Siegfried Balke

Chemiker, Bundesminister Dr.-Ing. 1. Juni 1902 Bochum 11. Juni 1984 München
von Hans-Paul Höpfner

Nach mehr als 25jähriger Tätigkeit in der Industrie trat der damals noch parteilose Balke 1953 als Postminister in das 2. Kabinett Adenauer ein. Ein Jahr später wurde er Mitglied der CSU. Als Nachfolger von Franz Josef Strauß übernahm er nach einer Kabinettsumbildung im Oktober 1956 das Ministerium für Atomkernenergie. Hier legte er die entscheidenden Grundlagen für die Entwicklung der friedlichen Kernenergie und plante mit Erfolg den Umbau des Ministeriums zu einem Wissenschaftsministerium. Nach dessen Neubildung im Gefolge der Regierungskrise im Herbst 1962 ("Spiegel-Affäre") wurde jedoch nicht Balke, sondern aus koalitionspolitischen Erwägungen der FDP-Politiker Hans Lenz als neuer Wissenschaftsminister berufen. Daraufhin zog sich Balke aus der Politik zurück. 1964 trat er an die Spitze der Deutschen Arbeitgeberverbände. In diesem Amt setzte er sich nachdrücklich für eine Verständigung mit den Gewerkschaften ein, da er sie als unerlässlich für die Erhaltung des inneren Friedens ansah. Neben einer Honorarprofessur für Chemiewirtschaft an der TH München bekleidete Balke zahlreiche Ämter in Wirtschaft und Wissenschaft.

Lebenslauf

  • Chemiestudium an der TH München
  • 1927–1952 Betriebschemiker und später technischer Leiter der Chemischen Fabrik Dr. Karl Bloch in Aubing bei München
  • 1953 Bundesminister für Post- und Fernmeldewesen
  • 1956–1963 Bundesminister für Atomfragen
  • seit 1957 Bundesminister für Atomkernenergie und Wasserwirtschaft
  • 1957–1969 MdB (CSU)
  • 1963 Geschäftsführer der Sigri-Kohlefabrikate
  • 1964–1969 Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)

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