Werner Hilpert

Syndikus, Minister Dr. phil. 17. Januar 1897 Leipzig 24. Februar 1957 Oberursel
von Angela Keller-Kühne

Nach seiner Befreiung aus dem KZ Buchenwald wurde Hilpert von den Amerikanern mit der Verwaltung der beschlagnahmten NS-Vermögenswerte in Thüringen beauftragt. Kurze Zeit später siedelte er nach Frankfurt/Main um und wurde Präsident der IHK. Auf die Gründung der CDU hatte er maßgeblichen Einfluss. Die von ihm mitverfassten Frankfurter Leitsätze forderten einen Sozialismus aus christlicher Verantwortung. 1946 einigte man sich unter Hilperts Führung mit der SPD auf den Verfassungskompromiss, der die Verstaatlichung der Schwerindustrie vorsah. Im schulpolitischen Teil konnte die CDU ihre Vorstellungen zur Konfessionsschule durchsetzen. Hilperts wirtschaftspolitisches Konzept und sein Eintritt in die SPD-geführte Landesregierung stieß bei den nord- und mittelhessischen Kreisverbänden, aber auch bei Konrad Adenauer auf Ablehnung. Die Niederlage der CDU bei den Landtagswahlen im November 1950 bedeutete das Ende der Ära Hilpert. Nach seinem Rücktritt auf dem Landesparteitag im Juli 1952 wurde Wilhelm Fay zum neuen Landesvorsitzenden gewählt, der die Partei an den Kurs der Bundes-CDU heranführte.

Lebenslauf

  • 1926–1933 Stadtverordneter Leipzig (Zentrum)
  • 1932-33 Vorsitzender des Zentrums Sachsen
  • 1933–1939 Wirtschaftsberater
  • 1939–1945 Haft im KZ Buchenwald
  • 1945 Mitgründer der CDP/CDU Frankfurt/Main
  • 1945–1952 Vorsitzender des Landesverbands Hessen
  • 1945–1951 stellvertretender Ministerpräsident von Hessen
  • 1946-47 und 1950–1952 Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung und MdL Hessen
  • 1946-47 Wirtschafts- und Verkehrsminister
  • 1947–1951 Finanzminister in Hessen
  • 1949 MdB
  • 1952–1957 Vorstand der Deutschen Bundesbahn.

Literatur

  • W. Mühlhausen, in: B. Heidenreich/W. Ders. (Hg.), Einheit und Freiheit. Hessische Persönlichkeiten und der Weg zur Bundesrepublik Deutschland (2000)