Gipfeltreffen George Bush/Michail Gorbatschow

Der US-amerikanische Präsident Bush und der sowjetische Präsident Gorbatschow erklären bei ihrem Gipfeltreffen, dass die Frage der Bündniszugehörigkeit eines vereinten Deutschlands von den Deutschen selbst entschieden werden muss.

In den sogenannten "Zwei-plus-Vier"-Verhandlungen der letzten Wochen hatte sich gezeigt, dass die Sowjetunion vor allem in der Frage der künftigen Bündniszugehörigkeit des wiedervereinten Deutschland große Bedenken hatte. Der Widerstand der Sowjetunion gegen eine mögliche NATO-Mitgliedschaft war schwer zu überwinden. Mittels eines umfangreichen Maßnahmenpakets, das aber darauf ausgerichtet war, bei der Sowjetunion nicht das Gefühl einer Demütigung aufkommen zu lassen, versuchte Bush beim sowjetischen Präsidenten Verständnis für eine uneingeschränkte NATO-Integration des wiedervereinten Deutschland zu erwecken. Die amerikanische Argumentation lief im wesentlichen auf zwei Ebenen: einer völkerrechtlichen und einer realpolitischen. Zur Überraschung der Amerikaner und zum Entsetzen seiner Berater signalisierte Gorbatschow, dass er den Vorstellungen Bushs und der Deutschen zustimmen würde. Einer der wichtigsten außenpolitischen "Knackpunkte" auf dem Weg zur deutschen Einheit war damit beseitigt.