Lorenz Bock

Jurist, Staatspräsident 12. August 1883 Nordstetten (Oberamt Horb/Württemberg) 4. August 1948 Rottweil
von Frank Raberg

Der Verfassungsausschuss der Beratenden Landesversammlung beauftragte Bock mit der Erarbeitung eines Verfassungsentwurfs, der später in den kombinierten Entwurf B.-Niethammer einfloss, wegen ausgeprägter gouvernementalistischer Züge von der Militärregierung aber abgelehnt wurde. Am 8. Juli 1947 zum Staatspräsidenten von Württemberg-Hohenzollern gewählt, suchte Bock vor allem die Situation des wirtschaftlich schwachen Landes und die schlechte Ernährungslage zu verbessern. Als führender konservativer Zentrumspolitiker von einst hatte er nur mit Zögern zur CDU gefunden und sich zunächst für eine Wiedergründung des Zentrums stark gemacht. Von konfessionellem Denken und autoritärem Staatsverständnis vermochte sich Bock nie ganz frei zu machen.

Lebenslauf

  • 1902–1907 Jurastudium in München und Tübingen
  • seit 1910 Rechtsanwalt in Rottweil
  • 1919–1933 Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung und MdL Württemberg (Zentrum)
  • seit 1924 Fraktionsvorsitzender
  • 1919–1933 und 1946–1948 Gemeinderat
  • 1946–1948 Mitglied der Kreisversammlung in Rottweil
  • August 1944 kurzzeitig in „Schutzhaft“
  • im Herbst 1945 Wiederzulassung als Rechtsanwalt in Rottweil
  • seit Dezember 1946 Vorsitzender der Rechtsanwaltskammer Württemberg-Hohenzollern
  • 1946-47 Mitglied der Beratenden Landesversammlung
  • 1947-48 MdL Württemberg-Hohenzollern (CDU).

Literatur

  • A. Hagen, in: Gestalten aus dem schwäbischen Katholizismus, 4 (1962)
  • W. Hecht: Zum politischen Profil von Lorenz Bock, in: Rottweiler Heimatblätter 59 (1998)
  • Raberg: Die politischen Anfänge von Lorenz Bock, in: Rottweiler Heimatblätter 60 (1999)