Die seit November 2023 erfolgten Angriffe der jemenitischen Huthi-Rebellen gegen internationale Handelsschiffe im Roten Meer und im Golf von Aden haben die wachsende Bedrohung von maritimem Terrorismus offenbart. Entlang der ostafrikanischen Küste weiten Terrorgruppen zunehmend ihre Operationen auf den maritimen Raum aus, indem sie Güter und Kämpfer über See schmuggeln und Angriffe gegen See- und Küstenziele durchführen. Der vorliegende Artikel untersucht das derzeitige Ausmaß von maritimem Terrorismus in Ostafrika sowie dessen Ursachen und aktuelle Entwicklungen. Dabei wird argumentiert, dass maritimer Terrorismus in Ostafrika überwiegend aus Schmuggelaktivitäten und Erpressung besteht, jedoch weniger aus offensiven Handlungen. Eine Untersuchung des Phänomens kann dazu beitragen, die Fragilität maritimer Sicherheit in Ostafrika besser nachzuvollziehen. Angesichts der zunehmenden geostrategischen und geo-ökonomischen Bedeutung des westlichen Indischen Ozeans erweist sich dieses Vorhaben als besonders relevant.
Themen
Über diese Reihe
Die Publikationen der Forschungs- und Strategiereihe „Sicherheitsdialog Ostafrika: Einblicke und Perspektiven“ werden in regelmäßigen Abständen vom Regionalprogramm Sicherheitspolitischer Dialog Ostafrika herausgegeben. Ziel der Reihe ist es, über die neuesten sicherheitspolitischen Entwicklungen in der Region Ostafrika analytisch und umfassend zu informieren und dabei das Interesse für diese zunehmend relevante Thematik zu stärken. Sicherheitspolitische Entwicklungen in Ostafrika werden von den Autoren der Reihe in einem breiter gefassten Verständnis untersucht. Neben klassischen sicherheitspolitischen Themen wie zwischenstaatlichen Konflikte oder Terrorismus befasst sich die Reihe ebenfalls mit Themen wie Flucht und Migration sowie die Auswirkung des Klimawandels auf Sicherheit.