Veranstaltungsberichte

Alte, junge, wilde CDU: 70 Jahre Volkspartei

von Thomas Wolf

Forum mit Dr. Peter Tauber MdB in Merzhausen | 27.10.2015

Die CDU hat Deutschland geprägt. Muss sie sich ändern, um sich treu zu bleiben? Dr. Peter Tauber MdB, Generalsekretär der CDU Deutschlands, diskutierte mit dem Journalisten Volker Resing und Andreas Jung MdB, dem Vorsitzenden der CDU Südbaden. Über TED-Abfragen meldeten sich die Gäste zu Wort.

Tauber: Die CDU steht für „Glaube, Liebe, Hoffnung“

Was ist der Markenkern der CDU – 70 Jahre nach der Gründung der Partei? Darüber diskutierten auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung Südbaden am Dienstagabend im Forum in Merzhausen der CDU-Generalsekretär Dr. Peter Tauber, Andreas Jung, Bezirksvorsitzender der CDU Südbaden, und der Journalist Volker Resing zusammen mit rund 150 Gästen, die im Laufe der Diskussion vier Fragen elektronisch beantworteten. Tenor der kleinen TED-Befragung: Die CDU ist eine Partei der christlichen Grundwerte, die programmatisch auf der Höhe der Zeit ist und sich künftig auf Familien und junge Leute konzentrieren sollte.

Merzhausen. Fünf CDU-Kanzler liegen zwischen heute und der Parteigründung vor 70 Jahren: Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger, Helmut Kohl und Angela Merkel. „Was macht die CDU als Volkspartei aus?“, fragt Moderator Dr. Philipp Salamon-Menger nach einer Präsentation über die Meilensteine der Partei. Der Journalist Volker Resing erklärt: „Die CDU ist keine Programmpartei. Die Frage ist dann: Was ist das Bindemittel? Ist es heute immer noch das gleiche wie vor 50 Jahren?“ Eine Antwort, die im Laufe der Diskussion immer wieder fallen wird, ist das „C“ wie christlich.

„Natürlich ist die CDU nach mehreren Jahrzehnten eine völlig andere Partei in einem völlig anderen Land“, sagt der Generalsekretär der Partei Dr. Peter Tauber. Damit meint er neue Generationen, die Deutschland prägen, und vermutlich auch die aktuelle Flüchtlingssituation. Allerdings gebe es auch immer wieder Dinge, die sich nicht ändern, die stetig zum Programm der Partei gehörten: die soziale Marktwirtschaft, die Liebe zum Land und natürlich auch die christlichen Werte. Fälschlicherweise würde das „C“ oft mit konservativ in Verbindung gesetzt, also Familie, Arbeit und Vaterland. „Wir aber müssen den Leuten vermitteln, dass es die christlichen Werte sind: Glaube, Liebe und Hoffnung.“ Das sei immer noch aktuell, auch in einer Zeit, in der sich immer weniger Menschen taufen ließen. Mit diesen Werten könne man auch nicht-christliche Migranten für die Partei und für die Gesellschaft gewinnen. „Wir müssen ihnen nur zeigen, dass sie auch erwünscht sind und dazugehören – zum Beispiel beim Ehrenamt“, sagt Tauber.

Mit diesem Grundgerüst kann die CDU seiner Meinung nach aber auch dem Land dienen und zur Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit beitragen. Die Menschen erwarten von der CDU, dass sie Probleme löse. Denn das ist laut Tauber das einzige, was zählt: „Die zentrale Frage ist doch: Wenn es zum Schwur kommt, wen hat man hinter sich?“ Im Saal waren das rund 60 Prozent, die per Umfrage für „Ja“ stimmten: Die CDU ist programmatisch noch auf der Höhe der Zeit.

Für die Abstimmung im Saal hatte jeder Gast im Saal ein eigenes elektronisches Abstimmungsgerät zur Hand. So gab es zu insgesamt vier Fragestellungen am Abend blitzschnell Antworten, die auf eine Leinwand auf der Bühne projiziert wurde.

Rund 70 Prozent der Gäste im Publikum sagten auf diese Weise auch, dass eine Volkspartei nach Grundwerten und nicht nach Pragmatismus handeln sollte. So sieht der Bezirksvorsitzende der CDU Südbaden, Andreas Jung, die Partei auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten. „,C' heißt doch, dass wir um Lösungen ringen und nicht um Populismus. Dass wir den Menschen sehen: Warum kommen die denn? Die Gründe sind so differenziert wie ihre Herkunftsregionen“, sagt er zur Situation der Flüchtlinge in Deutschland. Für 84 Prozent der Gäste im Publikum soll bei der Union das „C“ auch künftig noch dazugehören.

Und sie hatten auch eine eindeutige Meinung dazu, um welche Zielgruppe sich die CDU stärker kümmern sollte. An erster Stelle rangieren Familien, gefolgt von Jugendlichen, Schülern und Studenten.

Text und Fotos: Judith Hoppermann | Stipendiatin der Journalistischen Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung

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Leiter Regionalbüro Südbaden des Politisches Bildungsforums Baden-Württemberg

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