Veranstaltungsberichte

Wenn Gedanken Flügel hätten

von Elisabeth Helbig
Konzertlesung

Am 8. Dezember lud das Politische Bildungsforum der Konrad-Adenauer-Stiftung zu einer Konzertlesung mit Matthias Gehler und Willi Wild ein.

Nach Begrüßungsworten durch Daniel Braun, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des PBF-Thüringen und Maik Kowalleck, Landtagsabgeordneter für Saalfeld, folgte eine Vorstellung des Liedermachers durch den Radio- Moderator Willi Wild.

Er berichtete über die Entstehungsgeschichte des Buchs „Wenn Gedanken Flügel hätten“ und der daraus entstandenen Konzertreise, die die beiden bisher in die unterschiedlichsten Städte Thüringens führte.

Matthias Gehler war seinerzeit Regierungssprecher der ersten gewählten Regierung der DDR und Angela Merkel zu dieser Zeit seine Stellvertreterin. Er berichtete sowohl aus dieser Zeit, als auch von seinem Weg zur Musik und dem Inhalt seiner Lieder. Denn diese unterschieden sich von den üblichen systemkritischen Liedern dieser Zeit. Gehler behandelte nicht nur Themen der Diktatur und Freiheit, sondern auch alltägliche Motive wie Liebe, Freundschaft und die anderen schönen Dinge des Lebens. Das erste von insgesamt acht Liedern die Gehler an diesem Abend sang, handelte beispielsweise von seinem Verhältnis zu sich selbst und einer Rückschau auf die vergangenen 30 Jahre.

Zwischen den Liedern rezitierte Gehler dann immer wieder kleine Ausschnitte seines Buchs, begleitet von Anekdoten Wilds. So habe Gehler als Jugendlicher beispielsweise entschieden, der FDJ nicht beizutreten. Dies habe ihm dann einige Jahre später auf der ‚Messe der Meister von Morgen‘ Probleme bereitet und schließlich zum Ausschluss der Messe geführt. Dennoch habe er sich davon nicht beeindrucken lassen, vielmehr inspirierten ihn diese Erfahrungen zu weiteren Liedtexten. Weitere Liedbeiträge folgten, in denen Gehler auch daran appellierte, bei all der Kritik bei sich selbst anzufangen.

Auf seinen beruflichen Werdegang wurde auch noch einmal eingegangen. So habe er nach dem Theologie-Studium erst als Pfarrer gearbeitet, später sei er sogar einmal in der DDR arbeitslos gewesen. Dieser Umstand war in diesen Zeiten sehr selten und außergewöhnlich. Er habe sich dann auf eine Stelle bei der Zeitung „Neue Zeit“ beworben und sei schließlich erst einmal in der EDV-Abteilung gelandet. Nach einiger Zeit konnte er dann doch noch in die gewünschte Journalistensparte wechseln. Nach seiner Zeit als Regierungssprecher habe er dann aber nicht weiter im Politikbetrieb arbeiten wollen und wechselte schließlich zur Medienanstalt. Dennoch beschreibt er diese Zeit, in der er Regierungssprecher unter der Regierung Lothar de Maizières war, als spannend und wichtig. Nicht nur für ihn persönlich, sondern für die ganze damalige Situation.

Es folgten Liedbeiträge die er für Persönlichkeiten seiner Vergangenheit geschrieben hatte und die einen sehr persönlichen und emotionalen Liedermacher zeigten.

Zum Abschluss sang Gehler dann noch ein Lied, welches er nach der Wende geschrieben hatte und welches davon handelte, dass doch eigentlich alle die Gleichen geblieben seien, die sie schon immer waren.

Anschließend folgte eine Zugabe und Matthias Gehler stand bereit seine Bücher persönlich zu signieren.

Zeitenwenden - 25 Jahre friedliche Revolution KAS