and Equality Movement) getötet, gab Sudans Geheimdienst am Sonntag bekannt. Wie berichtet, überfielen JEM-Kämpfer in 30 Fahrzeugen Bashars mittagessende Gruppe nur wenige Kilometer von der sudanesischen Grenze entfernt.
Gemäß Nahar Osmans, einem Berater Bashars, ist die Hauptgruppe der JEM-Rebellen verärgert über Bashars Zusammenarbeit mit der sudanesischen Regierung. In Doha hatte Bashars Splittergruppe am 6. April ein Friedensabkommen, das den zehnjährigen Kampf in Darfur beenden sollte, mit Sudans Regierung unterzeichnet. Im April war bereits ein stellvertretender Kommandant der Splittergruppe durch JEM-Kämpfer umgebracht worden.
Der Tod von Bashar und seinem Stellvertreter ist laut Nahar ein herber Schlag für den Friedensprozess und könnte auch ernsten Fragen zum Sicherheitsabkommen zwischen Sudan und Tschad führen. Der Tod der Beiden hat außerdem das in Doha unterzeichnete Friedensabkommen erstmal auf Eis gelegt.
Mali: Geberländer versprechen mehr als 4 Mrd USD für Malis Wiederaufbau
Internationale Geber haben versprochen mit 4,22 Mrd USD Mali nach dem Konflikt mit Al-Qaeda verbündeten Rebellen, zum Wiederaufbau zu helfen. Die Summe übersteigt die von Mali beantragte Summe, sie hatten für dieses und nächstes Jahr um 2,57 Mrd USD gebeten. Die Geberkonferenz am Mittwoch in Brüssel wurde vom französischen Präsidenten Francois Hollande und Dioncounda Traore, Malis Übergangspräsidenten, organisiert und es nahmen Delegationen aus 103 Ländern teil, darunter 10 Staatsoberhäupter.
Abgesandte aus Mali legten einen mehrschichtigen Plan in Höhe von 5,58 Mrd USD vor, den EU-Abgeordnete eine „komplette Erneuerung des Landes“ nannten. Der Plan beinhaltet den Umbau von staatlichen Einrichtungen und dem Militär, Wahlen im Juli, Dialogprogramme mit den Rebellen im Norden, Wiederaufbau von Strassen und Schulen und Belebung der Wirtschaft des Landes. Laut Traore soll die Präsidentenwahl am 28. Juli 2013 stattfinden und weder er noch irgendein anderes Mitgleid der Übergangsregierung würden für dieses Amt kandidieren.
Frankreich und die EU führten die Bereitstellung der Mittel für Malis Wiederaufbau und dem Unterbinden eines Wiederaufflammens der Al-Qaeda-nahen Rebellion im Norden des Landes an.
Zentralafrikanische Republik: Laut UN Entsandtem befindet sich ZAR im „Anarchiezustand“
Der UN Abgesandte für die Zentralafrikanische Republik beschuldigt eine Gruppe von Rebellen, genannt Seleka, das Land seit sie am 24. März die Macht übernommen haben in einen „Anarchiezustand“ zu stürzen. Am 15. Mai berichtete Margaret Vogt, die UN-Abgesandte für ZAR, vor dem Sicherheitsrat, dass es zu willkürlichen, aber auch gezielten Morden, zu zügellosen Vergewaltigungen und Angriffen auf die Bevölkerung komme, offenkundige Rekrutierung von Kindern als Soldaten, Plünderungen von Häusern, nicht nur der reichen, sondern auch die der bereits am Hungertuch nagenden Bevölkerung.
Regionale Regierungen hatten einen Friedensplan aufgestellt, der von Seleka akzeptiert wurde, aber laut Vogt verstößt Michel Djotodia, selbsternannter Präsident nach dem Coup der Präsident Francois Bozize absetzte, gegen das Abkommen. ZARs Übergangspremier, Nicolas Tiangaye, bittet Frankreich erneut um die Entsendung von Truppen in sein Land. Tiangaye war bevor die Rebellen die Macht übernahmen bereits zum Übergangspremier ernannte worden und versucht seinen prekären Posten zu halten. Mehrere afrikanische Staaten haben bereits eine kleine Truppe ins Land geschickt und versprochen diese auf 2000 Mann zu erhöhen, aber Vogt sagt noch mehr werde gebraucht.