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Discusión

Kontroverse Erinnerungskultur

Gedenken und Aufarbeiten

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Die Statue von Joséphine, der Ehefrau Napoleon Bonapartes, wurde 1991 aufgrund ihrer Haltung zur Sklaverei geköpft. Der Torso steht auf der Insel Martinique.

Lange Zeit galt Deutschland als Musterschüler im Umgang mit der eigenen Vergangenheit: In der Bundesrepublik herrscht bis heute Konsens darüber, sich der eigenen Verantwortung für die Verbrechen des Nationalsozialismus zu stellen. Stimmen aber, die den Konsens über die Singularität des Holocaust infragestellen, finden seit einigen Jahren immer größere Resonanz. 

Frankreich legte den Schwerpunkt seiner Erinnerungspolitik traditionell auf nationale Erfahrungen von Revolution, Krieg, Sieg und Widerstand. Aber auch hier hat inzwischen eine offizielle Auseinandersetzung mit dem Vichy-Regime und der eigenen kolonialen Vergangenheit begonnen.

In beiden Gesellschaften beobachten wir heute zunehmend Kontroversen um das offizielle historische Gedenken: Während postkoloniale Denkrichtungen eine Erweiterung bzw. ein radikales Überarbeiten der alten Themen und Praktiken fordern, beschwört die neue Rechte im Zuge ihrer Ablehnung einer selbstkritischen Erinnerungskultur alte Muster von nationaler Größe.

Ist angesichts solcher Kontroversen auf der einen und der gesellschaftlichen Pluralisierung und Fragmentierung auf der anderen Seite noch ein Konsens in der Erinnerungspolitik möglich?

Wie erklärt sich der unterschiedliche Umgang mit der Erinnerung in Deutschland und Frankreich und was folgt daraus für das nationale Selbstverständnis ?

 

Diese Fragen möchten wir mit Expertinnen und Experten aus Deutschland und Frankreich diskutieren. Dabei sollen aktuelle Debatten um die Umbenennung von Gebäuden und Straßen ebenso aufgegriffen werden wie Auseinandersetzungen um Restitution von Kulturgütern und zunehmender Geschichtsrevisionismus in den Sozialen Medien. Die Moderation übernimmt wie immer Andreas Noll vom Deutschlandfunk.

Programa

18.15 Uhr

 

Begrüßung und Einleitung

Dr. Christina Schröer, Bonn

Wissenschaftliche Geschäftsführerin des Centre Ernst-Robert-Curtius der Universität Bonn

 

Kontroverse Erinnerungspolitik - Gedenken und Aufarbeiten

 

Prof. Dr. Dani Kranz , Berlin

Anthropologin und Inhaberin des "Wilhelm und Alexander von Humboldt"-Lehrstuhls des DAAD in Mexiko-Stadt sowie Forschungskoordinatorin des Tikvah Instituts Berlin 

 

Prof. Dr. Sarah Gensburger, Paris (angefragt)

SciencesPo Paris, Past President der Memory Studies Association

 

Moderation

Andreas Noll, Bonn

Journalist Deutschlandfunk

 

19.15 Uhr

Ende der Veranstaltung

 

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