Top of the Blogs 2018 #15

Auch diese Woche haben wir für Top of the Blogs wieder politische Themen für euch: Wir verabschieden uns von Kabila aus dem Kongo, der seine Amtszeit nicht verlängern wird, sehr zur Erleichterung der Menschen dort. Wir stellen euch ein chinesisches Technologieunternehmen vor, das seine Produkte auf die lokalen Bedürfnisse Afrikas zugeschnitten hat. Schließlich betrachten wir die Proteste um Bobi Wine in Uganda - auf ganz unterschiedliche Weise.

Goodbye Kabila

Africablogging.org

Damit hatte keiner gerechnet: Joseph Kabila wird ab nächstem Jahr nicht mehr im Kongo regieren. Es sei eine Überraschung, wie der Blogger Nsenga Kola in seinem Kommentar schreibt. 17 Jahre war Kabila an der Macht, nach den Wahlen am 23. Dezember 2018 wird er nicht mehr da sein, das hat Präsident Kabila vergangenes Wochenende öffentlich verkündet. Durch den Verzicht auf eine dritte Amtszeit unterscheidet sich Kabila von einigen seiner Vorgänge. Die meisten von ihnen haben die Verfassung geändert, um über zwei Amtszeiten hinaus an der Macht zu bleiben. Ein Auszug aus dem Blogeintrag zeigt, wie erleichtert die Bevölkerung über Kabilas Schritt ist: „Kabila wird gehen und ein Land auf den Knien zurücklassen. Ein Land, das von bewaffneten Gruppen befallen ist und in dem die Mehrheit der Bevölkerung weder Strom noch fließendes Wasser hat. Ein Land, in dem Arbeitslosigkeit die Regel und Beschäftigung die Ausnahme ist. Ein Land krank mit Ebola und Cholera.“

Afrika: das nächste China

qz.com

Transsion, ein chinesischer Telefonhersteller in Addis Abeba, wurde im vergangenen Jahr zum führenden Hersteller von Smartphones in Afrika. Das Unternehmen ist ein Beispiel dafür, wie eine lokale und regionale Ausrichtung weltweit führende Unternehmen übertreffen kann. Einige der lokal angepassten Funktionen umfassen die Entwicklung von Smartphones mit mehreren SIM-Steckplätzen, da die Benutzer mehrere Nummern bei verschiedenen Dienstanbietern haben, um eine unzureichende Netzwerkinfrastruktur zu vermeiden oder Geld zu sparen, indem sie Anrufe außerhalb des Netzwerks vermeiden. Weitere Elemente sind eine lange Batterielebensdauer auf einem Kontinent mit der niedrigsten Elektrifizierungsrate der Welt und ein Anti-Öl-Fingerabdruck, der den Wetter- und Lebensbedingungen standhält. Die Telefone bieten Kamerabelichtungen, die auf dunkleren kalibriert sind und auf lokale Sprachen wie Amharisch und Suaheli abgestimmt sind. Sie sind auch für den Empfang von UKW-Radiosendern ausgelegt.

Warum Bobi Wine eine so große Bedrohung für Museveni darstellt

Theconversation.com

In den vergangenen zwei Wochen wurde Uganda von den Folgen der Verhaftung des Oppositionsabgeordneten Robert Kyagulanyi - besser bekannt als Afro-Beat-Pop-Superstar Bobi Wine - erschüttert. Seine Verhaftung führte zusammen mit anderen Regierungsgegnern zu gewaltsamen Straßenprotesten in der Hauptstadt Kampala und anderen städtischen Zentren. Die wachsenden Proteste stießen bei den Sicherheitsdiensten auf heftige Resonanz. Die Gewalt hat Dutzende von Menschen ins Krankenhaus gebracht und mindestens zwei Tote gefordert. Journalisten, die über die Affäre schreiben, wurden bedroht. Bobi Wine wurde gegen Kaution freigelassen. Dies könnte einen Schlussstrich unter die jüngsten Ereignisse ziehen - vorerst. Aber Musevenis Probleme haben gerade erst begonnen und gehen tief. Was besonders die junge Generation damit zu tun, kann im Blogeintrag nachgelesen werden.

  1. FreeBobiWine und der heutige Panafrikanismus für das digitale Zeitalter

Africanarguments.org

Auch in diesem Blogeintrag geht es um den inhaftierten und misshandelten Bobi Wine, der die Nutzer von Social Media in ganz Ostafrika elektrisiert hat. Während der ganzen Woche haben Menschen in Kenia, Tansania und sogar Burundi die Ereignisse in Uganda verfolgt und #FreeBobiWine getwittert. Tatsächlich stammt der größte Teil des Hashtag-Verkehrs (51%) nicht aus Uganda, sondern aus Kenia. Dies mag zum Teil auf die größere Bevölkerung Kenias und die neu eingeführte Social Media Tax in Uganda zurückzuführen sein. Aber die eigentliche Lehre aus diesem Phänomen ist, inwieweit die Menschen die neuen Medien nutzen, um die politische Realität auch von anderen Ländern zu ändern. In verschiedenen afrikanischen Ländern zeigen die Bürger Solidarität, die an die Unabhängigkeit und die Anti-Apartheid-Kämpfe früherer Generationen erinnert. Das ist Panafrikanismus für das digitale Zeitalter. Im Blogeintrag kann gelesen werden, welche Parallelen zu früher gezogen werden können, wie der neue Panafrikanismus genau aussieht und welche besondere Rolle die Digitalisierung dabei spielt.

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