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Veranstaltungsberichte

Mutige Studierende in Zeiten des Kommunismus

38. Jahrestag der Kerzendemonstration

Am Vorabend des 38. Jahrestages der Kerzendemonstration eröffnete der Verein Unauffällige Helden den achtzehnten Jahrgang des Projekts Unauffällige Helden im Kampf gegen den Kommunismus. Das Projekt fordert Schüler der Grund- und Mittelschulen dazu auf, in ihrem Umfeld Geschichten von Menschen zu entdecken, die sich dem totalitären kommunistischen Regime widersetzten.

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Das Hauptthema des aktuellen Jahrgangs sind die Geschichten von Schülern, die bereits vor Februar 1948 Repressionen seitens der damaligen Sicherheitsbehörden ausgesetzt waren. Die Organisatoren möchten die Zeit des Machtantritts des kommunistischen Regimes sowie die Schicksale der ersten Opfer aus den Reihen junger Menschen näherbringen.

„Schüler verbinden wir oft vor allem mit den Ereignissen des Jahres 1989, doch weniger wird über die Verfolgung junger Menschen während des kommunistischen Regimes gesprochen“, sagt die Vorsitzende des Vereins Unauffällige Helden, Dominika Semaňáková. „Wir wollen ihren Mut, aber auch die Brutalität des Regimes ihnen gegenüber sichtbar machen. Wir glauben, dass es dank der Arbeiten der Schüler gelingen wird, neue, bisher unbekannte Geschichten zu dokumentieren.“

Die Schüler können diese Persönlichkeiten nicht nur in der Datenbank der Verurteilten auf www.november89.eu entdecken, sondern auch durch Gespräche mit Zeitzeugen in ihrer Umgebung. Dabei können sie auf Geschichten von ‚verschwundenen‘ Mitschülern, Verfolgten, Inhaftierten, von Schulen Ausgeschlossenen oder in jungem Alter von der Staatssicherheit (ŠtB) Verhörten stoßen, ebenso wie auf Schicksale von Menschen, die zur Emigration gezwungen waren.

„In diesem Jahr erinnern wir uns auch an die Verfolgung und Inhaftierung junger Studenten im Jahr 1946“, erklärte der Historiker und Projektautor František Neupauer. „Am 7. Januar 1946 kam es zur Verhaftung von Vladimír Jukl, Silvester Krčméry, Ferdinand Záhornský, Gašpar Fronc, Ján Komorovský und Jozef Felix. Mehrere von ihnen erlebten brutale Verhöre im Gebäude U dvoch levov in Bratislava, nur weil sie zum Kreis des Priesters Tomislav Kolaković gehörten.“

Das Projekt richtet sich an Schüler der Grund- und Mittelschulen und hat zum Ziel, junge Menschen zur Entdeckung und Bearbeitung von Geschichten aus Zeiten der Unfreiheit zu motivieren. Gleichzeitig soll es zur Bewusstmachung des Wertes von Freiheit und Demokratie beitragen und zur Wertschätzung jener, die zu deren Wiederherstellung beigetragen haben.

Die feierliche Eröffnung des Projekts ist in diesem Jahr mit einer Diskussion im Haus Quo Vadis in Bratislava verbunden, die von der Vereinsvorsitzenden Dominika Semaňáková eingeleitet wird.

Die Schüler können ihre Arbeiten bis Ende Oktober einreichen; die Ergebnisse werden am 16. November 2026 auf einer Konferenz in Bratislava präsentiert. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Konföderation der politischen Gefangenen der Slowakei sowie der Konrad-Adenauer-Stiftung durchgeführt.

Das Projekt Unauffällige Helden im Kampf gegen den Kommunismus entstand im Jahr 2009 und ist das älteste Projekt in den V4-Ländern, das jungen Menschen Dokumente und Erinnerungen ehemaliger politischer Gefangener und Verfolgter aus der Zeit 1948–1989 näherbringt. Seitdem bearbeiten jährlich bis zu 25 Teams die Lebensgeschichten von Menschen, die sich dem kommunistischen Regime entgegengestellt haben. Das Projekt hilft jungen Menschen, die Vergangenheit besser zu verstehen und ihr Bürgerbewusstsein zu stärken.

Mehr Informationen sind unter www.facebook.com/nenapadni.hrdinovia/ verfügbar.

 

Diana Godžáková, Vorsitzende des Vereins

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Kontakt

Gabriela Tibenská

Gabriela Tibenská
Projektkoordinatorin
gabriela.tibenska@kas.de

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