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Die Europäische Union und die Visegrad-Länder

Neue Studie zur Wahrnehmung der EU in Mittelosteuropa
Wie sehen führende europapolitische Akteure in Mittelosteuropa die zukünftige Rolle ihrer Länder in der Europäischen Union? Wen betrachten sie als ihre engsten Verbündeten innerhalb der EU? Wie stehen die Visegrád-Länder zur Reform der EU? Gibt es einen gemeinsamen Blick auf wichtige Themen oder setzen sie unterchiedliche Signale?

Diese und andere Fragen sind Teil der umfangreichen Studie Trends of Visegrad European Policy, die im August/ September 2017 von der Assoziation für internationale Angelegenheiten (AMO) in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung und weiteren Partnerinstituten in Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei durchgeführt wurde. Rund 450 Schlüsselakteure der Europapolitik aus den Visegrád-Staaten (Politiker, Beamte, Journalisten, Wissenschaftler) haben teilgenommen. Die Ergebnisse der Studie stellen einen aktuellen und einzigartigen Blick auf die Europäische Union aus den Augen Mittelosteuropas dar.

Als ein zentrales Ergebnis der Studie ist festzuhalten, dass die große Mehrheit der befragten Experten die Mitgliedschaft ihres Landes in der EU nicht in Frage stellen, sie insgesamt als vorteilhaft bewerten und keine grundlegenden Änderungen im Funktionieren der EU-Institutionen in den nächsten fünf Jahren erwarten. Die Hälfte der Experten erkennen eine einflussreiche Rolle der Visegrad-Gruppe in der EU, doch die Mehrheit räumt zugleich ein, dass diese Rolle nicht als ein konstruktiver Akteur eingenommen werde. Die meisten Befragten erwarten das Szenario eines Mehrgeschwindigkeits-Europas, sehen es aber - mit Ausnahme der slowakischen Experten - eher kritisch. Einig ist man sich beim Thema der gemeinsamen europäischen Währung: Es überwiegt die Meinung, der Eurozone beizutreten, die Slowaken heben die positiven Erfahrungen mit der Euro-Einführung hervor. Aus den Antworten ist auch zu entnehmen, dass Deutschland der wichtigste Partner in der EU für die Visegrad-Gruppe sei. Während die Tschechische Republik und die Slowakei die Beziehungen zu Berlin für "gut" halten, sehen Ungarn und Polen sie als "eher neutral".

Die komplette Studie in englischer Sprache ist oben als pdf-Dokument abrufbar.

Ansprechpartner

Matthias Barner

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Leiter des Auslandsbüros Tschechien und Slowakei

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