Publicador de contenidos

Der Politiker, der studiert

Publicador de contenidos

Compartir

Schwarz - sein Kaffee, seine Kleidung, seine politische Einstellung. Martin Rademacher ist 25 Jahre alt und nicht nur Theologiestudent, sondern auch ein junger Politiker. Während er seinen doppelten Espresso trinkt, erklärt Martin das System der verfassten Studentenschaft und seine Ziele in der Uni-Politik.

 

Einmal im Jahr wird für jede Hochschule ein Studentenparlament gewählt. Die Koalition im Parlament stellt den „ASTA“- „Allgemeiner Studierendenausschuss “. In Bonn sitzen 51 Abgeordnete im Studentenparlament, einer von diesen ist Martin Rademacher.

 

Im Jahr 2009 war der Ring der Christlich Demokratischen Studenten (RCDS) in Bonn besonders erfolgreich und Martin wurde auf den RCDS aufmerksam. Schnell arbeitete er im ASTA mit und kümmerte sich unter anderem um die Website der konservativen Studentenpartei, erzählt er heute.

 

Schon zu seiner Schulzeit war Martin Schülersprecher, heute ist er studentischer Senator, stellvertretener RCDS-Vorsitzender in Bonn und seit Mai NRW-Vorsitzender vom Ring Christlich Demokratischer Studenten. Jeden Tag arbeitet er zwei bis drei Stunden ehrenamtlich für den RCDS, berichtet er. Ihm ist es wichtig, dass das Geld des Systems der verfassten Studentenschaft sinnvoll im Interesse der Mehrheit ausgegeben wird. Vorsichtig meint er: „Ich weiß nicht, ob wirklich jede Hochschule einen Lesben- und Schwulenverband braucht…“. Rund 800.000 Euro werden vom ASTA verwaltet und dabei komme es oft zu sinnlosen Ausgaben, obwohl diese Summen viele Möglichkeiten bieten, kritisiert der NRW-Vorsitzende.

 

Für Martin ist klar, dass er die konservative Partei eindeutiger politisch positionieren möchte. Dass sich die Parteien in den Universitäten und in ganz Deutschland immer weniger inhaltlich unterscheiden, hält der 25-Jährige auch für den Grund, dass die Wahlbeteiligung so niedrig ist. Nur 14 Prozent der eingeschriebenen Studenten in Bonn haben ihr Parlament gewählt. Auch wenn 52 Prozent Wahlbeteiligung bei den letzten Landtagswahlen wesentlich höher ist als an den Hochschulen, wird diese immer niedriger.

 

„Die Wahlergebnisse sind dann nicht mehr repräsentativ“, sagt er. Matin möchte dafür eintreten, dass wieder mehr Menschen zur Wahlurne gehen. Deswegen investiert er viel Zeit und Arbeit in die Politik. Etwas Zeit für seine Hobbies bleibt ihm aber auch. Er singt noch regelmäßig in seiner Heimatsstadt Krefeld und in Bonn im Chor. Manchmal spielt er auch Klavier, „aber meine Posaune habe ich Ewigkeiten nicht mehr angefasst“.

Gerade bestimmt die Politik sein Studentenleben, trotzdem ist für den NRW-Vorsitzenden des RCDS klar: „Ich möchte mein Studium abschließen.“ Ob er dann als Berufspolitiker Karriere machen will? „Mir stehen da viele Türen offen“, sagt er. Aber Berufspolitiker werden, das möchte Martin Rademacher nicht. Was nach seinem Theologie-Studium folgt, weiß er heute noch nicht.

 

Von Jan Meißner

Publicador de contenidos

Publicador de contenidos

Medienwerkstatt KAS

Publicador de contenidos