Die Konferenz brachte über zweihundert Teilnehmer zusammen, darunter Forscher verschiedener Universitäten in Äthiopien, lokale zivilgesellschaftliche Organisationen, Entwicklungsexperten, politische Entscheidungsträger und Regierungsvertreter auf föderaler, regionaler und lokaler Ebene. Während der Konferenz wurden acht wissenschaftliche Forschungsarbeiten zu verschiedenen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Kindermigration in Äthiopien präsentiert und diskutiert. Die Veranstaltung endete mit einer Podiumsdiskussion, bei der Herausforderungen, bewährte Praxisbeispiele und Erfahrungen im Zusammenhang mit Graswurzelprojekten und politischen Maßnahmen zur Bewältigung der Kindermigration thematisiert wurden
Nils Wörmer, der Direktor des Regionalprogramms Sicherheitspolitischer Dialog Ostafrika, begrüßte die Konferenz als bedeutende Plattform, die dazu beiträgt, die Wissenslücke zwischen wissenschaftlicher Forschung und politischer Entscheidungsfindung zu schließen und ergebnisorientierte Maßnahmen umzusetzen. Er betonte den zunehmend komplexen Zusammenhang zwischen Migration, Klimawandel und Sicherheit und forderte eine Zusammenarbeit der Interessengruppen in diesen verschiedenen Bereichen, um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.
In seiner Eröffnungsrede betonte Prof. Takele Tadesse, der Präsident der Wolaita Sodo Universität, die Bedeutung des Themas und unterstrich, dass die Bewältigung der Herausforderungen der Kindermigration nicht allein Aufgabe der Regierung sei, sondern durch öffentliche Diskussionen unter Einbeziehung der Ursprungsgemeinschaften der Flüchtlinge, sozialer, kultureller und religiöser Institutionen sowie familiärer Bindungen und der akademischen Welt gemeinsam angegangen werden solle.
Weitere Redner auf der Konferenz waren Dr. Florian Rehli, Erster Sekretär für Flüchtlinge und Migration an der Deutschen Botschaft in Äthiopien, Rakeb Mesele, Stellvertretende Generalkommissarin der „Ethiopian Human Rights Commission“, Tesfaye Yigezu, Vizepräsident der „Southern Nations, Nationalities and People’s Region“ (SNNPR) von Äthiopien, Aklilu Lemma, „Wolaita Zone Chief Administrator“ und Wondimu Yirgedu, Direktor für Soziales im Büro des Äthiopischen Premierministers.
Die „Ethiopian Human Rights Commission“ präsentierte einen Bericht über ihre Studie zur Überwachung der Menschenrechte im Zusammenhang mit der Kindermigration in vier Zonen des südlichen Äthiopiens. Der Bericht hob verschiedene Menschenrechtsprobleme hervor, darunter körperliche Misshandlungen, geschlechtsbezogene Gewalt, die Ausbeutung von Arbeitskräften sowie einen gravierenden Mangel an Unterkünften, psychosozialer Unterstützung und medizinischer Versorgung für kindliche Migranten. Die Kommission forderte verstärkte Bemühungen, um die Menschenrechte von Kindern in Bewegung zu schützen.
Die Konferenz endete mit einer Podiumsdiskussion, die sich auf politische Alternativen zur Bewältigung der Herausforderungen der Kindermigration in Äthiopien konzentrierte. Die Diskussionsteilnehmer betonten die Bedeutung des Austauschs von Informationen und Schulungen für alle Beteiligten. Als positive Maßnahmen zur Bewältigung der mit der Kindermigration verbundenen Herausforderungen wurden unter anderem sichere Unterkünfte für Kinder, die Einrichtung zentraler Anlaufstellen für Fallmeldungen sowie die Umsetzung von Schulverpflegungsprogrammen vorgeschlagen.
Über diese Reihe
Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.