Veranstaltungsberichte

Das Leben der Anderen – Fiktion oder Realität?

Betrachtungen eines Betroffenen

Vortrag und Filmvorführung

Die Abendveranstaltung am 08.10.2009 im Museum Zeulenroda unter dem Titel „Das Leben der Anderen – Fiktion oder Realität? Betrachtung eines Betroffenen“ begann kurz nach 19 Uhr und sah mehr als 50 Personen als Gäste.

Herr Lukow begann seinen Vortrag indem er herausstellte, dass auch Nicht-Zeitzeugen sich eine Meinung zu der DDR Diktatur bilden können und sollten. Hiermit bezog er Stellung gegenüber Personen (der Öffentlichkeit), die argumentierten, sie können sich kein Urteil über die DDR erlauben, weil sie nicht dort gelebt hätten. In diesem Zusammenhang begründete Herr Lukow, warum Aufklärung und Wissensvermittlung bezüglich des DDR Unrechts sehr wichtig sind. So würde eine große Zahl von Jugendlichen Konrad Adenauer als DDR Politiker verorten und die Umweltpolitik der DDR jener der Bundesrepublik Deutschland vorziehen. Jedoch begrenzte er die Wissensvermittlung nicht nur auf historische Fakten, sondern auch auf aktuelle politische Entwicklungen. Hierzu führte er den Verbleib von ehemaligen MfS Mitarbeitern in heutigen politischen Ämtern und Parteien sowie die Finanzierung der SED Nachfolgparteien an. In Bezugnahme auf Entwicklungen (z.B. Filme), welche das DDR Regime verharmlosen, kam Herr Lukow in einem Zwischenfazit zu dem Schluss, dass die Gefahr besteht, dass ein verfälschtes DDR Bild sich verfestigt und so die Geschichte von politisch radikalen Kräften uminterpretiert werden könnte.

Für Lukow stellt der Film „Das Leben der Anderen“ eine gegenläufige Entwicklung dar. In diesem Zusammenhang ging er dazu über, anhand von Filmsequenzen und eigenen Erfahrungen die Methoden und Strukturen des MfS zu beleuchten und darzustellen. Damit schaffte er einen Zirkelschluss von den Ereignissen im Film, über die selbst erfahrene Wirklichkeit bis hin zu dem gesellschaftlichen Rückblick auf diese Zeit. Nach dem Vortrag entwickelte sich eine rege Diskussion, in welcher sich auch Zeitzeugen zu Wort meldeten. Die Räumlichkeiten des Museums Zeulenroda bildeten hierfür ein gutes Ambiente.

Zurück