Asset-Herausgeber

Veranstaltungsberichte

„Der Mut der Wenigen"

Protest – Repression – Solidarität. Folgen einer Ausbürgerung

Ausstellungseröffnung mit Tom Sello (Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.), Dr. Peter Krause MdL (CDU-Fraktion im Thüringer Landtag), Konrad Paul (Goethe-Institut Weimar)

Asset-Herausgeber

Am 12. September 2006 fand im Goethe-Institut Weimar eine Ausstellungseröffnung statt – ein gemeinsames Projekt des Bildungswerks Erfurt der Konrad-Adenauer-Stiftung mit dem Goethe-Institut und der Robert-Havemann-Gesellschaft.

Als Vertreter des Goethe-Instituts begrüßte Konrad Paul die zahlreichen Gäste in seinem Haus und gab einen kurzen Einstieg in die Thematik. Dr. Peter Krause MdL, der zugleich Beauftragter für die Opfer des Stalinismus und SED-Diktatur ist, verwies in Bezug auf das Thema der Ausstellung darauf, wie unverzichtbar es ist, all denen zu erinnern, die sich entgegen den angedrohten Repressionen stark gemacht haben und mutig ihren Protest gegen die Biermann-Ausbürgerung geäußert haben. Er machte darauf aufmerksam, dass Demokratie und Freiheit kostbare Güter seien, erinnerte an die friedliche Revolution 1989 und berichtete von seiner Zeit als Mitbegründer des Neuen Forums in Jena. Mit Hilfe dieser Ausstellung soll unter anderem das Bewusstsein der Bürger für eine aktive Beteiligung an der Demokratie gestärkt werden und des Weiteren ein Zeichen gegen das Vergessen an die Verbrechen der SED-Diktatur gesetzt werden.

http://www.konrad-adenauer-stiftung.de/politische_bildung/erfurt/Bautzen_hp.jpg
Tom Sello von der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. hat in Zusammenarbeit mit dem Matthias-Domaschk-Archiv diese Wanderausstellung ins Leben gerufen. Bevor er offiziell in die Ausstellung einführte, gab er den Gästen einen Überblick über die Beweggründe, solch eine Ausstellung zu entwickeln. So berichtete er davon, dass ihm aufgefallen war, dass es zwar viele Dokumente und Publikationen zur Staatssicherheit und der DDR insgesamt gebe, aber kaum über die doch vorhandene Opposition, vor allem über diejenigen, die nicht berühmt und in den Medien präsent waren. Viele Jugendliche wollten die Ausbürgerung Biermanns 1976 nicht akzeptieren. Sie haben Courage bewiesen und ihren Unmut frei geäußert. Meist mussten sie dies mit sehr harten Haftstrafen bezahlen.

Die Ausstellung soll somit auf jene (zumeist unbekannten) „Wenigen“ aufmerksam machen und zugleich der heutigen jungen Generation einen Denkanstoß geben, dass Demokratie und Meinungsfreiheit nicht selbstverständlich sind und Leben auch heißt, sich nicht alles gefallen zu lassen und sich für andere stark zu machen. Die Gäste waren sehr interessiert und zudem erstaunt, wie viele der jungen Oppositionellen von damals aus Thüringen stammten. In einer gelösten Atmosphäre wurde sich mittels der Tafeln informiert und ebenfalls rege diskutiert.

Asset-Herausgeber

comment-portlet

Asset-Herausgeber