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"Zugang zu Elektrizität sollte ein Menschenrecht sein!"

"Obwohl Ugandas BIP wächst, kam es bislang noch nicht zu einem Strukturwandel in der Gesellschaft. Die meisten ugandischen Bürger sind immer noch in der Landwirtschaft beschäftigt", erklärte Max Walter, Geschäftsführer des Center for Development Alternatives (CDA) bei einer Pressekonferenz über die wirtschaftliche Transformation Ugandas am 10. Oktober in Kampala.

Walter stellte die Ergebnisse der Studie "Powering Uganda's Transformation" vor, die von CDA in Kooperation mit der Konrad Adenauer Stiftung (KAS) durchgeführt und als jüngster Beitrag der Publikationsreihe "Reality Check" veröffentlicht wurde. Die Studie untersuchte, welche Rolle der Energiesektor bei der Transformation Ugandas in ein industrialisiertes Land mittleren Einkommens spielt. In den Ergebnissen identifiziert die Studie Energie als ein entscheidender Faktor für das Wachstum der ugandischen Wirtschaft und benannte Hindernisse im Energiesektor, die einen Strukturwandel derzeit noch behindern.

"Nur 1,6% des Energieverbrauchs wird von der Elektrizität getragen, Biomasse macht dagegen mehr als 85% aus. Das Problem bei der Nutzung von Biomasse ist, dass es keine geeigneten Maschinen gibt und Biomasse hauptsächlich von Haushalten und Kleinunternehmern konsumiert wird. Das macht das Verbrennen von Feuerholz ineffizient, da dabei viel Energie verloren geht. Außerdem verlässt sich Uganda zu stark auf seine Wälder. Auf lange Sicht müssen wir Wälder entweder neu pflanzen oder auf andere Energiequellen umstellen", sagte Walter.

Daneben benannte die Studie auch den gleichberechtigten Zugang zu zuverlässiger und bezahlbarer Elektrizität als Grundvoraussetzung für erhöhte Produktivität. "Wir brauchen ein Übertragungsnetzwerk, um mehr Verbrauchern zu erreichen. Der Ausbau des Netzes geht mit Verlusten und technischen Schwierigkeiten einher. Aber je größer das Übertragungsnetzwerk, desto mehr Verbraucher, desto geringer die Preise. Um auf lange Sicht ein Wirtschaftswachstum zu erzielen, muss Uganda daher dringend in Übertragungsnetzwerke investieren."

Aber Walter wies auch auf das Dilemma hin, das mit der Bereitstellung von Elektrizität verbunden ist: "Wir brauchen billige Energie, um die Industrialisierung voranzutreiben, aber wir brauchen Industrialisierung, um billige Energie zu erzeugen." Es gibt noch viele Baustellen auf dem Weg zu einer Transformation Ugandas im Energie und Wirtschaftssektor. „Powering Uganda‘s Transformation“ benennt dabei die größten Herausforderungen und bietet mögliche Lösungsansätze an.