Hermann Cardauns

Historiker, Redakteur Dr. phil. habil. 8. August 1847 Köln 14. Juni 1925 Bonn

Cardauns war ein qualifizierter Historiker, der nicht nur die Quellen handwerklich exakt erschließen, sondern deren Ergebnisse auch stilistisch gewandt darbieten konnte. Da ihm der Weg zur Hochschullaufbahn während des Kulturkampfs verschlossen blieb, wechselte er zur „Kölnischen Volkszeitung“, deren Profil er bis zu seinem Ausscheiden 1907 prägte. Im Liberalismus sah er die Wurzel für die soziale Frage und eine Gefahr für die von Gott gesetzte Ordnung. Otto von Bismarck hielt er für allein schuldig an den Spannungen zwischen Staat und katholischer Kirche. Im Gewerkschaftsstreit stand er auf der Seite der christlichen überkonfessionellen Gewerkschaften. Er unterstützte eine Öffnung der Zentrumspartei. Im „Literaturstreit“ unterstützte er Carl Muth gegen die Integralisten und hielt zu den „Reformkatholiken“. Mit Nachdruck förderte er die Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft, deren Generalsekretär er wurde. Seit seiner Studentenzeit war er dem nichtfarbentragenden Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine verbunden, deren erste 50 Jahre er beschrieb.

Bestand: BA Koblenz.

Wolfgang Löhr

Lebenslauf

  • 1864–1868 Studium der klassischen Philologie und Geschichte in Bonn, dort Promotion
  • 1872 Habilitation
  • 1876–1907 in der Redaktion der „Kölnischen Volkszeitung“
  • 1891–1913 Generalsekretär der Görres-Gesellschaft.

Literatur

  • M. Bierganz: Hermann Cardauns (1977)
  • Ders., in: Rheinische Lebensbilder, 8 (1980)
  • W. Löhr, in: Biographisches Lexikon des KV, 1 (1991)