Ludwig Erhard

Nationalökonom, Bundeskanzler, Vorsitzender der CDU, Honorarprofessor Dr. rer. pol., Dr. h. c. mult. 4. Februar 1897 Fürth 5. Mai 1977
von Wolfgang Tischner
Als Bundeswirtschaftsminister und zweiter Kanzler der Bundesrepublik Deutschland bestimmte Ludwig Erhard den Weg Deutschlands in eine marktwirtschaftliche Demokratie entscheidend mit.

Jugend und Ausbildung

Ludwig Erhard wurde am 4. Februar 1897 als Sohn des katholischen Geschäftsmannes Wilhelm Erhard und seiner evangelischen Frau Augusta geboren. Die – damals eher ungewöhnliche – konfessionsverschiedene Ehe trug dazu bei, dass Erhard, obwohl evangelisch getauft und zeitlebens dem Christentum verbunden, keine konfessionellen Vorbehalte hegte. Vorgezeichnet schien Erhards Weg nach Realschule und Kaufmannslehre mit der Übernahme des elterlichen Textilgeschäftes; eine solide Existenz in der bürgerlichen Mittelschicht. Trotz eines durch Kinderlähmung behinderten Fußes nahm Erhard als Artillerist seit 1916 am Erster Weltkrieg teil und wurde im September 1918 bei Ypern schwer verletzt. Zeitlebens blieb eine leichte Gehbehinderung, allerdings scheint er damit psychisch gut fertig geworden zu sein.

Der Behinderung gab wohl den Ausschlag für den Entschluss, ein Studium aufzunehmen, und der erfolgreiche Dienst als Frontsoldat – Erhard schied als Offiziersanwärter aus – eröffnete Möglichkeiten, die ihm sonst verschlossen geblieben wären. Nach einem Studium an der Handelshochschule Nürnberg wurde Erhard trotz fehlendem Abitur zum Studium der Betriebswirtschaft an der Universität Frankfurt zugelassen und promovierte dort 1925 bei Franz Oppenheimer. Ihm blieb Erhard lebenslang verbunden, obwohl er von Oppenheimers wirtschaftspolitischen Vorstellungen wenig übernahm. Angesichts seiner Herkunft und Schulausbildung hatte Erhard einen erstaunlichen sozialen Aufstieg vollzogen.

In Wissenschaft und NS-Diktatur

Nach einem kurzen Zwischenspiel im väterlichen Geschäft, das er nicht vor der Insolvenz retten konnte, wurde Erhard Assistent am Institut für Wirtschaftsbeobachtung an der Handelshochschule in Nürnberg. Dort war er an der Ausrichtung des Institutes auf Marktforschung beteiligt; in diesen Jahren, die die Etablierung und Ausdifferenzierung der Volkswirtschaftslehre als akademischer Disziplin sahen, war Erhard klar auf die praktische Anwendung festgelegt.

In den folgenden Jahren machte Erhard eine unspektakuläre, aber erfolgreiche Karriere als wissenschaftlicher Angestellter am Institut – heute würde man sagen „im Mittelbau“, er wurde 1942 dann stellvertretender Leiter. Er hatte 1923 Luise Schuster geheiratet, das Ehepaar bekam eine Tochter, Elisabeth. Ein Habilitationsversuch über das Thema „Die Überwindung der Wirtschaftskrise durch wirtschaftspolitische Beeinflussung“ scheiterte, allerdings ist nicht klar, wie intensiv Erhard dies überhaupt betrieben hatte. Vom Nationalsozialismus hielt sich Erhard fern, trat nicht der NSDAP bei und biederte sich auch nicht an. Seine Kontakte in die Wirtschaft waren aufgrund der praktischen Ausrichtung seiner Arbeit hervorragend, was ihm 1942 half, sein eigenes „Institut für Industrieforschung“ aufzubauen, als er aus dem Institut für Marktforschung ausscheiden musste. Dort befasste er sich u.a. mit der Nachkriegsplanung. Die Denkschrift „Kriegsfinanzierung und Schuldenkonsolidierung“ zeigte schon etliche Elemente seines späteren Denkens. Erhard hatte lockeren Kontakt mit Kreisen des Widerstandes, u.a. Carl Friedrich Goerdeler, arbeitete im Reichwirtschaftsministerium allerdings auch mit Otto Ohlendorf zusammen, der nach seiner Tätigkeit als Leiter einer Einsatzgruppe von Himmler dort als stellvertretender Staatssekretär platziert worden war, um den Einfluss der SS auf die Wirtschaftspolitik sicherzustellen. Diese politische Indifferenz war nicht untypisch: die für die Ausprägung der späteren Sozialen Marktwirtschaft so entscheidende Gruppe der Freiburger Wirtschaftswissenschaftler etwa, die die Sorge um eine verfehlte Kriegsfinanzierung und NS-Wirtschaftspolitik einte, umfasste von den NS-Gegnern Adolf Lampe und Franz Böhm bis hin zum NS-Befürworter Hans Großmann-Doerth das komplette Spektrum, und Böhm und Großmann-Doerth waren dabei eng befreundet.

Der Weg zur „Sozialen Marktwirtschaft“

Nach Kriegsende kam Erhard sehr zupass, dass er weder durch eine Tätigkeit in der NS-Raubwirtschaft in den besetzten Gebieten noch durch eine frühere Mitgliedschaft in der NSDAP politisch belastet war. Er machte deshalb zügig Karriere, wurde zuerst Wirtschaftsreferent in Fürth, dann schon im Oktober 1945 von der US-Besatzungsmacht zum bayerischen Wirtschaftsminister ernannt, ein Amt, dass er bis zu den Wahlen im Dezember 1946 behielt. In diesem Monaten festigten sich bei Erhard Vorstellungen, die aus dem Umfeld der Freiburger Schule stammten: die Ablehnung von dirigistischen und planerischen Interventionen des Staates in die Wirtschaft, die strikte Haushaltsdisziplin, die Notwendigkeit eines Währungsschnittes. Beruflich leitete Erhard eine Kommission zur Währungspolitik für die amerikanische Besatzungsmacht, unterrichtete als Honorarprofessor an der Universität München – die Anrede „Professor Erhard“ war ihm danach, bei seiner hart erkämpften Ausbildung menschlich verständlich, wichtig – und wurde schließlich Anfang März 1948 auf Vorschlag der FDP Direktor der Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebietes – quasi der Wirtschaftsminister der Bizone. In dieser Funktion konnte Erhard auf sehr fähige Mitarbeiter, etwa Leonhard Miksch, zurückgreifen, die genau wie er von Walter Eucken und der Freiburger Schule beeinflusst waren.

Die von der amerikanischen Besatzungsmacht logistisch geplante Währungsreform am 20. Juni 1948 wurde von Erhard dazu genutzt, die von ihm als notwendig erachtete Aufhebung der meisten Preisbindungen durchzusetzen. Auch wenn völlig richtig in der Forschung argumentiert worden ist, dass schon seine Mitarbeiter dies vorbereitet hatten, war es doch Erhard, der den richtigen Augenblick erkannte und den Mut – um nicht zu sagen die Dreistigkeit – hatte, die Besatzungsmächte damit zu überrumpeln. In einem Handstreich schaffte er wesentliche Elemente der Bewirtschaftungspolitik ab; die Amerikaner, die ja einer marktbasierten Wirtschaftsordnung grundsätzlich positiv gegenüberstanden, ließen ihn gewähren.

Die heutige Vorstellung, dass sich dann über Nacht die Geschäfte mit zurückgehaltenen Waren gefüllt hätten, stimmt, blendet aber den Haupteindruck der damaligen Öffentlichkeit aus, der von rasant steigenden Preisen und dem Zusammenbruch etlicher Betriebe und in der Folge einer steigenden Arbeitslosigkeit bestimmt war. Die Bereinigung des Kaufkraftüberhangs durch den Währungsschnitt – 93,5% der Geldmenge der alten Reichsmark wurden bei Einführung der D-Mark beseitigt – führte zum Zusammenbruch etlicher nicht konkurrenzfähiger Betriebe. Die Kritik war allgemein, es kam sogar am 12. November 1948 zu einem Generalstreik – dem bisher einzigen in Nachkriegsdeutschland - gegen die Aufhebung der Bewirtschaftung. Dass Erhard die Preisfreigabe durchgesetzt und gegen alle Widerstände beibehalten hat, ist sein bleibendes Verdienst.

Wirtschaftsminister

Politisch hatte Erhard sich der neu gegründeten Union angenähert. Ursprünglich wurde er eher den Liberalen zugerechnet. Nach Aussagen Erhards im Briefwechsel mit führenden FDP-Politikern spielte dabei eine Rolle, dass er annahm, mit der CDU mehr Elemente seiner wirtschaftspolitischen Vorstellungen umsetzen zu können. Auch deshalb hat sich bis heute die Vorstellung gehalten, Erhard sei nicht CDU-Mitglied gewesen. Mittlerweile ist jedoch die Frage der Parteimitgliedschaft Erhards gut untersucht. Vermutlich wurde sie nicht – nicht ungewöhnlich in Zeiten des Übergangs von der Honoratioren- zur Mitgliederpartei – mit formalem Aufnahmeantrag begonnen. Erhard selbst hat sich jedoch nach eigener Aussage klar als CDU-Parteimitglied gesehen und durch Teilnahme an Gremiensitzungen, Wahlkreisarbeit und Spenden auch eindeutig so gehandelt.

Erhards Wendung zur CDU lag auch an deren Führungsfigur Konrad Adenauer. Der ehemalige Kölner Oberbürgermeister war für einen ehemaligen Zentrumspolitiker sehr wirtschaftsnah und sah in Erhard, der sich mit mehreren mitreißenden Reden zur Wirtschaftsreform empfohlen hatte, einen geeigneten Wahlkämpfer, der seinen Bekanntheitsgrad für die CDU in die Waagschale werfen konnte. Außerdem wurden in der interkonfessionellen Partei Protestanten an führender Stelle gebraucht, um nicht nur als „neues Zentrum“ wahrgenommen zu werden. Vermutlich hat auch eine Rolle gespielt, mit Erhard ein Gegengewicht gegen den damals starken gewerkschaftlichen Flügel in der Partei aufzubauen. Parteipolitisch gelang es Adenauer, die Partei weg vom 1947 verabschiedeten „Ahlener Programm“, das u.a. noch die Verstaatlichung von Schlüsselindustrien und ein Wirtschaftsplanung vorgesehen hatte, zu führen. Mithilfe einer Gruppe evangelischer Wirtschaftsfachleute – neben Erhard noch Alfred Müller-Armack und der heute fast vergessene Franz Etzel – wurden die „Düsseldorfer Leitsätze“ als wirtschaftliches Wahlprogramm der CDU für die erste Bundestagswahl August Bundestagswahl 1949 entworfen. Als ein innerparteilicher Kompromiss kombinierten sie das aus dem Zentrum stammende Erbe der Katholischen Soziallehre mit marktliberalen Vorstellungen, für die sich der zugkräftige Titel der „Sozialen Marktwirtschaft“ fand – heute die wirtschaftliche Grundordnung der Bundesrepublik. Vorgesehen war bei rigider Haushaltsdisziplin eine freie Preisbildung in der Wirtschaft, bei der der Staat den wirtschaftlichen Akteuren das Feld überlassen und nur als „Schiedsrichter“ über die Einhaltung der Rahmenbedingungen wachen sollte. Abgefedert werden sollte dies durch einen deutlichen sozialen Ausgleich, der u.a. auch die Mitbestimmung vorsah.

Auch wenn Erhard nur am Rande an der Ausformulierung der Düsseldorfer Leitsätze beteiligt war, entsprach der Inhalt voll und ganz seinen Vorstellungen. Als Protagonist der Währungsreform der mit Abstand bekannteste Wirtschaftspolitiker der westlichen Besatzungszonen, hatte er zudem die Gabe, wirtschaftlich komplexe Zusammenhänge ohne Substanzverlust verständlich darstellen zu können – ein idealer Wahlkämpfer. Da zudem im Herbst 1949 die ersten Erfolge der wiederanspringenden Konjunktur fühlbar wurden, setzten sich die Unionsparteien durch und konnten mit Konrad Adenauer die erste Bundesregierung bilden; Erhard wurde Wirtschaftsminister.

Erhard und Adenauer

Im Kabinett Adenauer war Erhard neben dem Kanzler der wohl beliebteste Politiker; neben seiner jovialen Art wurde seine glimmende Zigarre zum Markenzeichen. Etliche Sonderbedingungen kamen der Wirtschaftspolitik zugute – ein großes Arbeitskräftepotential durch heimkehrende Kriegsgefangene und Vertriebene, die Devisenbereitstellung zum Ankauf von Rohstoffen durch den Marshallplan, die Sonderkonjunktur durch den Koreakrieg, die im Krieg erstaunlich wenig zerstörte Maschinenausstattung der deutschen Industrie. Diese günstigen Rahmenbedingungen trafen auf einen Wirtschaftsminister, der durch seinen Erfolg als „Wahlkampflokomotive“ in der Lage war, eine interventionsfreie Wirtschaftspolitik weitestgehend durchzusetzen. Häufig wird heute von der linksliberal ausgerichteten Forschung das „Wirtschaftswunder“ als reines Ergebnis dieser Rahmenbedingungen gedeutet. Diese politisch motivierte Verzeichnung der politischen Leistung Erhards wird jedoch widerlegt, wenn man den Vergleich etwa mit Großbritannien zieht: bei einer vergleichbaren Industriestruktur und noch besseren Rahmenbedingungen, aber einer sozialistischen Wirtschaftspolitik, kam es dort zu sehr viel geringerem Wachstum.

Adenauer selber scheint bald sein populärer Wirtschaftsminister, der jeder Intrige abhold war, sich auch innerparteilich kaum engagierte, persönlich auf die Nerven gegangen zu sein. Ihn störte Erhards Auftreten, sein Rauchen, und er hielt ihn, nicht völlig zu Unrecht, für nicht durchsetzungsstark genug im politischen Tagesgeschäft. In der Praxis gab es mehrfach – am wichtigsten bei der Rentenreform 1957 – Auseinandersetzungen zwischen Adenauer und Erhard, die alle der Kanzler gewann.

Trotzdem blieb Erhard aufgrund seiner Popularität – noch durch Bücher wie „Wohlstand für alle“ (1957) gesteigert – und seine mitreißenden Wahlkampfauftritte für die Union unverzichtbar. In der Fraktion stärkte ihm eine Gruppe um Franz Etzel, die sogenannte „Brigade Erhard“, den Rücken, in seinem Ministerium, das hat die jüngste Forschung herausgearbeitet, waren es höhere Beamte, die, vom Leitbild der Sozialen Marktwirtschaft überzeugt, die Politik Erhards auch ohne ministeriale Anweisung mitdachten und umsetzten und dadurch Erhards unzweifelhafte Defizite als Behördenleiter kompensierten.

In der Öffentlichkeit war Erhard deshalb für die Union unverzichtbar und wurde als der gesetzte Nachfolger Adenauers wahrgenommen; umso mehr, je stärker der Wunsch nach politischer Veränderung deutlich wurde. Ein Versuch Adenauers, Erhard 1959 auf den Posten des Bundespräsidenten abzuschieben, scheiterte, genauso die Überlegung, den fähigen Finanzminister Etzel oder den Fraktionsvorsitzenden Heinrich Krone zu seinem Nachfolger aufzubauen. Als nach der Wahl 1961 der Rücktritt des Bundeskanzlers in der kommenden Legislaturperiode vereinbart wurde, war damit Erhard als sein Nachfolger durch Adenauer kaum noch zu verhindern.

Kanzler und Parteivorsitzender

Nach Adenauers Rücktritt wurde Erhard am 16. Oktober 1963 zum Bundeskanzler der CDU/CSU-FDP-Koalition gewählt. Hatten seine wirtschaftspolitischen Erfolge und sein Talent als Wahlkämpfer den Weg ins Kanzleramt ermöglicht, so machten sich im Amt selbst sofort seine politischen Defizite bemerkbar. Erhards Abneigung gegen innerparteiliche Lenkungsarbeit erwies sich als fatal, da ein verbitterter Altkanzler, der auch noch den Parteivorsitz bis 1966 beibehielt, sofort im Hintergrund gegen ihn zu intrigieren begann. Innerhalb von Kabinett und Koalition wirkte sein zurückhaltender, konsensorientierter Führungsstil, der ihm im Wirtschaftsministerium nicht geschadet hatte, als Führungsschwäche.

Außenpolitisch geriet Erhard in den Konflikt um die Stellung Frankreichs im westlichen Bündnis; in der Auseinandersetzung zwischen „Gaullisten“ und „Atlantikern“ in der CDU/CSU-Fraktion nahm er Partei gegen eine von de Gaulle gewünschte engere Anbindung an Frankreich. Trotzdem wurde er in der Auseinandersetzung um Besatzungslasten und den Rüstungsbeitrag von den USA düpiert, was schließlich zu seinem Sturz beitragen sollte. Mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel konnte er jedoch auch bleibende Akzente setzen. Eigene gesellschaftspolitische Vorstellungen wie die „formierte Gesellschaft“ fanden keinen Anklang. Obwohl die Bundestagswahlen 1965 für die Union das zweitbeste Wahlergebnis ihrer Geschichte brachten, begann mit den zähen Koalitionsverhandlungen direkt nach der Wahl die Demontage Erhards. Die erste wirtschaftliche Rezession nach dem „Wirtschaftswunder“ – nach heutigen Maßstäben eher unspektakulär - beschädigte in der Union den Glauben an den Nutzen Erhards in zukünftigen Wahlkämpfen, und der drohende Verlust der Regierung in Nordrhein-Westfalen – die CDU war zum zweiten Mal nicht stärkste Partei im bevölkerungsreichsten Bundesland geworden – tat ein Übriges. Als die FDP sich nach finanzpolitischen Auseinandersetzungen auf der Bundesebene aus der Koalition zurückzog, blieb Erhard, der wegen seiner Führungsschwäche mittlerweile auch von der Fraktion im Bundestag übergangen wurde, nur der Rücktritt am 1. Dezember 1966.

Nach seinem Rücktritt zog sich Erhard weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurück, behielt allerdings sein Bundestagsmandat bei. Nicht zu Unrecht sah er die Soziale Marktwirtschaft als sein wichtigstes Erbe gefährdet. Deshalb bemühte sich in seinen letzten Lebensjahren, den Gedanken daran zu institutionalisieren. Ludwig Erhard verstarb am 5. Mai 1977 in Bonn.

Lebenslauf

  • 1919–1925 Studium der Wirtschaftswissenschaften in Nürnberg und Frankfurt/Main
  • 1925 Promotion in Frankfurt/Main bei Franz Oppenheimer
  • 1928–1942 Wissenschaftlicher Assistent, Schriftleiter, Mitglied der geschäftsführenden Leitung und Stellvertreter des Leiters am „Institut für Wirtschaftsbeobachtung der deutschen Fertigware“ in Nürnberg
  • 1942–1945 Nachkriegsplanungen als Leiter des „Instituts für Industrieforschung“
  • 1945-46 Staatsminister für Wirtschaft in Bayern
  • 1947-48 Leiter der „Sonderstelle Geld und Kredit“ zur Vorbereitung einer Währungsreform
  • 1948-49 Direktor der Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebiets der amerikanischen und britischen Besatzungszonen
  • 1949–1977 MdB
  • 1949–1963 Bundesminister für Wirtschaft
  • 1957–1963 Stellvertreter des Bundeskanzlers
  • 1963–1966 Bundeskanzler
  • 1966-1967 Bundesvorsitzender der CDU
  • 1967–1977 Ehrenvorsitzender der CDU.

Literatur

  • Beckmann, Christopher: „Vor die staatspolitische Entscheidung gestellt…“: Briefe Ludwig Erhards an führende FDP-Politiker im Vorfeld der Bundestagswahl 1949. In: HPM 17 (2010), S. 279-291.
  • Buchstab, Günter: „Soll ich Anmeldeformulare ausfüllen?“ Ludwig Erhard und die Parteibuch-Frage. In: Die Politische Meinung 462 (Mai 2008), S. 71-75.
  • Hentschel, Volker: Ludwig Erhard. Ein Politikerleben. München 1996.
  • Hohmann, Karl (Hg.): Ludwig Erhard: Gedanken aus fünf Jahrzehnten. Reden und Schriften. Düsseldorf u.a. 1988.
  • Koerfer, Daniel: Kampf ums Kanzleramt. Erhard und Adenauer. Stuttgart 1987.
  • Laitenberger, Volkhard: Ludwig Erhard. Der Nationalökonom als Politiker. Göttingen u.a. 1986.
  • Löffler, Bernard: Soziale Marktwirtschaft und administrative Praxis. Das Bundeswirtschaftsministerium unter Ludwig Erhard. Wiesbaden 2002.
  • Mierzejewski, Alfred C.: Ludwig Erhard. Der Wegbereiter der Sozialen Marktwirtschaft. Berlin 2005.
  • Wünsche, Horst Friedrich: Ludwig Erhards Soziale Marktwirtschaft. Wissenschaftliche Grundlagen und politische Fehldeutungen. Reinbek/München 2015.