Johannes Messner

Theologe, Publizist, Sozialwissenschaftler, ordentlicher Professor Dr. jur., Dr. oec. publ., Dr. h. c. mult. 16. Februar 1891 Schwaz/Tirol 12. Februar 1984 Wien
von Karl-Joseph Hummel

Messner, ein charismatischer Priester und Universalgelehrter, setzte auf einen intensiven Dialog der Kirche mit der Welt und integrierte die Erkenntnisse der empirischen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in die systematische Entwicklung einer modernen Sozialethik. Überzeugt von der Bedeutung der christlichen Sozialreform für die Lösung der Sozialen Frage, legte er 1949 in seinem Hauptwerk „Das Naturrecht“ eine umfassende „Summe“ vor, die er 1954 um eine „Kulturethik“ ergänzte. Mit dem Grundbegriff der „existentiellen Zwecke“ entwickelte Messner ein allgemeinverbindliches, anthropologisches Kriterium der Sittlichkeit des Menschen, dessen soziale Grunderfahrungen vor allem durch die Familie geprägt werden. In aktuelle Diskussionen seiner Zeit griff Messner mit mehreren hundert Abhandlungen u. a. zur Mitbestimmungs- und Grundwertedebatte ein.


Lebenslauf

  • 1902–1910 Humanistisches Gymnasium
  • 1910–1914 Theologiestudium
  • 1914 Priesterweihe in Brixen, sechs Jahre Seelsorgetätigkeit
  • 1919–1922 Jurastudium in Innsbruck
  • 1922 Dr. jur. utr.
  • 1919–1924 Studium der Nationalökonomie in München
  • 1924 Dr. oec. publ.
  • 1925–1938 Tätigkeit als Publizist („Das Neue Reich“, „Schönere Zukunft“, „Monatsschrift für Kultur und Politik“)
  • 1927 Habilitation in Salzburg
  • ab 1930 Privatdozent
  • ab 1935 außerordentlicher Professor für Ethik und Christliche Sozialwissenschaften in Wien
  • 1938 Flucht nach Großbritannien
  • 1949–1962 erneute Lehrtätigkeit in Wien
  • seit 1956 als ordentlicher Professor
  • 1949–1964 jeweils im Sommersemester Forschungsaufenthalt in Birmingham.

Veröffentlichungen


Literatur

  • A. Rauscher, in: ZGiLB 6 (1984)
  • A. Klose: Johannes Messner 1891–1984 (1991)
  • J. M. Schnarrer: Norm und Naturrecht verstehen (1999)

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