Veranstaltungsberichte

Partnerseminar Velké Bílovice

von Milan Šimůnek
In dem Zeitraum vom 26.09. bis 27.09.2014 lud die Konrad-Adenauer-Stiftung ihre Partner aus der Tschechischen Republik sowie der Slowakischen Republik zu einem Partnertreffen in Velké Bílovice ein.

Bei diesem zweitätigen Zusammenkommen stellte der KAS-Leiter des tschechischen und slowakischen Auslandsbüros Dr. Werner Böhler die geplanten Themenschwerpunkte und Projekte für das kommende Jahr vor. Im Fokus stehen dabei unter anderem die Förderung der Europäischen Union, die Familienpolitik, die politische Bildung mit der Einbindung der Bildungsgesellschaft sowie der Rechtsstaat mit der unabhängigen Justiz.

Weiterhin möchte sich die Konrad-Adenauer-Stiftung für das Jahr 2015 verstärkt mit der Sozialen Marktwirtschaft und seinen Prinzipien der Solidarität und Subsidiarität beschäftigen.

Der Bundesvorstandsmitglied der MIT (Mittelstand- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU) Matthias Klein trug mit seinem Vortrag „Soziale Marktwirtschaft – Der deutsche Weg aus der Krise“ einen wichtigen Teil zur Anregung und Diskussion bei dem Partnertreffen in Velké Bílovice bei. Klein stellte das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft und ihre Prinzipien vor. Sein Vortrag sprach ebenfalls die Wirtschaftskrise von 2008 an, die zu einer Schwächung der Konjunktur in vielen europäischen Ländern führte. Die Hauptursache der Wirtschaftskrise sei demnach die mangelnde Regulierung des Bankensektors und der Konstruktionsfehler der Europäischen Währungsunion. Die Leitlinien der Sozialen Marktwirtschaft wie die Schaffung eines verlässlichen Ordnungsrahmens, der stabile Staat mit einem starken Wettbewerb geben einen Lösungsansatz zu dem Problem.

Das weitreichende Ziel für die Zukunft bleibt weiterhin die Motivation der Bevölkerung sich aktiv an der Gestaltung der Demokratie zu beteiligen. Das politische Engagement kann unter anderem in Form von politischen Debatten, der Beteiligung an politischen Projekten oder die Mitgliedschaft an einem politischen Verein erfolgen. Die geringe Wahlbeteiligung der Bürger bei der letzten Wahl des Europäischen Parlaments zeigt, wie wichtig es ist die politische Bildungsarbeit voranzutreiben und auf diesem Gebiet weiterhin aktiv zu bleiben. Eine Demokratie kann nur als solches funktionieren und ihre volle Wirkung entfalten, wenn alle Menschen ihre Wahlberechtigung wahrnehmen und diese für eine Mitgestaltung in der Politik nutzen. Um die politische Bildungsarbeit zu fördern und die Demokratie zu stärken sind Partnerschaften mit verschiedenen Unternehmen, Institutionen, Organisationen und Parteien für die Konrad-Adenauer-Stiftung essentiell. So stellten die Partner ihre erfolgreichen Projekte vor, die sie Dank der Unterstützung der KAS im vergangenen Jahr realisieren konnten. Dabei handelte es sich primär um die Arbeit der Bürgerbildung.

Vortragende wie der Leiter des Zentrums für Bürgerbildung Ondřej Horák und der Vertreter des Centrums für Europäische Politik Adam Liberčan sowie Eduard Filo aus dem Verein der Christlichen Jugendgemeinschaften gaben einen Einblick in ihre Projekte zum Thema Bürgerbildung.

Im Anschluss des Seminars wurde in einem Dialog zusammen mit der ehemaligen Moderatorin des tschechischen Fernsehens Pavlína Kvapilová und dem ehemaligen Generaldirektor des slowakischen Fernsehens Richard Rybníček über die Rolle der öffentlich-rechtlichen Medien in der Gesellschaft diskutiert. Auf Grund der steigenden Boulevardisierung in den Medien, muss sich die Frage nach der Qualität und Unabhängigkeit der Informationen gestellt werden. Darüber hinaus wurde die Debatte um die Rundfunkgebühren aufgegriffen. In diesem Zusammenhang wurde das öffentlich-rechtliche Fernsehen in der Tschechischen Republik mit dem der Slowakischen Republik verglichen.

Im Schlusswort der Diskussion um die öffentlich-rechtlichen Medien, wurde dringlich darauf hingewiesen, dass die Unabhängigkeit der Medien vor privaten oder politischen Einflüssen geschützt werden muss. Nur so kann eine freie Meinungsäußerung und eine objektive Berichterstattung garantiert werden.