Veranstaltungsberichte

Herausforderungen der Landfrauen in Europa

Konferenz zum internationalen Tag der Landfrau

Die Förderung des Austauschs gesellschaftlicher Schlüsselgruppen aus Spanien und Deutschland ist ein Ziel des KAS-Büros für Spanien und Portugal. Organisationen von Frauen spielen in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle. Dabei geht es sowohl um die Förderung des Aufstiegs von Frauen in politische Führungsämter als auch die Vertretung von frauenpolitischen Anliegen in der Öffentlichkeit und im politischen Entscheidungsprozess. Das KAS-Büro fördert deshalb gelegentlich den Austausch von Politikerinnen und Repräsentantinnen von Frauenorganisationen.

Am 15. Oktober, dem internationalen Tag der Landfrau hat die KAS eine Konferenz der spanischen Landfrauenorganisation AFFAMMER durch die Einladung von Repräsentantinnen des Deutschen Landfrauenverbands und von ARGE Österreichische Bäuerinnen gefördert. Dadurch sollte ein weiterer Beitrag zum internationalen Erfahrungsaustausch bei frauenpolitischen Themen geleistet werden.

AFAMMER ist mit 180.000 Mitgliedern eine der mitgliederstärksten Frauenorganisationen in Spanien überhaupt. Der Verband wurde vor 34 Jahren gegründet. Vorsitzende von AFAMMER ist Frau Carmen Quintanilla, die zugleich auch Abgeordnete im Nationalen Parlament aufseiten der Partido Popular (PP) ist.

An dem Kongress in der Stadt Guadalajara nahmen ca 400 Frauen aus ganz Spanien teil, darunter auch einige weitere Abgeordnete der Volkspartei (PP).

Zur Eröffnung des Kongresses betonte Frau Quintanilla einerseits die Rolle der Landfrauen zur Erhaltung und Entwicklung der ländlichen Räume in Spanien. Zum anderen formulierte sie zahlreiche Forderungen zur Durchsetzung von Gleichberechtigung und Gleichheit von Frauen, nicht zuletzt auf dem Arbeitsmarkt in Spanien.

Die Staatssekretärin für Soziale Dienste und Gleichheit, Frau Susana Carnaneiro Benitez berichtete zwar von einigen frauenpolitischen Fortschritten der letzten Jahre, so beispielsweise die Anerkennung von Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung. Doch gleichzeitig betonte sie auch, dass in vielen Bereichen noch Anstrengungen unternommen werden müssen, um die Forderung nach Gleichbehandlung der Geschlechter zu verwirklichen.

Der Leiter des KAS-Büros für Spanien und Portugal informierte in einem Statement über die internationalen Anstrengungen der KAS zur Förderung von Gleichberechtigung und politischer und gesellschaftlicher Partizipation von Frauen.

Daniele Ruhe, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen LandFrauenverband stellte ihren Verband und seine verschiedenen Aufgaben und Aktionsfelder vor. Sie beschrieb dabei u.a. wie der Deutschen LandFrauenverband den Dialog mit der Politik führt, um seine Themen und Interessen zu vertreten. Bei den thematischen Schwerpunkten nannte sie u.a. die Aktion für gleichberechtige Bezahlung von Männern und Frauen sowie den Einsatz für eine gerechtere Repräsentation von Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft. Weitere Themen für den Verband sind die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum sowie Pflege und Fürsorgearbeit.

Die Generalsekretärin der Partido Popular, Frau Dolores de Cospedal, betonte, dass in einer globalisierten Welt die lokalen Strukturen weiterhin gebraucht werden und gestärkt werden müssen. In diesem Zusammenhang spielen Organisationen wie der Verband der Landfrauen AFAMMER ein besondere Rolle. Sie erwähnte auch den „Plan de Promoción para las Mujeres Rurales“, der von der Regierung verabschiedet worden ist und u.a. zum ersten Mal Telearbeit in Spanien regulieret, das Alter für die Betreuung von Kindern von 8 auf 12 Jahre anhebt mit entsprechenden Freistellungsmöglichkeiten für arbeitende Mütter sowie die bereits erwähnte Anerkennung von Kindererziehungszeiten bei der Rente.

Auch die weiteren Rednerinnen des Kongresses sprachen verschiedene Themen an, bei denen noch Fortschritte im Hinblick auf die Gleichbehandlung und Gleichberechtigung von Frauen erzielt werden müssen.

Die Förderung des Kongresses durch die KAS wurde mehrfach als positives Beispiel deutsch-spanischer Zusammenarbeit hervorgehoben und der dadurch mögliche Erfahrungsaustausch mit einem deutschen Verband wurde als sehr anregend empfunden.

Insgesamt konnte die KAS durch die Förderung des Kongresses von AFAMMER dazu beitragen, dass am Internationalen Tag der Landfrau wichtige frauenpolitische Themen erörtert und ein Erfahrungsaustausch zwischen Deutschland und Spanien zustande kam, der – wie mehrere Parlamentarierinnen betonten – für die politische Diskussion in Spanien viele Anregungen enthielt.

Carmen Qintanilla, Präsidentin der Asociación de Familias y Mujeres del Medio Rural und Abgeordnete im spanischen Parlament, Daniela Ruhe, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen LandFrauenverbands, Dr. Wilhelm Hofmeister, Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung für Spanien und Portugal KAS Madrid