Event Reports

Was bleibt von der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika?

by Werner Böhler

Green Goal 2010 Legacy Report für die Westkap-Provinz und die WM-Stadt Kapstadt vorgestellt

Exakt ein Jahr nach dem Ende der ersten Weltmeisterschaft in der Region Afrika wurde am 11. Juli 2011 im Stadtparlament von Kapstadt der Abschlussbericht über die Green Goal Initiativen vorgestellt. 42 konkrete Projekte, die die Umweltauswirkungen für die Provinz und die Stadt mindern und zu nachhaltigen Investitionen in Zusammenhang mit diesem großen Sportereignis führen sollten, wurden über einen Zeitraum von vier Jahren erarbeitet.

Das Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung war Mitinitiator dieses umfassenden Programms und begleitete dessen Erarbeitung, Monitoring, Umsetzung und Evaluierung durch Workshops, Expertenvermittlung und Beratungsleistungen von Beginn an. Wegen der begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen fokussierte die KAS ihr Engagement auf Kapstadt mit dem Ziel, ein Pilotprojekt in einer Gastgeberstadt zu fördern, das den übrigen Austragungsorten als Orientierung und Leitfaden dienen konnte.

Zielsetzung der KAS war es dabei:

  • auf den Erfahrungen des Green Goal Konzepts aufzubauen, das vom Öko-Institut für die WM 2006 in Deutschland entwickelt wurde und weitergehende Erkenntnisse zu berücksichtigen, sowie diese an die Bedürfnisse und Bedingungen auf dem afrikanischen Kontinent anzupassen.
  • eine Plattform für alle Interessengruppen wie die Stadt Kapstadt, die Westkap-Provinz, Zivilgesellschaft, relevante Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaft und Forschung sowie die Privatwirtschaft und die Medien zu schaffen und gemeinsam einen abgestimmten und umsetzungsfähigen Aktionsplan für eine umweltfreundliche und sozial verantwortliche Fußballweltmeisterschaft zu erarbeiten. Ergebnis war der „Green Goal 2010 Action Plan Host City Cape Town“.
Ein besonderes Ziel bestand für die KAS als politische Stiftung darin, zu demonstrieren, dass Regierungen mit unterschiedlicher politischer Führung zielorientiert und konstruktiv zusammenarbeiten können. In der noch jungen Demokratie in Südafrika ist das keine Selbstverständlichkeit. Eine solche Konstellation war zum Zeitpunkt des Projektbeginns nur im Westkap mit dem Gastgeber Kapstadt gegeben.

In ihren Reden vor den etwa 140 geladenen Gästen im Stadtparlament von Kapstadt gingen die Premierministerin vom Westkap, Helen Zille, und die neue Bürgermeisterin von Kapstadt, Patricia de Lille, auf die wichtigsten Projekte ein. „Fan Fest“ und „Fan Walk“, Energieeffizienz durch den Einsatz von LED-Technologie im Stadium, die Einsparung von 580 Millionen Liter Wasser für die Beregnung des neu angelegten „Greenparks“ um das Stadium mit aufgefangenem Quellwasser, „Urban Upgrading“ in Verbindung mit der Installation von Solaranlagen in Townships sowie die neuen öffentlichen Nahverkehrssysteme waren dabei einige der genannten realisierten Vorhaben. Insgesamt 38 Projekte des Aktionsplans sind abgeschlossen und drei sind teilweise umgesetzt.

Für ein wichtiges Vorhaben sind die Planung und das Design fertig gestellt. Dabei handelt es sich um das Öko-Informations- und Bewusstseinbildungszentrum („Smart Living Center“), das neben dem „Biodiversity Park“ auf dem Gelände des Green Point Common beim Fußballstadium errichtet werden soll. Es besteht die Absicht, die relativ hohen Investitionskosten im Rahmen eines Public-Private-Partnership-Projekts zu decken.

Nach vier Jahren gemeinsamer Arbeit ist dieses Projekt als solches abgeschlossen. Bereits im November 2010 beteiligte sich die KAS-Büros in Johannesburg und Rio de Janeiro an dem Aufbau von ersten Kontakten zu den entsprechenden Institutionen in Brasilien, das Gastgeber der WM 2014 sein wird. Symbolisch überreichten Premier Helen Zille und Bürgermeisterin Patricia de Lille dem Generalkonsul von Brasilien in Kapstadt, Joaquim Salles, sowie dem deutschen Generalkonsul, Hans-Werner Bußmann, den Green Goal Legacy Report.

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