Veranstaltungsberichte

Chancen für das ungeborene Leben

Deutsche und französische Ansätze

Prof. Marie-Jo Thiel, Ärztin, katholische Theologin und Direktorin des Europäischen Zentrums für Ethik in Straßburg verglich in Freiburg die Chancen für das ungeborene Leben in Deutschland und Frankreich.

Während es in Deutschland, geprägt durch die christliche Kultur und die katastrophalen Erfahrungen mit im Nationalsozialismus eine Beratungspflicht für schwangere Frauen gibt, die eine Abtreibung in Erwägung ziehen, steht in der französischen Gesetzgebung das Selbstbestimmungsrecht der Frau im Vordergrund. Eine Beratungspflicht gibt es hier nicht.

Die Zahl der Abtreibungen in Frankreich ist etwa doppelt so hoch wie in Deutschland, wo Beratungsstellen wie donum vitae e.V. gemeinsam mit den betroffenen Frauen die Chancen für ungeborenes Leben ausloten und den schwangeren Frauen mit Rat und Tat beiseite stehen. Prof. Thiel beschrieb verschiedene Möglichkeiten, den Wert des ungeborenen Lebens bewußt zu machen, materielle Notlagen zu mildern oder Zwängen - etwa durch den Partner - entgegen zu treten. Auch die katholische Kirche müsse von einer Ethik des Verbotes zu einer Ethik der Tugend finden und ihr Familienbild überprüfen.

Die eigentliche Herausforderung sei es, eine Gesellschaft zu schaffen, in der sich gut leben lässt.

Prof. Dr. Marie-Jo Thiel KAS FREIBURG