Veranstaltungsberichte

Rio+20 – Schlussfolgerungen für lokales Handeln

von Sebastian Barnet Fuchs

Fünf Wege zur Nachhaltigkeit

Beim 6. Netzwerk 21 Kongress „Nachhaltigkeit gestalten – selbst ist die Region“ am 15. und 16. Oktober 2012 in Erfurt ging es auf dem 1. Panel um die lokale Umsetzung globaler Initiativen. Unter Moderation der KAS diskutierten Stefan Kuhn von ICLEI, Katja Breyer vom Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der Evangelischen Kirche von Westfalen und Martina Eick vom Umweltbundesamt.

 

/documents/269099/269151/7_file_storage_file_8081_1.jpg/3762cc2a-f430-be26-364c-093b4ca8b14d
Katja Breyer, Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der Evangelischen Kirche von Westfalen, Martina Eick, Umweltbundesamt, Stefan Kuhn, ICLEI, Sebastian Barnet Fuchs, Konrad-Adenauer-Stiftung (v.l.n.r.)

Die wichtigsten Thesen der Diskussion:

Anders als beim Erdgipfel in Rio 1992 wurden Kommunen bei Rio+20 intensiv miteinbezogen und waren ein viel beachteter Partner. Es gibt fünf Wege, über die Initiativen zur Nachhaltigkeit angestoßen werden können:

 

 

 

 

 

 

  1. Kommunale Strategie – treibende Kraft ist hier die kommunale Verwaltung (z.B. in Japan, Schweden, Portugal)
  2. Zivilgesellschaftliche Initiativen - Bürgerengagement treibt die Kommunen an (z.B. in Deutschland, Brasilien)
  3. Konzertierte Aktion – Netzwerke aus Verwaltung und Bürgern, Kommunalen Verbänden (z.B. in den USA, Norwegen, Italien)
  4. Nationales Programm – von Verwaltungen beschlossen (z.B. in Frankreich, Schweiz, Korea)
  5. Internationale Partnerschaft – Nachhaltigkeitsklausel in internationalen Förderprogrammen stößt nationale Programme an (Polen, Indien).
Ein Ergebnis von Rio + 20 ist der Prozess der Formulierung von Nachhaltigkeitszielen, den so genannten Sustainable Development Goals. Diese Ziele zu formulieren ist sinnvoll, weil man den Prozess in der Öffentlichkeit besser sichtbar machen kann.

Das Konzept der „Green Economy“ ist fokussiert auf Wirtschaft, darf aber nicht lokale Initiativen aus dem Blick lassen. Nötig sind nicht allein technische Lösungen, sondern auch eine Wachstums- und Wohlstandsdebatte. Es ist notwendig, über Alternativen zum BIP als Messinstrument für Wohlstand nachzudenken. Für die lokale Agenda 21 Arbeit ist es wichtig, zwischen Experten und Bürgern zu vermitteln. Schließlich kann man lokal besser Initiativen ausprobieren, ohne dass es dramatische Folgen hat, wenn es einmal nicht funktioniert.

Auf kommunaler und lokaler Ebene gibt es bereits sehr viele gute Initiativen. Ein Beispiel sind verschiedene Umweltmanagementsysteme (z.B. „grüner Hahn“), das Gemeinden einführen können. Besonders Klimaschutz aber auch faire Beschaffung durch die Kommunen sind wichtige Themen. Der lokale Agenda Prozess muss weitergehen, doch dies ist bei der vielfachen Kürzung öffentlicher Mittel nicht immer einfach.

Bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstandards mangelt es vielerorts am politischen Willen. Doch ökologische und nachhaltige Standards müssen von einer kritischen Masse der Bürger eingefordert werden. Zivilgesellschaftliches Engagement ist gefragt, um von der Politik das Setzen von Standards zu verlangen. Aufgabe der Politik ist es, einen verlässlichen Rahmen zu schaffen.

Kontakt

Winfried Weck

Winfried Weck (2020)

Leiter des Regionalprogramms "Allianzen für Demokratie und Entwicklung mit Lateinamerika" ADELA und des Auslandsbüros Panama

winfried.weck@kas.de +507 387 4470