Veranstaltungsberichte

Matthias Domaschk und der Jenaer Widerstand

Wie aus Jugendlichen Oppositionelle wurden

Lesung und Gespräch mit Freya Klier

Die Universitätsstadt Jena entwickelte sich in den siebziger Jahren zu einem Zentrum der Opposition gegen das SED-Regime. Besonders die Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 und die Ausbürgerung Wolf Biermanns 1976 mobilisierten viele junge Menschen, die sich in der Jungen Gemeinde oder in literarischen Kreisen engagierten.

Neben Jürgen Fuchs, Doris Liebermann und Roland Jahn zählte Matthias Domaschk zu den bekanntesten Repräsentanten der Jenaer „Szene“. So reiste Domaschk u.a. nach Prag und Danzig, um Kontakte zur Charta 77 und zu Solidarnosc herzustellen. Ein Spitzel der Staatssicherheit warf ihm vor, eine Terrorgruppe gründen sowie 1981 den SED-Parteitag stören zu wollen. Auf Befehl der Staatssicherheit wurde Domaschk am 10. April 1981 verhaftet und in die MfS-Untersuchungshaftanstalt nach Gera gebracht. Dort verstarb er zwei Tage später auf ungeklärte Weise.

Am 08. September 2008 präsentierte Freya Klier, Autorin, Regisseurin und engagierte Bürgerrechtlerin, im Rahmen einer Veranstaltung des Bildungswerks Erfurt der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. ihr Buch „Matthias Domaschk und der Jenaer Widerstand“ im evang. Gemeindehaus Heiligenstadt.

In der abschließenden Diskussion zeigten sich die Zuhörer sehr bewegt, stellten der Autorin viele Fragen und unterstrichen die Bedeutung der Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit, wie auch der Aufmerksamkeit und Verantwortung jedes Einzelnen in der Gegenwart für eine demokratische Zukunft.

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