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"Ein guter Tag für Indonesien"

Interview mit Jan Woischnik zu den Präsidentschaftswahlen

Joko Widodo ist jung, zupackend und - nicht korrupt; in Indonesien ein Ausnahmepolitiker. Höchstwahrscheinlich wird der heutige Bürgermeister von Jakarta der nächste indonesische Präsident. Über ihn und die Auswirkung der Wahl für sein Land sprach Jan Woischnik, Leiter des Indonesien-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung, im Interview mit SRF.

Nach ersten Hochrechnungen hat Joko Widodo 52 Prozent der Stimmen bei den Präsidentschaftwahlen erhalten, sein Gegenspieler, Ex-General Prabowo Subianto, nur 47 Prozent. Trotzdem haben sich beide nach der Wahler zum Sieger erklärt. Für eine Einschätzung, ob deshalb Unruhen drohen, sei es jedoch noch zu früh, sagte Jan Woischnik. Man müsse in Rechnung stellen, dass Prabowo sich seit vielen Jahren vorgenommen habe, Staatspräsident zu werden, mindestens seit dem Jahr 2008. Und er habe auch auf eigene Rechnung sehr viel Geld in den Wahlkampf gesteckt. "Es muss sich beim ihm im Moment wohl erst einmal setzen, dass er schlussendlich verloren hat. "

Widodo wird von vielen als Hoffnungsträger und Reformer gefeiert - zu recht, meint Woischnik, denn wo immer er politische Verantwortung übernahm, habe er zugepackt. "Er hat in der Politik angefangen als Bürgermeister der kleinen Stadt Solo auf Java und hat aus einem etwas verkommenen Provinznest eine blühende Stadt gemacht." Daraufhin wurde er 2012 in Jakarta zum Gouverneur gewählt und habe auch hier sehr beherzt, mutig und entschieden Reformen angepackt, die Jahre oder sogar Jahrzehnte lang niemand angepackt habe. "Das sind seine Erfahrungen und deswegen ist es ihm durchaus zuzutrauen, dass er jetzt auch als Staatspräsident der drittgrößten Demokratie der Welt viele sehr nötige Reformen anstoßen wird."

Die Wahl zwischen diesen beiden Männer sei für ihn durchaus eine zwischen Aufbruch und Rückschritt gewesen, denn Prabobo sei von seinem Denken her komplett in der Zeit vor 1998, vor Beginn der Demokratisierung, sozialisiert worden. "Widodo ist der genaue Gegenentwurf dazu. Er hat mit der alten Ära nichts zu tun. Er hat sich vielmehr vom Möbelhändler, vom Kleinunternehmer zum Bürgermeister hochgearbeitet, dann zum Gouverneur und ist jetzt schließlich Staatspräsident von Indonesien." Für ihn sei entscheidend, dass sich der indonesische Wähler zum ersten Mal getraut habe, jemanden zu wählen, der nicht aus der alten Clique, der Oligarchie, sondern wirklich aus dem Volk stamme und der die Sorgen des Volkes genau kenne. "Deshalb ist es ein sehr guter Tag für Indonesien."

Das komplette Interview als Audio-Mitschnitt finden Sie hier.

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