Veranstaltungsberichte

Jugendarbeitslosigkeit in Europa

von Bence Bauer, LL.M

Internationales Symposium im Rahmen des KAS-Jahresmottos "Perspektiven der Jugend"

Am 3. Dezember 2013 veranstaltete die Konrad-Adenauer-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Stiftung Union für ein Bürgerliches Ungarn ein internationales Symposium zum Thema „Jugendarbeitslosigkeit in Europa“ mit ca. 80 Teilnehmern.

Frank Spengler, Leiter des Auslandsbüros Ungarn der Konrad-Adenauer-Stiftung, betonte in seiner Eröffnungsrede zunächst, dass das Jahresmotiv 2013 der KAS „Perspektiven der Jugend“ sei und es in Deutschland und im Ausland viele Veranstaltungen zum Thema gebe. In diesem Kontext solle auf dem Symposium das Problem der Jugendarbeitslosigkeit thematisiert und diskutiert werden. „Jugendarbeitslosigkeit ist ein Problem, dass sich nicht einfach nur in Zahlen ausdrücken lässt“, so Spengler.

Dr. Gergely Gulyás MdNV, stellv. Fraktionsvorsitzender von FIDESZ und Generaldirektor der Stiftung Union für ein Bürgerliches Ungarn, sprach zunächst die Europäische Union an und die in letzter Zeit in vielen Ländern Europas aufgekommenen Zweifel bezüglich der Arbeitnehmerfreizügigkeit. Weiterhin nahm Gulyás zur Weltwirtschaftskrise Stellung und wies darauf hin, dass diese in Europa am längsten andauere, was sich auch auf das Wirtschaftswachstum und die Jugendarbeitslosigkeit in Ungarn auswirke.

Im anschließenden Beitrag referierte Zoltán Balog, Minister für Humanressourcen und Vorsitzender der Stiftung Union für ein Bürgerliches Ungarn, zunächst darüber, wie wichtig es sei, jedem Menschen das Gefühl zu vermitteln, dass er und seine Arbeitskraft für die Gemeinschaft gebraucht würden. Im Augenblick werde aber gerade in Ungarn den jungen Menschen dieses Gefühl nicht mehr vermittelt. Als Grund nannte er die hohe Arbeitslosenquote, die bei den unter 25-jährigen 27% betrüge, was leicht über dem EU-Durchschnitt von 24% läge. Um dem entgegenzuwirken, habe Ungarn eine Reihe an Maßnahmen getroffen, wie z.B. „Winter-ABM-Maßnahmen“ in strukturschwachen Gebieten, was rund 100.000 Arbeitsplätze bedeuten würde.

Aus Berlin angereist war Dr. Ralf Brauksiepe, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Er konzentrierte sich in seinem Beitrag darauf, dass eine gesunde Mischung aus nationalstaatlichen Reformen und gemeinschaftlichen Hilfen notwendig sei. Er betonte: „Jugendarbeitslosigkeit ist im Augenblick die größte und wichtigste Herausforderung“. Es sei jedoch von besonderer Bedeutung, dass jedes Land seinen eigenen Weg finde und eigenständig Reformen durchführe. Allerdings könne durch andere EU-Staaten auf der Grundlage eigener Erfahrung mit dieser Problematik Hilfe geleistet werden.

Ildefonso Pastor, der stellv. Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziale Sicherheit im spanischen Parlament, stellte die jüngsten Entwicklungen seines Landes auf dem Weg zu mehr Wachstum und Beschäftigung dar. Erste Erfolge seien mit der Konjunkturbelebung erreicht worden, wenn auch die unvermindert hohe Jugendarbeitslosigkeitsquote von 56% zum nachhaltigen Handeln auffordere.

Den zweiten Teil der Veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion mit Vertretern erfolgreicher ungarischer Start-Up-Unternehmen, wie z.B. mit Ádám Fischer, dem Direktor von Prezi.com, einer cloudbasierten Präsentationsanwendung. Die Probleme der Jugendarbeitslosigkeit aus Sicht der Unternehmen wurden diskutiert. Die jungen Unternehmer zeigten auf, wie sie aus eigener Kraft ihr Unternehmen erfolgreich aufbauten.

(Text: Frank Wermter, Bence Bauer)