Im Zuge geopolitischer Fragmentierung, fiskalischen Konsolidierungsdrucks und einer Verschiebung des politischen Diskurses wird vermehrt die Frage nach einem nationalen Mehrwert des deutschen Engagements in der Globalen Gesundheit im Speziellen und in der Entwicklungszusammenarbeit im Allgemeinen gestellt. Diese Studie adressiert dies, ohne den intrinsischen Wert von Gesundheit und das Primat des wertegeleiteten Handelns aus dem Blick zu verlieren.
Das deutsche Engagement in Globaler Gesundheit rettet Leben, stärkt Gesundheitssysteme und schützt auch Deutschland vor grenzüberschreitenden Gesundheitsrisiken. Sein zentraler Mehrwert liegt weniger in kurzfristigen finanziellen Renditen als in Prävention, Krisenvermeidung und der Stärkung von Gesundheit als Grundlage von Wohlstand und gesellschaftlicher Resilienz.
Globale Gesundheitsinvestitionen vermeiden makroökonomische Schäden, sichern Lieferketten und eröffnen Exportchancen – insbesondere für die deutsche Gesundheitswirtschaft. Zugleich zeigt die Studie, dass Deutschland dieses Potenzial wegen fragmentierter Ressortlogiken und einer zurückhaltenden Verknüpfung von Entwicklungs-, Wirtschafts- und Innovationspolitik bislang nicht vollständig ausschöpft.
Internationale Forschungskooperationen in der Globalen Gesundheit stärken deutsche Forschungsstandorte, Innovationsfähigkeit und globale Sichtbarkeit. Besonders wertvoll sind langfristige Netzwerke, Vertrauen und „Reverse Innovation“, deren Nutzen jedoch durch Kürzungen schnell verloren gehen kann.
Globales Gesundheitsengagement erhöht Deutschlands Reputation, schafft Vertrauen in Partnerländern und stärkt seine außen- und sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit. Gerade angesichts des Rückzugs anderer Akteure bietet die Globale Gesundheit Deutschland die Chance, Multilateralismus aktiv mitzugestalten, statt nur finanziell zu unterstützen.
Über die Betrachtung einzelner Wirkebenen hinweg erscheint der Gesamtwert des deutschen Engagements in Globaler Gesundheit größer als die Summe seiner Teile. Er zeigt sich in der Sicherung der Grundlagen, auf denen demokratische und prosperierende Gesellschaften beruhen und Menschen in Würde leben können.
Die Studie wurde im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. am Charité Center for Global Health durchgeführt.