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Weihnachtsmarkt zwischen Geborgenheit und Terror

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An diesem Vormittag scheint der Betrieb am Düsseldorfer Weihnachtsmarkt wie immer abzulaufen. Die Sonne scheint, der Geruch von gebrannten Mandeln liegt in der Luft, die Menschenmasse atmet eisig aus. Einige von ihnen machen am Glühweinstand halt, um sich warm zu halten. Überall hängen Sterne und Engelsfiguren. Anscheinend ist also alles wie immer. Und dennoch ist etwas anders. Während die Besucher des Marktes durch die Straßen gehen, werden sie beobachtet: Regelmäßig fahren Polizeiwagen durch die Straßen, hier und dort stehen Männer und Frauen vom Ordnungsamt.

Seit dem 13. November 2015 hat sich das öffentliche Leben in vielen Ländern verändert. Genauer seit den Terroranschlägen von Paris. 130 Menschen, die ihr Leben genießen wollten und mit den Terror aus Syrien nichts zu tun hatten, sind seitdem tot. Nun werden die Terroristen des „Islamischen Staates“ noch stärker militärisch bekämpft. Die Angst nach weiteren Anschlägen sinkt deshalb trotzdem nicht. Immerhin hatte auch an jenem bedeutenden Freitag niemand mit diesen Morden gerechnet. Deswegen sind nun auch viele Deutsche verunsichert. Eine von diesen ist eine Frau aus Düsseldorf, die aus Angst vor einem Anschlag nun schon mittags über den Weihnachtsmarkt am Rathaus schlendert. Natürlich hätte die dunkel gekleidete Frau Furcht vor einem Terroranschlag hier im Herzen der Stadt, aber im Moment findet sie alles „ruhig und gemütlich“. Das kann auch Ingrid Hodali bestätigen, die schon seit 10 Jahren ihren beschaulichen Stand mit verschiedensten Holzfiguren führt. „Hier auf dem Weihnachtsmarkt vergessen viele Leute ihre Sorgen“, sagt sie. Deswegen sei die Stimmung an diesem Tag auch nicht anders als zuvor.

Andere wiederum zeigen sich besorgt. Berichte von 352 Verletzten, Videos von Angriffen auf französische Restaurants, die Gewissheit über die Verletzbarkeit einer augenscheinlich sicheren Stadt hinterließen ihre Spuren. Eine Händlerin spricht von einer „Unsicherheit“ der Gäste, eine französische Getränkeverkäuferin erzählt, dass sie Angst vor weiteren Attentaten hat.

Eine Familie aus der Großstadt sieht die Situation hingegen eher entspannt. „Mein kleiner Sohn hat viel Spaß hier.“ Sonst sei ihnen auch nicht viel aufgefallen, was sich seit ihren letzten Besuch verändert haben könnte. Die Frau mit der schwarzen Jacke und einer pinken Mütze sagt lachend: „Die Leute sind so kaufwütig wie immer.“ Auf die Frage nach der Polizeipräsenz gibt sich der Großvater des kleinen Jungens gelassen: „Die Polizei kann bei einem Bombenanschlag sowieso nichts machen. Wenn es passiert, passiert es eben.“

Die Reaktionen der Besucher sind daher gemischt. Auch wenn einige der Besucher und der Verkäufer verunsichert sind, weigern sie sich, sich von den Terroristen vom selbsternannten „Islamischen Staat“ einschüchtern zu lassen oder den Weihnachtsmarkt gar nicht erst zu besuchen. Damit wollen einige der Gäste ein Zeichen setzen, andere verdrängen ihre Angst. Seit dem 13. November 2015 hat sich das öffentliche Leben verändert.

von Felix Brasse

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