Dr. Muwanga Nansozi, Geschäftsführerin des Julius Nyerere Leadership Centre (JNLC), eröffnete offiziell die Veranstaltung. Sie lobte die Absolventen für ihr stetiges Engagement im Anschluss an frühere Jahrgänge und wies darauf hin, dass viele von ihnen inzwischen Organisationen gegründet oder sich solchen angeschlossen haben, die von ihrer Ausbildung direkt inspiriert wurden. Dr. Nansozi bedankte sich für die dreijährige Partnerschaft mit KAS RP SIPODI Ostafrika und hob hervor, dass sich kürzlich fünfzehn Absolventen um öffentliche Ämter beworben haben. Dies zeige den zunehmenden Mehrwert des Programms für den erfolgreichen Berufseinstieg aufstrebender Führungskräfte. Dr. Nansozi betonte, dass die Abschlussveranstaltung darauf abziele, durch kontinuierliches Engagement Nachhaltigkeit zu fördern, die Errungenschaften der Ausbildung zu festigen und den Fokus von der Theorie auf die Praxis zu verlagern, indem praktische Strategien zur Förderung von Friedens- und Sicherheitsprojekten ermittelt werden.
Die Begrüßungsrede hielt Susan Natumanya, Projektmanagerin am KAS RP SIPODI Ostafrika, die die Bedeutung dieser Abschlussveranstaltung für die Konsolidierung der Führungs- und Governance-Ausbildung junger regionaler Führungskräfte hervorhob. Sie betonte, wie wichtig es sei, Gemeinschaften zu fördern, die demokratische Ideale leben und sich konstruktiv mit Fragen des Friedens und der Sicherheit auseinandersetzen, und hob die Jugend als entscheidende Triebkraft für Stabilität und Entwicklung in der Region der Großen Seen hervor, wobei sie zu offenem Dialog und Zusammenarbeit aufrief. Abschließend bedankte sie sich bei dem Veranstaltungspartner, dem Julius Nyerere Leadership Centre, und ermutigte die Teilnehmer, mit Neugierde an Diskussionen heranzugehen, um auf wirkungsvolle Art und Weise einen Fortschritt hinsichtlich regionaler Friedens- und Sicherheitsinitiativen zu erzielen.
Die erste Diskussionsrunde wurde von Prof. Julius Kiiza, Professor für Politische Wirtschaft und Entwicklung am Institut für Politikwissenschaft und Öffentliche Verwaltung der Makerere-Universität, geleitet. Im Mittelpunkt seines Vortrags stand die Bedeutung gesellschaftlicher Einheit und Akzeptanz über Stammes- und politische Grenzen hinweg. Er untersuchte, wie sozio-politische Unterschiede in der Vergangenheit als Mittel zur Verschärfung von Konflikten instrumentalisiert wurden, und betonte, dass Meinungsverschiedenheiten ein natürlicher und notwendiger Bestandteil der Gesellschaft seien. Er ermutigte die Teilnehmer, unterschiedlichen Meinungen mit größerer Offenheit und mehr Respekt zu begegnen. Prof. Kiiza stellte zudem das Konzept der umfassenden Sicherheit vor, und forderte junge Führungskräfte auf, sich über die Sicherheit von Staat und Regime hinaus für inklusivere, menschenzentrierte Ansätze einzusetzen.
Der Hauptredner, Dr. Herman Tuhairwe, Dozent für Rechtswissenschaften an der Ugandan Christian University und der Cavendish-Universität, betonte, wie wichtig es sei, historische Konfliktlinien in Ostafrika und der Region der Großen Seen zu verstehen, um anhaltende Herausforderungen in Bezug auf Frieden und Sicherheit anzugehen, und forderte entsprechende regionale Zusammenarbeit sowie die Führungsrolle der Jugend. Er hob hervor, dass Frieden auf Würde, Gerechtigkeit und einer inklusiven Regierungsführung beruhe und nicht auf der bloßen Abwesenheit von Gewalt. Ferner rief Dr. Tuhairwe zu ethischer Führungskompetenz und zivilgesellschaftlichem Engagement auf. Daran anknüpfend unterstrich er den Zusammenhang zwischen nachhaltigem Frieden einerseits und Geduld, bescheidenen Anstrengungen und der aktiven Beteiligung der Jugend als Akteurin des Wandels andererseits. Abschließend plädierte Dr. Tuhairwe für regionale Perspektiven und einen konstruktiven Dialog, und forderte dementsprechend junge Führungskräfte dazu auf, historische Spaltungen durch verantwortungsbewusstes Handeln in Grundlagen für eine gemeinsame Zukunft zu verwandeln.
Darauffolgend hielt Prof. Phillip Kasaija, außerordentlicher Professor am Institut für Politikwissenschaft und Öffentliche Verwaltung der Makerere-Universität, seine Rede, in der er die Teilnehmer ebenfalls dazu bewegte, Frieden nicht mehr als bloße Abwesenheit von Gewalt zu betrachten. Unter Bezugnahme auf frühere Diskussionen betonte er die Notwendigkeit umfassender Sicherheitskonzepte in der Region der Großen Seen und ermutigte junge Menschen, ihren Einfluss auf die Politikbereiche Jugend, Frieden und Sicherheit geltend zu machen.
Am Nachmittag wurden die Teilnehmer in sieben Gruppen aufgeteilt, denen jeweils ein zentraler Themenbereich zugewiesen wurde: Bürgerbeteiligung und Wahlintegrität; Friedensförderung in den Gemeinden; Konfliktprävention; wirtschaftliche Gerechtigkeit (und deren Fehlen); digitale Friedensförderung; Rechtsstaatlichkeit; sowie geschlechtsspezifische Friedens- und Sicherheitsfragen in der Region der Großen Seen.
Der zweite Tag begann mit einer Zusammenfassung der Gespräche des Vortags, gefolgt von einem Vortrag von Dr. Butiime Herman, Dozent an der Makerere-Universität sowie Frieden- und Sicherheitsexperte, zum Thema „Identifizierung und Verständnis institutioneller Ansatzpunkte für Frieden und Sicherheit in Afrika“. Er betonte, dass der Mensch im Mittelpunkt der Bemühungen zur Konfliktlösung stehen müsse, da er am stärksten von Unsicherheit betroffen sei. In seinem Vortrag untersuchte Dr. Butiime regionale Zusammenschlüsse wie die Afrikanische Union (AU), die Ostafrikanische Gemeinschaft (EAC) und die Intergovernmental Authority on Development (IGAD), und bewertete die Möglichkeiten, die diese Institutionen für das zivilgesellschaftliche Engagement junger Menschen bieten. Dr. Butiime stellte fest, dass junge Menschen in ihrem Engagement oft auf taktische Rollen beschränkt seien. Zudem hob er hervor, dass die AU derzeit die bedeutendsten strategischen Ansatzpunkte für verstärktes zivilgesellschaftliches Engagement durch junge Menschen biete. Er stellte allerdings die Wirksamkeit von Institutionen wie dem AU-Gremium der Weisen in Frage und wies auf die Notwendigkeit einer stärkeren Einbeziehung junger Menschen in die Politik der AU hin.
An diesem Tag hielt auch der ehemalige Vorsitzende des Nationalen Jugendrates Ugandas, Jacob Eyeru, eine Rede. Er ermutigte junge Menschen, ihr Verständnis für die sie betreffenden Themen über die klassischen Rahmenbedingungen von Frieden und Sicherheit hinaus zu erweitern. Jacob Eyeru beleuchtete die Tatsache, dass das individuelle Engagement darüber entscheide, wie viel Einfluss man selber ausüben kann, und forderte folglich die Teilnehmer auf, sich untereinander zu organisieren und strategisch zu handeln.
Ein Großteil des Vormittags war einer Frage-und-Antwort-Runde gewidmet, in der die Teilnehmer wichtige Anliegen hinsichtlich einer sinnvollen zivilgesellschaftlichen Einbindung, des Zugangs zu Finanzmitteln, der Betreuung durch Mentoren und eines nachhaltigen Engagements durch junge Menschen vorbrachten. Daraufhin sagte Jacob Eyeru zu, einige Alumni bei friedenserhaltenden Initiativen in der Region der Großen Seen zu unterstützen.
Im Mittelpunkt der Nachmittagssitzung stand ein von Prof. Kiiza moderiertes interaktives „Kamingespräch“ zum Thema „Inspirierende Lektionen in Sachen Führung und praktische Strategien für den Umgang mit komplexen politischen Umfeldern“. Die von Dr. Tsimba David, außerordentlicher Professor an der School of Arts and Social Sciences der Uganda Martyrs University, und Prof. Josephine Ahikire, außerordentliche Professorin an der School of Women and Gender Studies der Makerere-Universität, geleitete Diskussion ermutigte die Teilnehmer, komplexe Konfliktumfelder kritisch zu bewerten und sich für Lösungen auf kommunaler Ebene einzusetzen. Im Anschluss an das Kamingespräch kamen die Teilnehmer wieder in ihren thematischen Gruppen zusammen, um ihre Erkenntnisse vom Vortag vorzustellen und zu besprechen.
Der dritte Veranstaltungstag begann mit einer von David Emolot, Vorsitzender des Jugendbeirates der African Continental Free Trade Area (AfCFTA), moderierten Sitzung zum Rückblick und zur Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse zum Thema Führung. Anschließend folgte ein Vortrag von Dr. Tsimba David zum Thema „Möglichkeiten zur Stärkung von Frühwarnsystemen und Präventivmaßnahmen in Uganda und in Grenzgemeinden“.
Im weiteren Vormittagsprogramm teilten sich die Teilnehmer erneut in Gruppen auf, um Lieder zum Thema Frieden und Sicherheit in der Region zu entwickeln — eine Übung, die darauf abzielte, kreatives zivilgesellschaftliches Engagement und gemeinschaftsorientierte Kommunikation zu fördern.
Am Nachmittag standen lebhafte Darbietungen der Friedenslieder auf dem Programm, gefolgt von einem umfassenden Rückblick auf die dreitägige Veranstaltung. Die Teilnehmenden führten eine strukturierte Reflexion durch, bei der sie auf die Erfahrungen von Absolventen aus früheren Schulungen und Feldeinsätzen zurückgriffen. Die Moderatoren und Absolventengruppen bewerteten, was gut funktioniert hat und was nicht, und erarbeiteten Strategien, um Schwachstellen bei der Umsetzung der Schulungsinhalte in konkrete Maßnahmen auszumachen.
Den krönenden Abschluss der Veranstaltung bildete die Übergabe von Urkunden an die Teilnehmenden, mit denen ihr erfolgreicher Abschluss der Schulung sowie ihr Engagement für die Förderung von Frieden und Sicherheit an ihren Hochschulen, in ihren Gemeinden, ihrem Land und der Region insgesamt gewürdigt wurden.
Über diese Reihe
Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.