Veranstaltungsberichte

Kinder in Uniform – Staatsjugend in zwei deutschen Diktaturen

Kooperationsveranstaltung mit der BStU-Außenstelle Gera

Ausstellungseröffnung

der Behörde der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR eröffnet. Die Ausstellung des Schulmuseums Leipzig stellt die Staatsjugend des Nationalsozialismus und der DDR-Diktatur gegenüber, welche in Organisation und öffentlicher Zelebrierung inszenierter Rituale viele Parallelen aufwiesen. Größte Gemeinsamkeit ist jedoch die Verführung der Jugend, deren Idealismus für die Ziele der Diktaturen ausgenutzt wurde. Dies stellt eine Gemeinsamkeit aller antidemokratischen Bewegungen weltweit dar und ist in den Kindersoldaten besonders in Afrika und Asien noch heute zu beobachten.

Bei der Eröffnung betonten der BStU-Außenstellenleiter Gera Andreas Bley sowie der Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit Peter Grysko, dass die Ausstellung einerseits historisches Dokument der Erinnerung ist und andererseits Mahnung für die Gegenwart ist, so dass auch viele Geraer Schulen sich bereits zur Ausstellungsbesichtigung angemeldet haben. Beide gingen insbesondere auf die Militarisierung des öffentlichen Lebens in der DDR ein, welches schon früh Jugendliche in vor- und paramilitärische Organisationen einband, bzw. in den Schulen und staatlichen Jugendorganisationen Militärerziehung etablierte. In dieser Hinsicht bestand ein erheblicher Widerspruch zur umfassenden Friedenpropaganda der Partei- und Staatsführung der DDR. In diesem Zusammenhang zeigte die BStU zur Einführung Ausschnitte von DDR-Propagandafilmen für Jugendliche und Kinder, die dies eindrucksvoll belegten. Im Anschluss begann der Rundgang, bei dem auch weitere Einrichtungen der BStU besichtigt werden konnten.

Andreas Bley copyright BWK Erfurt