Veranstaltungsberichte

Sachpolitik regional begreifen

Die FIDESZ Jugend hat ihr Sommercamp vom 17.-19. August 2012 in Zánka abgehalten. Die Veranstaltung lief unter dem Namen "Sachpolitik regional begreifen": Mehr als 150 junge Menschen nahmen an der Veranstaltung teil. Die Teilnehmer hatten dabei die Gelegenheit, prominente Gäste wie Tamás Deutsch (Mitglied des Europäischen Parlaments), Gergely Gulyás (Abgeordneter und Vizefraktionsvorsitzender der FIDESZ), oder Gábor Török (Politologe) kennenzulernen.

Am ersten Tag des Camps wurden die Jugendlichen durch Áron Veress, dem Vorsitzenden der FIDESZ Jugend begrüßt. In seiner Eröffnungsrede hob Áron Veress die Erfolge, als auch die Aufgaben der jungen Leute hervor. Neben der Bedeutung der Weiterführung der laufenden Arbeiten betonte er auch die Wichtigkeit der Weiterbildung, der Gestaltung der Organisation und der Vermittlung der erworbenen Erfahrungen. Die wichtigsten Aufgaben seien nicht nur die Repräsentation der Interessen der jungen Leute, sondern auch die Entwicklung und Pflege eines produktiven Dialogs mit den Vertretern der Mutterpartei. In seiner Rede hat Áron Veress auch die Erfahrungen des vergangenen Jahres zusammengefasst: so hat er die Sommer Universität der „European Democrat Students“ in Sopron organisiert. „Die Organisation einer so großen und auch erfolgreichen Veranstaltung entfaltet eine so vertrauensbildende, inspirierende Wirkung, dass das eine herausragende Rolle bei den gegen unser Land oft verlautbarten feindlichen Stimmen hat verstummen lassen.”

Anna Tamási, Präsidentin des Auswärtigen Kabinetts der FIDESZ Jugend, eröffnete den Morgen des zweiten Tages des Sommercamps. In ihrem Vortrag sprach sie über die Rolle des Auswärtigen Kabinetts in solchen internationalen Organisationen wie der EDS (Jugendorganisation der Europäischen Volkspartei), der DEMYC und Central European Youth Cooperation. Sie dankte für die Arbeit solcher Organisationen wie der Konrad Adenauer Stiftung, des Robert Schuman Instituts und der des International Republican Institutes, welche die FIDESZ Jugend schon lange unterstützten. Anna Tamási, die auch Vize-Präsidentin der „European Democrat Students“ ist, hob die Wichtigkeit des Engagements der jüngeren Generation für die Teilnahme im öffentlichen Leben hervor: "Es ist immer eine große Ehre, wenn man sein Land in der internationalen Arena repräsentieren kann. Die hier gewonnenen Erkenntnisse, und die Gelegenheit der Selbstdarstellung hat eine besondere Bedeutung nicht nur für das Land, sondern auch für unsere Organisation.”

Nach einer kurzen Pause hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, den inspirierenden Ideen von Patrik Kovács, dem Präsidenten des Nationalen Verbands der Jungunternehmer, über das Thema „Unternehmenschancen” zuzuhören. Patrik Kovács hob die Tatsache hervor, dass in Ungarn die Jugendarbeitslosigkeit schon 20,5% erreicht habe, aber nur 45% der junge Leuten daran denken, ein eigenes Unternehmen zu starten und nur 3.7% hätten schon ein solches Weiterhin sagte er, dass in Ungarn bis zum heutigen Tage man sehen könne, dass die eigenen Unternehmen nicht als realistische Alternative wahrgenommen werden würden. Dieses noch negative Bild ist mit den sozialistischen Ländern verbunden, während im Westen Europas der Unternehmer eine angesehene Person sei. "In unserer heutigen Welt kann ein junger Mann viel einfacher erfolgreich werden als noch 10-20 Jahre früher. Allerdings gibt es einen riesigen Wettbewerb auf dem Markt, so dass ein ausgeprägtes Fachwissen benötigt wird. Tatsächlich ist mit der Krise die Zeit des effektiven Ressourcenmanagements gekommen. Man muss Werte vertreten." Patrik Kovács betonte, dass heute eine Stelle zu finden wirklich ein Problem sei, es aber in unserer eigenen Verantwortung liege, sich darum zu kümmern.

Am Samstagnachmittag fand ein Rundtischgespräch statt, wobei Dániel Loppert, Sprecher der Nationalen Infrastrukturentwicklung GmbH und ehemaliger Präsident der FIDESZ Jugend, zusammen mit Gábor Török (Politologe) und Gergely Gulyás (Abgeordneter und Vizefraktionsvorsitzender der FIDESZ) eine Reihe aktueller Themen wie die neue ungarische Verfassung, die Erfahrungen und Auftritte auf der internationalen Bühne, die Frage der Vorregistrierung oder das Problem der Abwanderung der Jugendlichen ins Ausland diskutierten.

Über die neue Verfassung von Ungarn sagte Gergely Gulyás, dass nach dem Wahlsieg im Jahre 2010 die Zwei-Drittel-Mehrheit die rechtliche Befugnis dazu hatte. Der neuen Verfassung komme eine wichtige und symbolische Bedeutung zu, weil sie durch ein demokratisch gewähltes Parlament verabschiedet worden sei. Unter den wichtigsten Neuerungen nannte er die Vorschriften der staatlichen Schuldenbremse, die Rolle des Finanzrats und die Tatsache, dass Ungarns neue Verfassung sich zuerst mit den Rechten von Minderheiten befasst. Die Präambel sei auch eine signifikante Neuerung, da die ungarische Verfassung nie eine normale Präambel gehabt habe.

Gábor Török begrüßte, dass die neue Verfassung von einem frei gewählten Parlament geschaffen wurde, sprach aber auch an, dass die Verfassung, die oft als Einparteienverfassung bezeichnet worden sei, nach einem eventuellen Regierungswechsel in ihrer rechtlichen und politischen Legitimität in Frage gestellt werden könnr. Aber er glaubt, dass diese Verfassung unabhängig von den Umständen ihrer Geburt stabil sei. Gergely Gulyás stellte in diesem Zusammenhang fest: „Diese Verfassung ist rechtlich eine sogenannte Kompromissverfassung. Aber ich glaube nicht, dass jemand, der mit der Akzeptanz der neuen Verfassung argumentieren würde, auch Wählerstimmen fangen könnte.”

Dániel Loppert zitierte die kritischen Worte von László Sólyom (ehemaliger Präsident Ungarns) über die neue Verfassung, die ebendieser in seiner Rede in Aszófő angebracht hätte. In Reaktion auf diese sagte Gábor Török: „Die Zwei-Drittel-Mehrheit bedeutet das Gefühl der Allmacht sowohl für die Regierung als auch für die Wähler. Wir sollten ein bisschen mehr selbstlimitierend sein. Die "Zwei-Drittel-Krankheit" bringt aber einen arroganten Stil mit, und der Stil ist der Mensch, der Stil ist die Politik.” Gergely Gulyás hält die Rede von László Sólyom in mehreren Punkte für ungerecht, zum Beispiel hinsichtlich des Vergleiches mit Rumänien. Den Stil wie eine Regierung regiert sollte man Schritt für Schritt auswerten.

Gábor Török sagte über das Thema der Einführung der Vorregistrierung, dass dies zu in einer Art der Selbst-Selektion der Wähler führen würde. „Es wäre sinnvoll, damit ein bewusstes Wahlverhalten zu entwickeln: Sonst würden wir nur zwei Kampagnen generieren. Für mich scheint das nutzlos und sinnlos, und der Initiator wagt auch nicht klar zu sprechen.” Gergely Gulyás legte dar, dass er nicht sehen könnte, dass die Einführung der Vorregistrierung für die FIDESZ politische Vorteile bringen könnte.

In Bezug auf die steigende Tendenz der Auswanderung der Jugendlichen sagte Gábor Török, dass vom Standpunkt der Regierung aus besorgniserregend sei, dass dies auch die jungen Unterstützer der FIDESZ reduziere, gerade im Hinblick darauf, dass ein signifikanter Teil von Jobbik und LMP junge Mitglieder zwischen 16-20 Jahren seien. FIDESZ muss dies ändern, sonst wird sich die Partei mehr und mehr in Richtung der älteren Generation verschieben. In Reaktion auf diesen Gedanken sagte Gergely Gulyás, die Abwanderung der jungen Menschen könne bis zu einem gewissen Aspekt normal sein, da sie auf Veränderungen am schnellsten reagieren könnten. Nach seiner Meinung ist FIDESZ noch immer populär unter den jungen Leuten.

Nach einer kurzen Pause sprach Annamária Juhász, Reporterin von Echo TV, mit Tamás Deutsch (MEP). Mit einigen Fotos frischte sie die wichtigsten Phasen seiner Karriere auf und Tamás Deutsch erzählte über seine Erfahrungen bei den Olympischen Spielen in London sowie darüber, dass mehrere linksorientierte Journalisten die Leistung unserer Athleten nicht als ein Erfolg werten: „Im ungarischen Denken gab es immer eine Attitüde, gegen freudige Ereignisse der gesamten Nation anzukämpfen. Dahingegen denken die Briten über Wettkämpfe als etwas, was wie die nationale Identität prägt.” In Bezug auf die Kritik seitens der EU gegen Ungarn sagte Tamás Deutsch, dass wir es nicht vergessen dürfen, dass es zwischen alten und neuen EU-Mitgliedern tatsächlich Unterschiede gibt. Diese Länder haben auch sehr unterschiedliche historische Erfahrungen und Westeuropa versucht diese in ihrem eigenen Wertsystem zu platzieren. „Aber Europa ist eine solche Gemeinschaft, in der wir unseren eigenen Weg gehen können, wenn wir auch die gemeinsamen Regeln einhalten. Man kann in dem gleichen Klub in Bezug auf zwei unterschiedliche Spieler nicht verschiedene Regeln anwenden.” Über die Differenzen zwischen den EU-Mitgliedstaaten sagte er: "Wir haben immer noch den Unterschied zwischen den Alten und den Neuen. Das ist etwas, das die Zeit heilen wird.“

Die Veranstaltung wurde am Samstagabend mit Abendessen und einer stimmungsvollen Zusammenkunft der Jugendlichen geschlossen. Hiermit wir möchten auch den Teilnehmern, den eingeladene Gastrednern und unserem hauptsächlichen und jahrelangen Kooperationspartner, der Konrad-Adenauer-Stiftung für ihre Unterstützung bedanken.