Charta der Heimatvertriebenen

Als Folge des Zweiten Weltkriegs kommen acht Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den Ostgebieten Deutschlands in die westdeutschen Besatzungszonen. Hier finden sie unter großen Schwierigkeiten eine neue Heimat.

Eine wichtige Etappe auf dem Weg zu ihrer Integration und Aussöhnung mit den Nachbarn im Osten stellt die „Charta der deutschen Heimatvertriebenen” dar. Am 5. August 1950 unterzeichnen die ostdeutschen Landsmannschaften und Vertriebenenverbände dieses wegweisende Dokument der deutschen Nachkriegsgeschichte, das einen Tag später auf einer Massenkundgebung in Stuttgart-Bad Cannstatt verkündet wird. Darin verzichten die Heimatvertriebenen auf „Rache und Vergeltung”, unterstützen „die Schaffung eines geeinten Europas”, in dem „die Völker ohne Furcht und Zwang leben können”, und bekennen sich zur „Mitarbeit am Wiederaufbau Deutschlands und Europas”.