Beginn der 2+4-Verhandlungen

Erstmals treffen im Rahmen der "Zwei-Plus-Vier-Verhandlungen" die Außenminister der vier Siegermächte des 2. Weltkrieges sowie die deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Markus Meckel in Bonn zusammen. Es geht vor allem um die außenpolitische Absicherung des deutschen Einigungsprozesses.

Die angestrebte deutsche Einheit hatte nicht nur europäische, sondern auch weltpolitische Aspekte. Die ehemaligen Alliierten gegen Hitler-Deutschland mussten in diesen Prozess eingebunden werden. Sehr schnell wurde von ihnen das Recht der Deutschen auf Wiedervereinigung anerkannt. Für die Nachkriegsentwicklung bedeutete dies einen wichtigen Meilenstein. Allerdings mussten intensive Verhandlungen darüber geführt werden, ob der deutsche Einigungsprozess, also der innere Aspekt, von dem völkerrechtlichen, dem äußeren Aspekt, abzukoppeln sei. Trotz der Intervention seitens des sowjetischen Außenministeriums, das sich gegen die Wiedervereinigung nach Artikel 23 GG aussprach, wurde vereinbart, dass beide Aspekte zusammen und gleichzeitig erörtert werden. Die 2+4-Verhandlungen wurden von den damaligen Außenministern der Bundesrepublik und der DDR sowie denen der ehemaligen alliierten Siegermächte USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion geführt. Auch diese Verhandlungen wurden von zahlreichen vertrauensbildenden Gesprächen zwischen allen Partnern auf Minister- und Beamtenebene begleitet.