Alfred Seidl

Rechtsanwalt, Staatssekretär, Diplom-Volkswirt Dr. jur. 30. Januar 1911 München 25. November 1993 München

Der Jurist Alfred Seidl war Verteidiger in den Nürnberger Prozessen. Von 1958 bis 1986 war er Mitglied des Bayerischen Landtages, von 1970 bis 1974 zunächst stellvertretender und dann Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion. Er war von 1974 bis 1977 als Staatssekretär im Staatsministerium der Justiz tätig, von 1977 bis 1978 bekleidete er das Amt des Staatsminister des Innern. Posthum wurde seine offensichtlich jahrzehntelange juristische und politische Beratertätigkeit für den rechtsextremen Verleger und Vorsitzenden der Deutschen Volksunion (DVU), Gerhard Frei, bekannt.

Lebenslauf

  • Abitur, Studium der Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft in München
  • 1935 1. juristisches Staatsexamen
  • 1935–1938 Assistent an der Juristischen Fakultät der Universität München
  • 1936 Diplom als Volkswirt
  • 1937 Promotion
  • 1938 2. juristisches Staatsexamen
  • 1940–1945 Soldat
  • 1945 Rechtsanwalt in München, Strafverteidiger in den Nürnberger Prozessen; Pflichtverteidiger von Rudolf Hess
  • 1945 Eintritt in die CSU
  • 1958–1986 MdL Bayern
  • 1972–1974 Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion
  • 1974–1977 Staatssekretär im bayerischen Justizministerium
  • 1977-1978 Staatsminister des Innern
  • 1978 Wiederaufnahme seiner anwaltlichen Tätigkeit

Literatur

  • Hanns-Seidel-Stiftung (Hg.): Geschichte einer Volkspartei. 50 Jahre CSU 1945–1995 (1995)