Bernhard Otte

Weber, christlicher Gewerkschaftsführer 12. Juli 1883 Bauerschaft Breischen/Hopsten 21. Oktober 1933 Grünberg/Schlesien
von Herbert Hömig

In die Führung der Christlichen Gewerkschaften rückte Otte 1921 als Generalsekretär auf. 1929 wurde er als Nachfolger Adam Stegerwalds Vorsitzender. Er führte den Gesamtverband der Christlichen Gewerkschaften Deutschlands in den Jahren der Weltwirtschaftskrise bis zur erzwungenen Gleichschaltung (Selbstauflösung) durch die Nationalsozialisten 1933. Zuletzt war er auch Präsident des Internationalen Bundes der Christlichen Gewerkschaften. Unter nicht ganz geklärten Umständen kam er im Herbst 1933 bei einem Autounfall ums Leben. Otte vertrat eine „organische Sozialpolitik“ in der Auseinandersetzung mit den Freien Gewerkschaften. Während der Weltwirtschaftskrise verteidigte er die Sparmaßnahmen der Regierung Brüning. Zugleich hielt er am Gedanken der Zentralarbeitsgemeinschaft aus den Anfängen der Weimarer Republik fest und bekannte sich zum Prinzip einer „Berufsständischen Ordnung“ im Sinne der Enzyklika „Quadragesimo anno“ (1931) unter Wahrung der Selbstständigkeit der Gewerkschaften.

Lebenslauf

  • Volksschule
  • 1897 Weberlehre in Ibbenbüren
  • 1905 Eintritt in die christliche Gewerkschaftsbewegung
  • 1907 Besuch des VII. Volkswirtschaftlichen Kurses des Volksvereins für das katholische Deutschland Mönchengladbach
  • seit 1908 Leitung eines gewerkschaftlichen Arbeitersekretariats und Volksbüros für den Niederrhein in Kempen
  • 1911–1918 Bezirksleiter des Zentralverbandes christlicher Textilarbeiter Deutschlands in Bocholt
  • 1919 nach einer Tätigkeit als Redakteur der „Textilarbeiter-Zeitung“ Vorsitzender des Zentralverbandes Christlicher Textilarbeiter Deutschlands
  • 1932-33 MdL Preußen (Zentrum)

Literatur

  • H. Hömig, in: ZGiLB 3 (1979)